[gelesen] Honesty. Was die Wahrheit verbirgt von Franzi Kopka

Rezensionsexemplar

© Fischer

Honesty 1

Was die Wahrheit verbirgt

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Franzi Kopka
erschienen im Febraur 2024
480 Seiten
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hier geht’s zum Verlag
Fischer Sauerländer

Spannende und wendungsreiche Dystopie

Nach der großen Pandemie und einem erbitterten Krieg herrscht in Sestiby vollkommener Frieden. Eine allgegenwärtige KI sorgt für die Bevölkerung. Lügen gehören der Vergangenheit an, genau wie jene Emotionen, die Menschen unbedacht handeln lassen: Misstrauen, Eifersucht oder Wut. Nur Mae spürt diese verbotenen Gefühle – Gefühle, die sie ihr sicheres Leben kosten könnten. Als sie in das Partnerschaftsprogramm der Regierung gesteckt wird, steht sie unter strengster Beobachtung. Sie tut alles, um nicht aufzufliegen, wäre da nur nicht dieser gefährlich attraktive Typ mit den frostblauen Augen, der sie immer wieder provoziert – bis er ihr ganzes Weltbild mit nur einem Satz zum Einsturz bringt. Klappentext: © Fischer

Die dargestellte, dystopische Welt ist total spannend, aber auch sehr erschreckend. Es gibt sehr konkrete, enge Vorgaben für die Bevölkerung, der beispielsweise vorgeschrieben wird, bis wann man verheiratet zu sein hat. Ein Medikament unterdrückt Lügen. Jede/r ist gezwungen, innerhalb weniger Sekunden jede Frage wahrheitsgemäß zu beantworte. Eine KI überprüft sämtliche Aussagen und körperlichen Reaktionen. Auch ein Großteil der Gefühle wird unterdrückt, sodass keine Überreaktionen auftreten können. Wer auffällt oder beim Lügen ertappt wird, wird in den äußersten Ring verbannt.

Für Protagonistin Mae ist jede Interaktion und jede Kommunikation ein Drahtseilakt. Zwar kann sie nicht lügen, ihre Emotionen kochen allerdings manchmal über. Nur Beruhigungsmittel helfen ihr, nicht aufzufallen. Doch die unterdrücken auch alle guten Gefühle.
Das Partnerschaftsprogramm ist mit jeder Menge Tests verbunden, bei denen Mae nicht auffallen darf. Dementsprechend steht sie ununterbrochen unter Druck, bloß keinen Fehler zu machen, was für eine anhaltende Spannung sorgt.

Die Geschichte startet relativ ruhig, wird jedoch mit Fortschreiten der Handlung immer spannender und aufregender. Maes Weltbild gerät gehörig ins Wanken. Erstmal auf die Idee gebracht, dass mit dem Medikament etwas nicht stimmen könnte, fällt es Mae immer schwererer, die Handlungen ihres Umfelds einzuordnen. Sie weiß nicht, wer auf welcher Seite steht und wem sie trauen kann. Und es wird für sie immer schwerer, in ihrer Rolle zu bleiben.

Die Ich-Perspektive gibt Einblick in Maes Gefühlswelt – besonders die Teile, die sie die Außenwelt nicht sehen lassen will bzw. darf. Gemeinsam mit Mae kann man beim Lesen die Wahrheit – oder Lügen? – herausfinden.
Es ist sehr spannend zu verfolgen, wie Mae mit sich kämpft. Einerseits um ihre Emotionen unter Kontrolle zu halten. Aber auch, wie sie versucht, die Ereignisse einzuordnen und die Wahrheit herauszufinden, die ihr so unmöglich scheint. Mit ihren unerwarteten Hintergründen konnte mich die Geschichte mehrfach überraschen. Der Mix aus turbulenten, dramatischen Szenen und den etwas ruhigeren, nachdenklichen oder gefühlvollen Passagen hat mir gut gefallen.

Das Ende macht neugierig auf den nächsten Teil.

Fazit

Das ideenreiches Gesellschaftsbild finde ich ebenso faszinierend wie erschreckend. Die Geschichte bietet einige Wendungen, Lügen und Geheimnisse, die für eine anhaltende Spannung und Dramatik sorgen.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

ö

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5 Gedanken zu „[gelesen] Honesty. Was die Wahrheit verbirgt von Franzi Kopka“

  1. Huhu Anja,
    ich kann dir bei deinem Eindruck nur zu stimmen. Mir hat das Buch so gut gefallen.
    Ebenfalls wie du bin ich auch wegen Gameshow auf Franzi Kopka gestoßen. Honesty war zwar anders, aber es hatte auch den gleichen Sog beim Lesen. Ich freue mich schon sehr auf Band 2. ^^

    Liebe Grüße
    Sarah

  2. Hallo liebe Anja,
    ich habe Honesty auch gerade frisch durchgelesen und war daher gerade sehr gespannt auf deine Meinung zum Buch. Wir scheinen ähnlich begeistert von dem Auftakt. Mir hat die durchgehende Spannung, die durch Maes inneren Konflikt nicht lügen zu dürfen und die Emotionen nicht zeigen zu dürfen, sehr gefallen. Aber auch die geheimen Machenschaften der Führungskräfte haben, so meine Meinung, die Spannung geschürt. Die Liebesgeschichte war gut platziert und hat mir in Zusammenhang mit dem Partnerschaftsprogramm zugesagt.

    Ich hätte gerne gleich den zweiten Band hinten angeschoben.

    Freut mich, dass du auch so eine fesselnde Lesezeit mit dem Buch hattest.

    Liebe Grüße
    Tanja :o)

    1. Hallo Tanja,
      ich hätte auch nichts dagegen gehabt, direkt weiterlesen zu können. Bei den ganzen Verstrickungen und Lügen wird auf jeden Fall ein Reread notwendig sein, um wieder alle Zusammenhänge aufzufrischen. Ich bin auch wirklich sehr gespannt, was Mae noch alles erwarten wird.
      Hast du auch vor, die Liebesromanreihe zu lesen, von der im Sommer der erste Band erscheinen wird?
      Lieben Gruß
      Anja

  3. Huhu Anja,

    ich freue mich wirklich sehr, dass dich die Geschichte so abholen konnte. Das Buch konnte ich auch vor kurzem beenden. Die Idee mit den Veritabs, hat mir sehr gut gefallen. Es war ein interessanter Blickwinkel auf die Wahrheit, Lügen und negative Gefühle. Dennoch hatte es für mich einige Längen. Gerade ab dem Camp habe ich mir gewünscht, dass die Geschichte mehr in die Richtung „Rebellion“ geht oder das häufiger aufgedeckt wird, was bei der Regierung schief läuft. Wie du schon geschrieben hast, war es eher ein ruhigerer Auftakt und ich habe mir einfach etwas anderes gewünscht.

    Ganz liebe Grüße
    Leni

    1. Hallo Leni,
      zwar verstehe ich was du meinst, für mich hat der Handlungsverlauf auf diese Weise aber gut funktioniert. Für Band 2 verspreche ich mir aber auch etwas mehr Tempo, Action und weitere Überraschungen.
      Lieben Gruß
      Anja

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