[gelesen] Nightsky Full Of Promise von Mounia Jayawanth

Rezensionsexemplar

© LYX
Berlin Night 1
Nightsky Full Of Promise
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Mounia Jayawanth
erschienen im Oktober 2021
479 Seiten
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LYX

Reden ist das A und O…

… allerdings beherrschen beide Hauptpersonen die Fähigkeit zur Kommunikation einfach gar nicht.

In der Nacht ihrer Abifeier lernt Sydney den gleichaltrigen Luke kennen. Die beiden verstehen sich super und unterhalten sich bis in den frühen Morgen. Da Luke die nächsten Monate im Ausland verbringen wird, verabreden sie, sich in einem Jahr am selben Ort zu treffen. Sydney wartet vergeblich, aber Luke erscheint nicht.
Als sie sich Jahre später zufällig wiedertreffen, kann Luke sich nicht mehr an sie erinnern. Zu ihrem gebrochenen Herzen gesellt sich nun auch unbändige Wut…

Den Klappentext zum Buch fand ich super spannend. Ich wollte unbedingt wissen, was es mit Lukes Verhalten auf sich hat. Der Start des Buches gefiel mir dann auch sehr gut. Es gab direkt erst mal eine kleine unerwartete Wendung. Doch danach konnte mich die Story leider nicht mehr packen.

Im Moment merke ich immer wieder, dass ich es mich stört, wenn Geheimnisse über das ganze Buch mitgeschleppt werden, aber im Verlauf so viele Andeutungen gemacht werden, dass sie zum Zeitpunkt der Offenbarung schon gar kein Geheimnis mehr sind – aber dennoch so getan wird, als wäre das jetzt alles gerade völlig neu und absolut schockierend.

Genau so ging es mir auch mit dieser Geschichte. Es gibt im Verlauf etliche Hinweise darauf, warum Luke nicht zu dem Treffen erscheinen ist. Immer wieder machen er und sein Umfeld zahlreiche kleine Andeutungen, sodass sich relativ schnell ein nahezu vollständiges Bild ergibt. Bis er es allerdings tatsächlich ausspricht, ist fast das ganze Buch vorbei.
Zusätzlich hat Luke kein einfaches Verhältnis zu seiner Familie. Hohe Ansprüche und regelmäßige Vorwürfe und Zurückweisungen haben sein Selbstwertgefühl in Mitleidenschaft gezogen.

Auch Sydney hat es nicht so mit dem Reden. Jahrelang konnte sie Luke, den sie nur wenige Stunden kannte, nicht vergessen. Als sie ihn wiedertrifft und er sich nicht erinnert, ist sie gekränkt, enttäuscht, todtraurig und wütend. Doch zu einem klärenden Gespräch kommt es nicht. Stattdessen behandelt sie Luke wie einen Aussätzigen.

Und so haben mich beide Figuren mit der Zeit angestrengt: Luke wegen der vielen Andeutungen, ohne dass es endlich ausgesprochen wird. Und Sydney wegen ihres wechselhaften Verhaltens, das für mich oft nicht verständlich war. Weder ihre Vernarrtheit konnte ich nachvollziehen noch dass sie nicht einfach mal das klärende Gespräch sucht, obwohl sie das Thema so sehr belastet. Meistens scheint sie selbst nicht wirklich zu wissen, was sie will, was sich leider in ihren Taten wiederspiegelt.

Leider zieht sich die Geschichte dementsprechend. Die Handlung plätschert vor sich hin, während beide die entscheidenden Themen umgehen. Und wie es so üblich ist, wenn Personen Dinge voreinander verschweigen, folgt unweigerlich irgendwann der große Knall mit reichlich unnötigem Drama.

Gut gefallen haben mir die wechselnden Ich-Perspektiven, sodass man einen Einblicke in die Gefühlswelt beider Charaktere erhält. Lukes Situation fand ich dabei durchaus interessant und konnte auch besser mit ihm mitfühlen.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und anschaulich, sodass sich das Buch halbwegszügig liest. Dennoch ist die Geschichte letztlich für mich zu lang, dafür dass insgesamt doch eher wenig passiert.
Interessant ist dafür die Darstellung vieler Themen, die nahtlos in die Handlung eingewoben werden, wie Zukunftssorgen oder Versagensängste, Sexualität, Rassismus oder Feminismus.

Fazit

Toller Start mit kleiner Überraschungen. Doch weitere unerwartete Momente bleiben aus, da unnötig viele Andeutungen schon lange vor der eigentlichen Offenbarung klar machen, was Luke verbirgt. Dennoch war Luke mir nicht völlig unsympathisch, während ich Sydneys Verhalten oft nicht nachvollziehen konnte. Die Handlung plätschert leider lange ereignislos vor sich hin, bevor es zu vorhersehbarem, absolut unnötigem Drama kommt.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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