Hallo ihr Lieben,
heute gibt es wieder einen kleinen „buchfreien Post“ bei uns. Diese Hobbyzeit ist etwas anders, als in den vergangenen Monaten, denn dieses Mal gibt es einen Kombi-Post zu einem Spiel, einer Serie und einem Film und alle haben etwas gemeinsam: es dreht sich um Werwölfe 😉
Kennt ihr das Spiel „Die Werwölfe von Düsterwald“? Manchen ist es vielleicht auch mit abweichender Bezeichnung bekannt. Es gibt auch einen Film, der so heißt und eine Serie in der ARD-Mediathek, in der quasi das Spiel gespielt wird. Alle drei Sachen möchte ich kurz beleuchten und euch vielleicht auch mit dem Werwolf-Fieber anstecken. 😉 
Zum Spielprinzip:
Es gibt ein Dorf „Düsterwald“ (oder wie immer ihr es nennen wollt), das von Werwölfen heimgesucht wird. Die Dorfgemeinschaft versucht, diese zu entlarven, bevor die Werwölfe alle von ihnen gefressen haben. Mit Hilfe von Extrarollen kann es für die Dorfgemeinschaft leichter sein, Hinweise zu bekommen, um das Spiel zu gewinnen. Wie viele Sonderfunktionen man verteilt, hängt davon ab, mit wie vielen Leuten man spielt.
Das Spiel läuft in zwei Phasen ab, die sich immer abwechseln. In der Nachtphase schlagen die Werwölfe zu und stimmen sich dabei möglichst lautlos ab, welchen der Dorfbewohner sie aus dem Spiel nehmen. Sollten Sonderfunktionen verteilt worden sein, sind diese nach den Werwölfen dran und verrichten ihre Tätigkeiten ebenso lautlos. In der Tagphase erfahren die Dorfbewohner, wen sich die Werwölfen geschnappt haben und falls es Ergebnisse der Sonderrollen gibt, die vom Spielleiter verraten werden dürfen. Dann können sich die Bewohner beraten, wen sie verdächtigen oder ob jemand etwas gehört hat. Wenn es Vermutungen gibt, kann im Dorf darüber abgestimmt werden, welchen Mitspieler man „anklagt“ – wenn die Mehrzahl jedoch für jemanden stimmt, der nur ein Dorfbewohner war, ist dieser trotzdem aus dem Spiel raus. Hat man einen Werwolf erwischt, darf dieser nicht mehr mit jagen und ist ebenfalls raus. So spielt man Runde für Runde, bis entweder die Werwölfe oder die Dorfbewohner gewonnen haben.
Empfehlenswert ist es natürlich mit ein paar mehr Leuten zu spielen, dann macht das rätseln und beraten viel mehr Spaß und es entsteht natürlich auch eine gewisse Dynamik, weil es nicht nur 1-2 zur Auswahl gibt. Empfohlen werden mindestens 8 Mitspieler, mehr gehen problemlos.
Sonderrollen, mit denen wir im Verein gern spielen:
– Hexe/Heiler – hat zwei Tränke, mit einem kann er jemanden retten, mit dem anderen jemanden aus dem Spiel nehmen
– Seher – darf auf jemanden zeigen und erfährt, ob derjenige zu den Werwölfen gehört oder nicht
– Amor – darf zu Beginn der Spielrunde zwei Mitspieler miteinander verbinden – fliegt einer von ihnen raus, sind beide raus, egal ob sie Dorfbewohner, Werwolf oder eine andere Sonderfunktion hatten

Es gibt „Die Werwölfe von Düsterwald“ als Spiel zu kaufen, enthalten sind dann Karten mit den verschieden Rollen. Werwölfe und Dorfbewohner gibt es mehrfach, die anderen Rollen jeweils nur ein Mal. Wie viele man davon mit ins Spiel nimmt, hängt von der Gesamtzahl der Mitspielenden ab. Wir spielen dieses Spiel schon seit Jahren im Tanzverein, inzwischen besitzt eine Tänzerin auch das Spiel, das ich für die Fotos nutzen durfte. Allerdings benutzen wir die Karten trotzdem nie und lassen die Rollen weiterhin vom Spielleiter verteilen und nicht zufällig ziehen. Es gibt einige Rollen, die wir selbst noch nie genutzt haben. Manchmal nutzen wir aus dem Spiel noch „Das Luschermädchen/Das kleine Mädchen“ – das darf während der Nachtphase versuchen vorsichtig zu spähen, wer zu welchem Lager gehört.
Man kann jedoch auch einfach eigene Ideen entwickeln und diese dann mit einbauen. Aus unserer Sicht sind da der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Daher spielen wir häufig nicht einfach mit Werwölfen, auch wenn selbst unsere jüngeren Tänzerinnen das Spiel im Original inzwischen kennen. Es bietet sich an, wenn man einfach etwas Abwechslung reinbringen möchte oder eben den Aspekt des „Auffressens“ rauslassen möchte.
