[gelesen] Loving von Katrin Bongard

Loving
Autor: Katrin Bongard
erschienen April 2015
Verlag: Oetinger
ISBN: 978-3-8415-0348-0
© Oetinger

süße Liebesgeschichte mit kleinem Kritikpunkt

Die 17-jährige Ella ist ein eher unauffälliges Mädchen. Sie liest gern und bloggt in ihrer Freizeit. Für ein Deutschprojekt muss sie mit dem Mädchenschwarm der Schule zusammenarbeiten. Zunächst ist sie genervt, erwartet die von Luca doch nicht allzu viel Mitarbeit. Doch schnell stellt sie fest, dass mehr in ihm steckt. Und auch Luca beginnt, Ella mit anderen Augen zu sehen…

Euch kommt die Geschichte bekannt vor, aber das Cover sieht so anders aus? Loving erschien bereits Anfang 2014 bei Red Bug Books als eBook. Nun gibt es die Taschenbuchausgabe von Oetinger.

Wohin die Geschichte führt, ist allein durch den Klappentext eigentlich schnell ersichtlich. Doch immer, wenn man denkt, die folgende Handlung sei nun vorhersehbar, nimmt sie doch nochmal eine neue Wendung. Viele Missverständnisse verkomplizieren die Kommunikation zwischen Luca und Ella, sodass beide auch mehrfach die Figuren ihres Deutschprojektes sprechen lassen und sich dabei an dem alten Stil von Jane Austen orientieren.

Und so ergibt sich eine süße Liebesgeschichte mit Irrungen und Wirrungen, die bei den Figuren die unterschiedlichsten Gefühle hervorrufen und mehrfach für Abwechslung sorgen.

Am Schluss hätte ich sehr gern noch ein paar Seiten weiter gelesen, dieser kam dann doch sehr plötzlich.

Interessant sind auch die Ausflüge in die Buch- und Bloggerwelt, in denen auch ganz dezent auf die Risiken von sozialen Netzwerken und unseres Umgangs mit privaten Daten eingegangen wird.

Ella ist die Ich-Erzählerin der Geschichte und führt mit einem lockeren, jugendlichen Stil durchs Geschehen. Sie teilt viele ihrer geheimen Gedanken und Gefühle mit dem Leser, während sie nach außen oft sehr schlagfertig rüberkommt und mich mit ihren toughen Sprüchen auch manchmal zum Schmunzeln gebracht hat. Insgesamt ist sie eine sympathische Protagonistin, schon allein wenigen ihrer aufgeweckten Art. Gestört hat mich allerdings, dass auch für sie – obwohl sie es zunächst eigentlich gar nicht will – Äußerlichkeiten im Verlauf eine große Rolle spielen. Ellas Ansehen in der Schule verändert sich, sie nimmt am Partyleben teil und hat durchaus Gefallen an den Entwicklungen, wodurch das ganze eine etwas oberflächliche Note bekommt. Und so bleibt zuletzt die Frage: Hätte sie Lucas Interesse auch geweckt, wenn sie die optische Veränderung nicht durchgemacht hätte? Zwar gibt es im Text Andeutungen, die diese Frage beantworten könnten, der leicht bittere Beigeschmack bleibt aber erhalten.

Fazit

Der lockere, bildhafte Schreibstil sorgt für unterhaltsame Lesestunden. Die Geschichte ist süß und aufgrund der vielen Problemchen kann man als Leser mit Ella und Luca mitfiebern. Noch schöner wäre es aber ohne Ellas Veränderungen gewesen.

Vielen Dank an den Oetinger-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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