[gelesen] Sternenschimmer von Kim Winter

Sternen-Trilogie, Band 1:
Sternenschimmer

Autor: Kim Winter
erschienen November 2014
ISBN: 978-3-646-60087-2

  © Impress

Dystopie + Fantasy + Romantik = außerirdisch schöne
Geschichte

Da auf dem Planeten Loduun Krieg herrscht, nimmt die Erde
Flüchtlingskinder auf. Mia und ihre Freunde melden sich freiwillig, um in den
neugegründeten Wohngruppen zu helfen und die Ankömmlinge auf der Erde zu
unterstützen. Schnell schließt Mia die Kinder in ihr Herz, der 18-jährige Iason
hingegen bringt sie mächtig ins Straucheln. Dumm nur, dass die Loduuner
eigentlich keine Liebe empfinden können…
 
Die Sternen-Trilogie von Kim Winter stand schon länger auf
meinem Wunschzettel, nur gab es die Bücher inzwischen ja nicht mehr zu kaufen.
Daher habe ich mich sehr gefreut, dass Carlsen die Reihe in ihrem eBook-Label
wieder herausbringt.
Meine hohen Erwartungen wurden absolut erfüllt. Kim Winter erschafft
eine außergewöhnliche Welt. Die Geschichte spielt in der Zukunft. Die Zustände
auf der Erde sind erschreckend – die Menschen leben zusammengeballt in großen
Städten, die aufgrund der schlechten Luftqualität regelmäßig von Kuppeln
umschlossen werden müssen. Natur und Weite gibt es nicht mehr, dafür ist die
Technik auf einem kaum vorstellbaren Stand. Es ist immer wieder lustig, wie
sich Mia an die Lebensumstände oder bestimmte Ereignisse zur Zeit ihrer
Vorfahren zurückerinnert – Dinge, die für uns selbstverständlich sind, sind für
Mia fremd und unvorstellbar. So sorgt auch Iason, der sich die irdischen
Verhaltensweisen mithilfe eines uralten Knigge anzueignen versucht, für einige
Schmunzler.
Mia und Iason sind zwei spannende Figuren, die zum einen jeweils
sehr facettenreich dargestellt sind und zum anderen im Verlauf der Geschichte
eine spürbare Veränderung durchmachen. Besonders amüsant wird es, wenn ihre
unterschiedliche Herkunft zu Missverständnissen führt, sodass es neben
gefühlvollen Passagen immer wieder zu witzigen Ereignissen kommt.
Die Geschichte ist insgesamt spannend und ereignisreich,
hätte an einigen Stellen allerdings etwas knapper erzählt werden können. Es ist
ebenso interessant zu beobachten, wie Mia mit ihren Gefühlen für den unnahbaren
Außerirdischen umzugehen versucht, wie auch herauszufinden, inwiefern die Erde
in den Krieg auf dem fremden Planeten verwickelt ist und welche Rolle Iason und
seine Freunde dabei spielen.
Aufgrund der Ich-Perspektive, aus der Mia die Geschichte
erzählt, erhält man zwar einen tiefen Einblicke in ihre aufgewühlten Gedanken,
allerdings nur einen eingeschränkten Blick auf die Gesamthandlung, sodass
manchmal Ereignisse zunächst im Unklaren bleiben, bis Mia ihnen auf die Spur
kommt.
Die Sprache ist leicht und flüssig und dem 17-jährigen
Teenager sowie der zukünftigen Zeit angepasst. Es gibt einige neue Begriffe für
die technischen Entwicklungen, die sich aber aus dem Zusammenhang erschließen.
Hin und wieder finden sich dann aber auch bekannte Produkte wieder – laut Kim
Winter könnten auch Außerirdische Gummibärchen mögen 😉
Zwar werden in der Geschichte einige Fragen geklärt und
Geschehnisse abgeschlossen, insgesamt lässt das Ende die Zukunft der Charaktere
aber weitgehend offen.

Spannende, aber auch nachdenklich stimmende Zukunftsvision mit
fantastischen und romantischen Einschlägen, die eine runde Gesamtgeschichte
bilden. Die sympathischen Charaktere und der bildhafte Schreibstil führen dazu,
dass man als Leser komplett in die Geschichte eintauchen kann. Zum Glück dauert
es bis zur Fortsetzung nicht allzu lang.

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