[gelesen] Im Herzen ein Schneeleopard von Anika Lorenz

Im Herzen ein Schneeleopard
Heart against Soul 1


Autorin: Anika Lorenz
erschienen Oktober 2016
ISBN: 978-3-646-60281-4  (epub)
© Impress
interessanter Reihenbeginn, der noch vieles offen lässt
Seit ihrem Schulabschluss sitzt Emma in ihrer Heimatstadt
fest. Bevor sie ihrem Traum von Architekturstudium nachgehen kann, muss sie
erst genügend Geld verdienen. Mit dem Erben des Nachbaranwesens bietet sich ihr
eine unerwartete Chance. Denn Nate erkennt Emmas Talent und stellt sie zur
Einrichtung seines Hauses ein. Alles scheint perfekt, bis Emma erkennt, dass
Nate ein ungewöhnliches Geheimnis hütet…
Die Geschichte an sich hat mir richtig gut gefallen. Schade
nur, dass der Titel leider bereits die Richtung vorgibt und sich erahnen lässt,
worum es geht, sodass ein wenig die Spannung und Überraschung verloren geht.
Emma empfand ich als sehr sympathisch. Sie sorgt sich um
ihre Grußmutter, zu der sie ein sehr liebesvolles Verhältnis hat. Eisern
arbeitet sie daran, ihren Traum zu verwirklichen und lässt sich auch von
rücksichtslosen Bemerkungen ihrer Freunde nicht unterkriegen.
Gut nachvollziehbar fand ich, wie sie mit den neuen
Erkenntnissen hadert, viel hinterfragt und nicht einfach alles sofort
akzeptiert, was um sie herum passiert.
Auch der geheimnisvolle Nate war mir schnell sympathisch,
zeigt er doch trotz seiner protzigen Geldverschwendung eine aufmerksame,
führsorgliche Seite. Trotzdem ist es schwer, ihn und seine Absichten
einzuschätzen, was nicht zuletzt an der Erzählperspektive liegt: Denn Emma ist
die Ich-Erzählerin der Geschichte. So kann der Leser an ihren Gedanken und
Gefühlen teilhaben, die besonders dann Achterbahn fahren, wenn Nate in ihrer
Nähe ist.
Die Geschichte beginnt zunächst relativ ruhig. Nach und nach
häufen sich mysteriöse Vorfälle, kleine Andeutungen werden gemacht und erste
Geheimnisse gelüftet. Die Spannung und Dramatik nimmt zu, je mehr Details Emma
erfährt. Doch auch emotionale Passagen kommen nicht zu kurz.
Insgesamt hätte ich mir aber etwas mehr Handlung gewünscht –
insofern als dass am Ende des Buches noch sehr viel offen bleibt und man das
Gefühl hat, Emmas Geschichte fängt gerade erst an.
Keine völlig neue Idee, aber eine schöne Umsetzung
mit sympathischen Figuren und einer sehr angenehmen Erzählweise. Große
Überraschungen bleiben bisher noch aus – aber es sind noch viele Fragen offen.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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