[gelesen] Die Macht der 7. Pfauenfeder von Natalie Luca

Rezensionsexemplar

©
Die Macht der 7. Pfauenfeder
Pfauenfeder-Saga 2
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Natalie Luca
erschienen August 2025
Selfpublishing
500 Seiten
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hier geht’s zur Autorin
Natalie Luca
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spannende Fortsetzung

Achtung: zweiter Band! Vorwissen zum Lesen des Buches notwendig, da die Handlung weitergeht. Meine Rezension kann kleine Spoiler in Bezug auf die Entwicklungen im ersten Band enthalten.

In den vergangenen Wochen wurde das Leben von Mia-Luisa Weidenschimmer ganz schön auf den Kopf gestellt. Sie hat erfahren, dass sie zum Volk der Hexen gehört, dass es Elfen, Feen und weitere magische Wesen gibt und der Rest der Menschen davon keine Kenntnis besitzt. Als wäre es nicht schon herausfordernd genug, sich mit ihrer mächtigen Gabe vertraut zu machen und in kürzester Zeit alles über die Hexenwelt zu lernen, was man in den Jahren der Unwissenheit verpasst hat, steht Milu zusätzlich auch noch komplett zwischen den Fronten. Den Elfenkrieger Kjèr kennt sie seit Kindertagen, hat ihm bis vor kurzem blind vertraut, bis ihre Welt enorm erschüttert wurde. Die Hexenwelt ist ihr noch recht fremd, auch wenn sie immer tiefer eintaucht, sie hat auch hier scheinbar Vertrauenspersonen gefunden und doch ist sie auch ein Spielball im Machtgefüge zwischen Hexen und Elfen.
Auf wessen Hilf darf sie hoffen, als Milu in Gefahr gerät und alles recht aussichtslos erscheint? Es gibt so vieles, was sie noch nicht weiß, aber ist sie wirklich bereit, die volle Wahrheit zu ertragen?

Vorwissen ist zum Lesen des zweiten Bandes notwendig, damit man die Zusammenhänge und Entwicklungen der Figuren auch wirklich verstehen kann. Hier und da gibt es zwar noch mal kleine Hinweise oder Rückblicke in Form von Erinnerungen, diese sind insgesamt jedoch nicht sehr ausschweifend. Außerdem würden einem viele Informationen fehlen, um das Verhalten der Charaktere zuordnen zu können und zu verstehen, was für Gefühle unterschwellig brodeln, auch wenn nicht alle von ihnen rausgelassen werden.

Wie auch im Auftakt der Reihe erlebt man die Handlung wieder aus der Ich-Perspektive von Mia-Luisa, die von ihrer Familie und Kjèr nur Milu genannt wird. So bekommt man intensive Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt, die immer wieder ziemlich durcheinander gewirbelt wird. In diesem Band hat die Protagonistin noch mal mehr zu verarbeiten, als im Auftakt. Zum einen, weil sie inzwischen tiefer in den magischen Welten drin steckt, zum anderen aber auch, weil sie nun noch mal mehr Informationen, besonders zu den Elfen, erhält und manche Dinge ich für sie damit mehr erschließen. Zusätzlich gerät sie jedoch auch immer wieder in gefährliche Situationen, die man nicht einfach so wegsteckt.

Der Schreibstil ist mitnehmend und bildhaft. Viele Augenblicke sind so detailliert beschrieben, dass man einen guten Eindruck von den Schauplätzen, Figuren und Handlungsverläufen bekommt. In die Hexenwelt ist Milu quasi im Schnelldurchlauf eingetaucht und musste in kürzester Zeit vieles lernen. Dennoch erschließt sich für sie längst nicht alles, außerdem gibt es einige Personen, die sie nur benutzen, um ihre eigenen Ziele zu erreichen oder die eigene Macht zu stärken. Die Protagonistin muss vorsichtig sein, wem sie wirklich vertraut und wer, wenn es hart auf hart kommt, doch eher an seine eigenen Motivationen denkt. Manche wenden sich auch aufgrund ihrer mächtigen Gabe von ihr ab, so dass sich der Kreis derer, mit denen sie frei reden kann, immer kleiner wird. Im zweiten Band taucht Milu nun in die Elfenwelt mehr ein, lernt mehr von ihren Strukturen, Bräuchen und ihrer Lebensweise. Vieles ist für sie komplett neu, einiges beängstigend oder überfordernd. Manche Geheimnisse hätte sie vielleicht auch lieber gar nicht wissen wollen. Als Hexe ist es für sie sehr schwer überhaupt in der Elfenwelt akzeptiert zu werden, immer wieder erlebt sie Anfeindungen und Übergriffe. Gleichzeitig kämpft Milu auch mit ihren eigenen Gefühle, bei denen sie noch herauszufinden versucht, welche echt sind und welche beeinflusst werden. Für die junge Protagonistin ist es manchmal alles ganz schön viel und es ist verständlich, dass sie nicht immer richtig handelt, manchmal auch einfach zu impulsiv entscheidet und damit andere vor den Kopf stößt. In einigen Augenblicken ist sie recht gutgläubig und naiv, in anderen mutig und kampfbereit. Eine Portion Sturheit und Entschlossenheit mischt sich ebenfalls mit rein, auch wenn ihr angestrebtes Ziel nicht immer so wahrscheinlich erscheint. In manchen Momenten hätte ich mir etwas mehr Besonnenheit gewünscht, allerdings bleibt oft auch nicht so viel Zeit, um Dinge wirklich zu sortieren, sich gute Strategien zu überlegen und Verbündete zu suchen.

Fazit

Die Handlug ist eine interessant gestaltete Mischung aus neuen Informationen, turbulenten, gefährlichen Szenen, leidenschaftlichen Augenblicken, dem emotionalen Chaos der Protagonistin und dem größeren Ziel, das verfolgt werden soll. Ein ziemlich ambitioniertes Ziel, bei dem sich immer wieder Stolpersteine in den Weg legen und auch Verrat eine Rolle spielt. Das spannende Ende macht definitiv neugierig auf den nächsten Band der Reihe.

 

Ich danke der Autorin für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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