[gelesen] Die Hüterin der Schmetterlinge 4. Das Rätsel der vergessenen Worte von Ruth Rahlff

©Magellan Verlag

Das Rätsel der vergessenen Worte

Hüterin der Schmetterlinge 4
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Ruth Rahlff
Illustration: Isabelle Hirtz
ab 10 Jahren
erschienen 2024
256 Seiten
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Finale in Cornwall

Vierter und letzter Band: Es ist der Abschlussband der Reihe und in den drei vorherigen Büchern ist bereits einiges passiert, was wichtig ist als Vorarbeit, um hier im Finale zusammenzukommen. Kennt man die Vorgeschichte nicht, wird es an einigen Punkten sicherlich schwierig sein, der Handlung und den Zusammenhängen richtig zu folgen, auch wenn es hin und wieder kleine Rückblenden gibt.

So ereignisreiche Ferien hatte Stella wohl noch nie. Sie hat nicht nur neue Freunde gefunden, sie musste als Hüterin der SChmetterline auch einige Herausforderungen meistern, gemeinsam mit ihren Freunden. Drei Schmetterlingsarten konnte sie bereits helfen, doch die geheime Karte zeigt noch einen weiteren Schmetterling, der Hilfe benötigt. Noch weiß Stella nicht, um welche Art es sich handelt, aber das wird sie schon noch herausfinden, da ist sie sicher. Gemeinsam mit ihrer Mutter reist sie nun nach Cornwall, dort soll es ein großes Fest geben, mit den Mitgliedern der Tagfalter- und der Nachtfaltergilde, eine Sensation, wenn man bedenkt, dass die meisten Vertreter bisher kaum miteinander zu tun hatten und sich nicht leiden konnten. Dies soll sich nun endlich ändern, alle müssen zusammenhalten, schließlich haben sie doch ein gemeinsames Ziel: die Falter schützen und unterstützen.
Außerdem hofft Stella darauf, endlich mehr zu ihrem verschollenen Vater herauszufinden. Auch wenn sie Julie nach ihrer letzten Aktion kein Stück mehr über den Weg traut, weiß diese mehr, als sie dem Mädchen bisher erzählt hat. Ob sie nun endlich eine Spur finden wird?

Wie auch in den anderen Bänden begleitet man die meiste Zeit Stella aus der Ich-Perspektive, wodurch man von ihr wieder am meisten Einblicke bekommt und ihre Gedanken und Empfindungen sehr intensiv mitbekommt. Zwischendurch gibt es wieder Kapitel, in denen man mit Victor unterwegs ist, wie bereits im ersten Buch.
Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und leicht verständlich, so dass man der Handlung gut folgen kann.

Schön fand ich, dass man merkt, dass Stella aus manchen Situationen bereits gelernt hat. Sie geht nicht mehr alles im Alleingang an, bezieht ihre Freunde mit ein und bespricht sich besonders beim Thema Julie auch mit den Erwachsenen, um gemeinsam einen Plan zu machen und nicht wieder kopflos vorzupreschen. Da spürt man eine Weiterentwicklung und einen neuen Umgang mit den anstehenden Herausforderungen. Dennoch gibt es im Verlauf der Geschichte auch Situationen, in denen wieder eher unüberlegt und intuitiv gehandelt wird – nicht nur von Stella. Was dann auch mal zu Problemen führt. Da Stella und ihre Freunde alle noch jung sind, ist es aber auch nicht unrealistisch, dass sie nicht sofort alles detailliert durchdenken und immer alle möglichen Schwierigkeiten vorausahnen können. Das kann man ja auch als Erwachsener nicht immer.
Durch die turbulenteren Augenblicke wird das Tempo und die Spannung im Buch zwischendurch angezogen, es gibt aber auch viele ruhigere Pasasgen, in denen mehr geforscht, überlegt und nach Lösungen gesucht wird. Schließlich gibt es hier verschiedene Dinge zu bearbeiten: die Schmetterlinge, die sich ungewöhnlich verhalten und Hilfe brauchen, Julie, die Suche nach Stellas Vater, die Organisation des Festes. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt da nicht, viele Entscheidungen müssen schnell getroffen werden.

Stück für Stück werden die Themen aufgelöst und man erfährt weitere Details und Hintergründe. Ich finde es gut, dass sich nach und nach alles zusammenfügt, es Erklärungen und Auflösungen gibt, manches ging mir irgendwie aber doch ein wenig zu einfach und zu schnell. Auch Stimmungswandel und Einsichten waren manchmal fast etwas einfach, auch wenn es besonders in einem Fall ein wenig magische Unterstützung gab, damit das überhaupt möglich ist. Als Auflösung für eine Kinderbuchreihe finde ich es auch ganz gut gemacht. Insgesamt ist die gesamte Handlung ja auch nur auf wenige Monate angelegt. Der Großteil der Reihe spielt ja in Stellas Sommerferien und auch wenn die in Frankreich länger dauern als in Deutschland, ist es dennoch eine recht kurze Spanne, um sich mit den neuen Aufgaben zurechtzufinden, alles zu lernen, was sie lernen müssen, zu kombinieren, als Team zusammenzuwachsen und alle Herausforderungen anzugehen. Ich persönlich hätte es sogar schöner gefunden, wenn es vielleicht auf ein oder zwei Jahre angelegt gewesen wäre. Dann wäre mehr Zeit für die Erforschung der Rezepte für ihre Tränke gewesen, man hätte sich insgesamt in das Thema mehr einarbeiten und vertiefen können und es hätte nicht alles so Schlag auf Schlag passieren müssen.

Fazit

Ein gutes Finale der Kinderbuchreihe, in dem wieder einiges passiert ist. Stella und ihre Freunde haben sich weiteren Herausforderungen gestellt, gut zusammengearbeitet, ihre Fähigkeiten vereint und so gemeinsam Wege gefunden, um die anstehenden Hürden zu meistern. Auch wenn mir manches doch zu leicht und schnell ging, empfand ich es für den Abschluss einer Kinderbuchreihe nicht als unpassend.

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