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Viele Rätsel und einige Längen
Es handelt sich um den zweiten Band mit den Polizisten Karólína und Týr und Rechtsmedizinerin Iðunn.
Fünf Studienfreunde reisen zusammen auf die Westmännerinseln, um an der Beerdigung einer ehemaligen Freundin teilzunehmen. Es hätte ein gemütliches Zusammensein nach der Beerdigung werden sollen, doch stattdessen wird die Reise zum Horrortrip. Von Beginn an will nichts zusammenpassen: die Freunde denken, ihre ehemalige Kommilitonin wäre an Krebs gestorben, müssen dann aber erfahren, dass sie gar nicht auf diese Art krank war. Und dann gibt es plötzlich eine Leiche und lang gehütete Geheimnisse, die ans Licht drängen…
Der Kriminalfall im ersten Band ist abgeschlossen, es gibt aber Entwicklungen im Ermittlerteam, die offen gelassen werden und mich neugierig gemacht haben – allerdings hat mich Rauch diesbezüglich enttäuscht. Es gibt dazu nur eine kurze Erwähnung – und die Gewissheit, dass das Thema noch nicht beendet sein kann.
Was die private Seite der Ermittler angeht, steht diesmal Rechtsmedizinerin Iðunn mehr im Zentrum, denn das Team wird zu einem Mordfall in ihrer Heimat gerufen, mit der Iðunn ganz unterschiedliche Erinnerungen verbindet. Ich hoffe, dass der private Aspekt, der sich im Verlauf entwickelt, in den Folgebänden noch mal aufgegriffen wird.
Was den Mordfall angeht, konnte mich Rauch nicht ganz so fesseln wie Nacht.
Wie schon im Vorgänger wird die Geschichte in zwei Zeitebenen erzählt:
Auf der einen Seite das, was die Polizei herausfindet, von Zeugen erfährt oder aus Untersuchungen schlussfolgern kann.
Auf der anderen Seite stehen die Rückblicke rund um die Freundesgruppe, die wenige Tage zuvor auf die Insel gekommen sind.
Der ganze Fall ist sehr verworren – für alle Beteiligten. Die Freunde verstehen nicht, warum ihre Studienfreundin sie bezüglich ihrer Krankheit belogen hat, die Ermittler haben Schwierigkeiten, all die unterschiedlichen Funde und Ereignisse miteinander in Verbindung zu bringen, und ich habe ebenfalls bis zuletzt über die Zusammenhänge gerätselt. Gerade aufgrund der Vielzahl der beteiligten Charaktere und der zusammengestückelten Erzählweise, über die sich nur schwer die Beteiligung einzelner Figuren nachvollziehen lässt, bleiben bis zuletzt viele Fragen offen.
Obwohl es so unvorhersehbar und dadurch irgendwie schon spannend ist, hatte die Geschichte für mich einige Längen. Das Geschehen plätschert teilweise ein wenig vor sich hin und die Freundesgruppe fand ich teilweise etwas anstrengend. Zudem hat mich das Buch auf den letzten Seiten etwas verloren, da die Auflösung weniger aus den Ermittlungen heraus resultiert, sondern vor allem in Form langer Monologen geschieht.
Fazit
Viele Fragezeichen, viele verworrene Ereignisse, einige Wendungen, komplett fesseln konnte mich dieser Band aber nicht.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
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