[gehört] verliebt, verlassen, vergraben von Anja Goerz und Eric Niemann

 

©Audible Studios
verliebt, verlassen, vergraben
Herma und Jan ermitteln 4
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Anja Goerz, Eric Niemann
gesprochen von Tim Gössler
erschienen Februar 2021
ungekürzte Lesung: 540 Minuten
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 neue Fälle für die beiden Ermittler

Vierter Band: Die Kriminalfälle sind jeweils abgeschlossen, dafür benötigt man kein Vorwissen aus den vorausgegangenen Büchern. Die Handlung bei den Ermittelnden geht allerdings Stück für Stück weiter, so dass es dort hilfreich sein kann, wenn man schon einen Eindruck von ihnen bekommen hat und zum Beispiel weiß, wieso sie zwischendurch ihren Wohnort wechseln. Es gibt hier aber auch Hinweise auf ihre persönlichen Dämonen und Baustellen, so dass ich schon denke, man kann den Entwicklungen auch gut folgen, wenn man direkt mit Band zwei einsteigt.

Jan ist zurück in seiner alten Heimat Lübeck und wird dort direkt von der Vergangenheit eingeholt. Er trifft auf eine alte Bekannte aus der Schulzeit, mit der er damals in einer Theatergruppe gemeinsam gespielt hat. Die Aufführung von damals soll wiederbelebt werden, so trifft Jan auch auf weitere Leute aus seiner Schulzeit, auch wenn nicht mehr alle von früher dabei sind. Die Proben werden allerdings immer wieder durch die aktuellen Ermittlungen zu den sechs Leichen, die im Wald gefunden wurden, unterbrochen. Und bei den Befragungen und Recherchen rücken auch seine Theaterkollegen in den Fokus.
Herma ist ebenfalls mit ihrer Vergangenheit beschäftigt, denn ihre verloren geglaubte Tochter Katja stand vor ihrer Tür und nun versuchen die beiden, sich ein bisschen besser kennen zu lernen. Allerdings muss Herma sich auch Gedanken über ihre berufliche Zukunft machen, was gar nicht so einfach ist. Als sie für eine kleine Auszeit nach Lübeck reist, gerät sie zudem auch noch ins Visier eines Kriminellen, der ebenfalls ein „Überbleibsel“ der Vergangenheit ist – wenn auch nicht aus Hermas.
Sowohl Jan als auch Herma müssen im Verlauf feststellen, dass nicht immer alles so ist, wie es zunächst schien.

Von der allgemeinen Struktur ist der vierte Band ähnlich aufgebaut wie die drei Vorgänger. Sowohl bei Herma als auch bei Jan geht die persönliche Geschichte weiter, während sie in Fällen stecken, die teilweise Verbindungen zueinander haben bzw. bei denen sie gemeinsam arbeiten, um besser voran zu kommen.

Für Herma steht aufgrund ihrer gesundheitlichen Komponente eine berufliche Veränderung ins Haus, die für sie nicht leicht ist. Sie prüft ihre Möglichkeiten und wählt am Ende die Variante, mit der sie sich am besten arrangieren kann. Dass sie dann sogar recht schnell die ersten Aufträge bekommt, hilft natürlich dabei, sich mit der neuen Aufgabe anzufreunden. Eine weitere Veränderung hat das Auftauchen ihrer Tochter Katja mit sich gebracht. Und das sind nicht nur Veränderungen, mit denen Herma sich schnell anfreunden kann.
Etwas schade fand ich, dass Herma die Sorgen und Vermutungen ihrer Freunde und ihres Partners nicht wirklich ernst nimmt. Man kann zwar verstehen, dass es für sie ein sehr persönliches Thema ist und sie da auch manches einfach glauben möchte, um nicht wieder enttäuscht zu werden. Aber aufgrund ihres Berufes und dem, wie sie sonst alles recherchiert und hinterfragt, war es schon etwas untypisch, wie sie sich da verhalten hat.

Für Jan stehen neue Ermittlungen an, denn der Fund von gleich sechs Frauenleichen in einem gemeinsamen Grab im Wald gibt einige Rätsel auf. Schnell wird klar, dass die Frauen nicht vor Kurzem gestorben sind, was die Recherchen komplexer und aufwendiger macht. Immer wieder tauchen neue Details und Hinweise auf. Es müssen viele Zeugen und auch Verdächtige vernommen, Lügen aufgedeckt, Wahrheiten herausgefiltert und Zusammenhänge erkannt werden. Keine ganz leichte Aufgabe für Jan und sein Team, zumal er in gewisser Weise auch etwas persönlicher involviert ist als sonst. Zusätzlich droht auch Jans Vergangenheit ihn einzuholen, denn ein alter Bekannter droht damit, seinen Ruf zu zerstören. Es gibt also gleich mehrere Baustellen, an denen Jan arbeiten muss und nicht immer ist es leicht zu wissen, wen man da ins Vertrauen ziehen kann.
Schön fand ich, dass man auch zu ihm und seiner Vergangenheit jetzt ein Stück mehr erfährt.

Durch die wechselnden Perspektiven hat man wieder die Möglichkeit, beide Protagonisten zu begleiten und zu verfolgen, wie sich bei ihnen die Dinge entwickeln. Viele der Charaktere, die rundrum auftauchen, kennt man inzwischen. Es kommen jedoch auch einige neue dazu, besonders in Jans ehemaliger Heimat, da er auf Leute trifft, die er von früher kennt.
Da Herma und Jan im Verlauf der Geschichte gemeinsam an einer Sache arbeiten, verbinden sich die Handlungsstränge dann auch wieder mehr miteinander.

Einige Passagen sind recht ruhig, in anderen kommt etwas mehr Spannung und Tempo auf. Manche Aspekte waren recht vorhersehbar, wie die Auflösung wer eines der Opfer in dem Grab im Wald ist. Andere Dinge haben sich dann jedoch mit der Zeit schön zusammengesetzt und man wurde auf dem Weg dahin auch mal auf eine falsche Fährte geführt. Nicht immer ist alles, wie es zunächst scheint, das müssen die Protagonisten an verschiedenen Stellen der Geschichte feststellen.

Fazit

Ein guter Krimi, der sich durch die angenehme Klangfarbe des Sprechers gut hören lässt. Manche Abschnitte sind etwas ruhiger, in anderen ist etwas mehr Tempo und Spannung vorhanden, manches ist ein wenig vorhersehbar, anderes setzt sich sehr schön zusammen über die Geschichte. Mir hat der Band wieder etwas besser gefallen als der vorherige.

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