[gelesen] Six ways to watch you fall von Colin Hadler

Rezensionsexemplar

© Thienemann
Six ways to watch you fall
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Colin Hadler
erschienen im September 2026
384 Seiten
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→ Thienemann/ Planet!
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Du hast die Wahl…

„Du hast die Wahl. Entweder, du brichst dir einen deiner Finger, oder du tätowierst dir das Wort Mörder auf die Stirn […] Entscheidest du dich nicht, stirbt Henry Reed.“ (Seite 7)

Den Einstieg habe ich zweimal gelesen. Steht das da wirklich? Damit hatte mich das Buch schon nach den ersten Sätzen komplett in seinen Bann gezogen.

Archer ignoriert den ersten Brief, er hält ihn für einen schlechten Schmerz. Bis kurz darauf tatsächlich ein Mitschüler stirbt. Von nun an will Archer kein Risiko mehr eingehen. Doch die Aufgaben werden immer härter, gemeiner und persönlicher und treiben ihn an seine Grenzen. Sie betreffen bald nicht nur Archer selbst. Mehrfach steht Archer vor der Wahl, sich oder einer ihm nahestehenden Person zu schaden.
Während Archer bei jeder Entscheidung mit sich ringt, versucht er herauszufinden, woher die Briefe stammen und was der Schreiber damit beabsichtigt… Und während man miträtselt, schwingt gleichzeitig die Frage mit: Was würde ich tun, wie hätte ich mich entschieden?

Eingebettet in die aktuelle Handlung gibt es einige Rückblicke zu einer Klassenfahrt nach Mexiko. Nach und nach werden hier Ereignisse zusammengefügt, die mit dem aktuellen Geschehen in Verbindung zu stehen scheinen. Nur eine kleine Gruppe Personen war dabei – macht sie das zu Verdächtigen oder potentiellen Opfern?

Die Geschichte ist unglaublich spannend. Nach dem schockierenden Einstieg war ich sofort mittendrin und habe mitgefiebert. Wie wird die nächste Aufgabe aussehen? Und wie hängt alles zusammen?
Archer findet kleine Spuren und landet in verschiedenen Sackgassen. Besonders groß ist der Kreis an Figuren, die eingeführt werden, gar nicht, dennoch gibt es einige falsche Fährten und Verdächtigungen.
Sowohl die Briefe als auch die Ereignisse in Mexiko zielen auf ganz unterschiedliche Aspekte ab, denen aber gemeinsam ist, dass sie mindestens einer Person nahe gehen. Geheimnisse, persönliche Fehler und Sehnsüchte werden aufgedeckt. Dadurch bietet die Geschichte ganz unterschiedliche Themen mit ernsten und nachdenklichen Momenten.

Einerseits passiert in der Geschichte unglaublich viel, andererseits hatte ich nicht das Gefühl, durch die Ereignisse hetzen zu müssen. Gespräche und Gedanken bekommen genug Raum, gleichzeitig werden Tempo und Spannung bis zur – für mich überraschenden –  Auflösung konstant hoch gehalten.

Fazit

Dramatisch und emotional, packend und schockierend. Die Charaktere durchleben so viele Emotionen, ernste Themen werden angesprochen, Geheimnisse gelüftet und falsche Verdächtigungen ausgesprochen. Die Handlung konnte mich durchweg fesseln.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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