[gehört] Totgesagte lieben länger von Lily Chu

 

©Audible Studios
Totgesagte lieben länger
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Lily Chu
gesprochen von Paula Essam, Richard Barenberg
erschienen September 2025
ungekürzte Lesung: 755 Minuten
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 Liebe auf Umwegen

Nadine ist Nachrufschreiberin beim Toronto Herald. Nicht gerade die Position, von der sie geträumt hat, aber sie bemüht sich, das Beste daraus zu machen, damit sie irgendwann die Gelegenheit bekommt, wieder für eine andere Abteilung zu schreiben. Als sie vom Tod der berühmten Schriftstellerin Dot Voline erfährt, zögert Nadine nicht, ihren Nachruf zu veröffentlichen. Doch leider war sie damit etwas zu flink, denn die Autorin ist noch gar nicht gestorben. Ihr Fehler sorgt für neue Spannungen und verbessert ihren Stand beim Herald nicht gerade. Anders sind die Reaktionen der Konkurrenz. Fehler bei anderen werden immer besonders gern ausgeschlachtet und betratscht. Mit Wesley hegt Nadine bereits seit ihrer Studienzeit einen gewissen Konkurrenzkampf, da sie sich gegenseitig interessante Jobs weggeschnappt haben. Allerdings geraten die beiden nun in eine Situation, mit der sie wohl so nicht gerechnet hätten. Dot Voline ist nur bereit, ihnen ein Interview und exklusive Einblicke zu ermöglichen, wenn die beiden zusammenarbeiten. Diese Chance wollen sich weder Nadine noch Wes entgehen lassen, also müssen sie in den sauren Apfel beißen und ihr Kriegsbeil für eine Weile begraben.

Die Perspektiven der beiden Journalisten werden von verschiedenen Sprechern übernommen, so dass man eine klare Trennung der Protagonisten innerhalb der Geschichte hat. Man weiß immer sofort, mit wem man gerade unterwegs ist und wessen Gedanken und Emotionen man präsentiert bekommt.
Dadurch sind die Stimmen der Charaktere, mit denen beide Protagonisten zu tun haben natürlich unterschiedlich in den verschiedenen Passagen, es war dennoch gut möglich, der Handlung zu folgen und die Leute voneinander zu unterscheiden. Zumindest bei den Figuren, die häufiger auftauchen.

Aufgrund der geteilten Perspektive erhält man Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelten von Nadine und Wes und hat damit zeitweise auch einen Wissensvorsprung gegenüber dem jeweils anderen Protagonisten. Nicht immer wollen sie sich und ihrem gegenüber sofort eingestehen, was in ihnen so los ist. Mit der Zeit bemerkt man bei beiden, dass es einige Dinge gibt, die sie beschäftigen. Manche Aspekte hätten sich jedoch auch gar nicht über so lange Zeit „aufstauen“ müssen, wenn man sie anderes angegangen wäre, nicht einfach etwas hineininterpretiert, sondern darüber gesprochen hätte. Andererseits bringen die Charaktere so natürlich auch ein gewisses Spannungspotenzial mit, da sie nicht unbedingt erfreut sich, erzwungenermaßen zusammen zu arbeiten und sich damit zwangsläufig auch miteinander zu beschäftigen. Dass ihr Auftrag dann noch mal ganz anders wird, als zunächst gedacht, ahnt zu Beginn von ihnen noch niemand.

Manche Entwicklungen innerhalb der Handlung sind recht vorhersehbar, an anderen Stellen gibt es kleine Wendungen. Manche Passagen hätten etwas spannender gestaltet sein oder mehr Tiefe enthalten können, zwischendurch zog sich die Handlung dann doch mal ein wenig. Es gab jedoch auch viele Abschnitte, die sich sehr gut hören ließen und neugierig gemacht haben auf die Dinge, die bei den Wes und Nadine möglicherweise bei ihrer gemeinsam Arbeit noch herausfinden und erleben werden.

Fazit

Die Geschichte gestaltete sich insgesamt komplexer, als ich es zu Beginn erwartet hatte. Auch wenn manche Aspekte vorhersehbar waren und es sich in einigen Passagen etwas zog, hat es auch Spaß gemacht, die Geschichte rund um Nadine, Wes und die Autorin Dot Voline zu verfolgen. Immer wieder gibt es auch kleine Wendungen zum Beispiel durch Offenbarungen innerhalb der Recherchen, die die Journalisten gemeinsam anstellen.


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