Ein paar Vorschläge/Ideen:
– es haben sich Hip Hopper oder Linedancer unter uns Volkstänzer gemischt und versuchen uns zum Wechseln zu bewegen (funktioniert natürlich auch mit anderen Sportarten)
– wir sind ein kleines gallisches Dorf und die Römer haben sich eingeschlichen und versuchen uns zum Überlaufen zu bringen
– wir sind ein Bienenvolk und die bösen Wespen versuchen uns aufzumischen
– wir kommen aus Schlumpfhausen
Je nachdem, was für eine Geschichte wir um das Ganze bauen, passen wir dann die Sonderrollen von der Formulierung her manchmal auch etwas an. Das Spiel funktioniert natürlich aber auch ohne viel Schnick-Schnack. Uns macht es allerdings schon Spaß immer auch eine kleine Geschichte zu erzählen.
Serie in der ARD Mediathek: Werwolf – Das Spiel von List und Täuschung
Die Serie greift das Spiel auf und setzt das Ganze in einem etwas größeren Rahmen um. 13 Menschen wohnen für mehrere Tage in einer kleinen Gemeinschaft zusammen und sollen herausfinden, wer unter ihnen zu den Werwölfen gehört. Zu Beginn bekommen sie alle per Zufall ihre Rollen und versuchen, ihre Mitspieler zu täuschen. Einige von ihnen haben entweder schon zu Beginn oder dann im Verlauf des Spiels noch eine Sonderfunktion – wie zum Beispiel „Das kleine Mädchen“, das nachts luschern darf, wenn die Werwölfe sich treffen. In verschiedenen Challenges können sie sich weitere Sonderrollen erspielen, allerdings versuchen die Werwölfe, möglichst unauffällig, diese zu sabotieren.
Wir haben die Serie an zwei Abenden durchgesuchtet, jede der Folgen geht allerdings auch nur um die 30 Minuten, es ist also trotz der 12 Folgen vom Zeitaufwand überschaubar. Wir fanden es total spannend zuzuschauen, wie sich die Gruppe immer wieder neu sortiert, wer wann aus dem Spiel fliegt, welche Vermutungen sie untereinander anstellen und wer zu den Werwölfen gehört. Mit der Zeit weiß man als Zuschauer von dem einen oder anderen, in welcher Funktion er spielt, bei anderen weiß man es bis zum Schluss nicht. Die Spieler dürfen sich untereinander unterhalten, beraten und halten auch in privaten Tagebüchern fest, was sie rausgefunden haben bzw. wen sie warum verdächtigen. In der Serie wird über mehrere Tage gespielt und nach und nach werden Spieler durch die Werwölfe oder die Dorfgemeinschaft rausgeschmissen. Der Kreis wird kleiner, die Emotionen kochen hoch, das Vertrauen ist fragil.
Bei uns haben die Vermutungen auch immer wieder gewechselt, verschiedene Personen wurden verdächtigt, man konnte echt gut miträtseln, zumindest was den dritten Werwolf anging. Ein Werwolf hat sich sehr früh verraten, den zweiten kannte man dann irgendwann, aber der letzte hat echt super gut gespielt.
Wenn man das Spiel nicht kennt, weiß ich nicht, ob dann die gleiche Spannung aufkommt, wie bei uns, die es schon seit Jahren spielen und ja auch so ihre Strategien haben, wie man ans Ziel kommen könnte. Wir fiebern auf jeden Fall bereits der zweiten Staffeln entgegen, die 2026 rauskommen soll.
Film – die Werwölfe von Düsterwald
Natürlich waren wir auch neugierig auf den Film, in dem das Spiel in gewisser Weise die Grundlage bildet. Ich will hier gar nicht so viel zur Handlung an sich verraten. Da es keine realen Spieler sondern ein richtig Film ist, ist die Dynamik natürlich noch mal eine ganz andere und es gibt viel mehr rundrum zu sehen und zu erleben, als in der Serie.
Die Familie, die das Spiel zu Hause hat, reist durch die Zeit nach Düsterwald und hat ganz schön damit zu tun, nicht permanent als „Außenseiter“ aufzufallen. Ihre Strategien, sich anzupassen sind genauso Teil der Handlung, wie die Herausforderungen, die das Spiel an sich für sie bereithält, schließlich müssen auch hier die Werwölfe gefunden und gebändigt werden. Auch einige der Sonderrollen sind im Film verarbeitet und sorgen für zusätzliche Fähigkeiten und Spannung.
Uns hat der Film gut gefallen, es hat Spaß gemacht die Handlung zu verfolgen, auch wenn das eine oder andere recht schnell klar war und man manche Auflösungen erst später ins Geschehen hätte einbauen können.
Kennt ihr die Werwölfe von Düsterwald in irgendeiner Form?
Übrigens eignet sich das Spiel nicht nur für Vereinsfahrten. Wir haben es im Mai auf einer Jugendweihe gespielt. Dabei war es natürlich günstig, dass einige es kannten und nicht alle neu waren, so konnte man die Rollen gut mischen. Es macht auf jeden Fall in vielen Konstellationen Spaß. 😉
