[gelesen] Cinder & Ella – Happy End und dann? von Kelly Oram

Rezensionsexemplar

© Bastei Lübbe
Cinder & Ella- Happy End und dann?
Band 2

Autorin: Kelly Oram
erschienen September 2019
526 Seiten
.
hier gehts zum Verlag
one ( Bastei Lübbe)

nicht so emotional und bewegend, wie Band 1

Achtung die Rezension enthält inhaltliche Spoiler in Bezug auf den ersten Band!

Der Weg von Cinder und Ella war bereits im Auftakt sehr holprig, steinig und alles andere als einfach. Als sie nun ihr persönliches kleines Happy End erreicht haben und sie darauf hoffen, ein wenig zur Ruhe kommen zu können, stellen sich bald die nächsten Sorgen und Probleme ein. Mit einem Schlag ist Ella berühmt, alle zerren an ihr, wollen etwas von ihr und das, obwohl sie sich selbst doch eigentlich erst noch ein wenig sortieren müsste. Ob die junge Liebe das überstehen kann?

Nachdem mir der erste Band wirklich super gut gefallen hat, war ich wirklich gespannt, ob Band zwei da mithalten kann. Ich habe auch überlegt, ob ich überhaupt weiter lesen möchte, da der erste Teil auch gut für sich allein hätte stehen können. Und nach dem Lesen bin ich nun noch zwiegespaltener… denn die Fortsetzung konnte nicht mithalten und vielleicht würde man die Geschichte in besserer Erinnerung behalten, wenn man nach dem ersten Band einfach aufhört? Aber das muss am Ende jeder für sich entscheiden. Das Buch war nicht schlecht, aber es war einfach nicht so bewegend und berührend, nicht so intensiv.

Aber nun meine Meinung noch mal etwas detaillierter:
Der Schreibstil der Autorin hat mir wieder gut gefallen. Es liest sich locker und leicht und selbst wenn ich nicht alle Punkte der Handlung nachvollziehbar und gut fand, so wurde ich vom Lesefluss doch nie rausgerissen. Da ich das erste Buch erst vor kurzem gelesen habe, hatte ich auch keine Probleme Anschluss zu finden und konnte gleich wieder gut in das Geschehen eintauchen.
Ella hat seit ihrem Unfall viel durchgemacht und sich endlich wieder ein bisschen aufgerappelt. Nun stehen neue Sorgen und Probleme ins Haus. Probleme, über die sie sich vorher, ohne berühmten Freund, keine Gedanken machen musste. Da wundert es nicht wirklich, dass sie bei manchen Dingen vielleicht zu unbedacht rangeht. Sie ist quasi über Nacht mit Brian zusammen berühmt geworden, daran muss man sich erst mal gewöhnen. Es wird ein ziemlicher Trubel um sich gemacht, sie wird gehypt und überschüttet mit so einigen Sachen. Obwohl ich manches davon schon extrem fand, könnte ich mir sogar vorstellen, dass es in Amerika gar nicht so unrealistisch ist.
Insgesamt entwickelt Ella sich im Laufe der Geschichte aber schon weiter. Es gibt einige ziemlich belastende Dinge in ihrem Leben, die sie auch nicht so leicht gelöst bekommt. Das ist nachvollziehbar und auch realistisch, dass es nicht von heute auf morgen geht. Teilweise haben mir diese Sorgen fast ein wenig zu viel Platz eingenommen, nicht weil ich es nicht nachvollziehen konnte, sondern einfach, weil damit so wenig Raum für all das andere war, was ich mir erhofft hatte. Fakt ist: Ella entwickelt sich, durch verschiedene Erlebnisse und Einflüsse, durch Streitgespräche und Versöhnungen, durch Zuspruch, Ausprobieren und Erfahrungen, die sie macht. Ich fand ihre Entwicklung schön zu verfolgen, auch wenn ich nicht mit allen Punkten hundertprozentig glücklich war und mir einiges doch fast etwas zu lange dauerte.
Brian ist nach wie vor ein toller Charakter. Trotz seiner Berühmtheit ist er in manchen Punkten noch sehr begeisterungsfähig und fast wie ein kleiner Junge. Das macht ihn nur noch sympathischer. Genauso wie sein gesamter Umgang mit all den schwierigen Situationen. Er war für mich ein starker Charakter im Buch.
Auch sehr ins Herz geschlossen habe ich Scott. 🙂 Er ist so eine gute Seele. Vivian und ihre Väter kamen mir leider viel zu kurz.

Manchmal hätte ich in der Handlung ein wenig weniger Drama bevorzugt. Die Beziehung von Cinder und Ella kam mir persönlich in vielen Passagen dann doch zu kurz. So viele Schwierigkeiten, wie da bearbeitet werden müssen, bleibt einfach gar keine Zeit mehr für so richtig intensive Zweisamkeit, Gefühlsduselei und Romantik. Was aber nicht heißt, dass es nicht emotional wird. Die Emotionen kochen immer wieder hoch, auf die verschiedensten Weisen. Mal sind es sehr positive Gefühle, die viel mit Zuneigung, Freundschaft und Liebe zu tun haben, mal spielen eher Wut, Enttäuschung und Frustration eine Rolle. Es ist ein ziemliches auf und ab, wobei man in einigen Abschnitten das Gefühl hat, der Abwärtstrend überwiegt. Irgendwie schade, auch wenn einiges davon schon nachvollziehbar war. Ich hatte einfach auf ein bisschen mehr von der Gefühlsbasis gehofft, die es im ersten Buch gab, das habe ich doch irgendwie vermisst.
Es gibt im Buch ein paar Dauerthemen, die sich durch die Handlung ziehen. Andere Aspekte werden aufgeworfen, manchmal ziemlich hochgeputscht, dann aber gefühlt gar nicht richtig zu Ende gebracht. Eines der Streitthemen war für mich am Ende dann doch zu schnell und zu friedlich wieder gelöst. Ich hatte da zwar auf Versöhnung gehofft, aber eben anders. Ich möchte hier nicht spoilern, deswegen ist es teilweise schwierig so richtig zu erläutern, was ich meine und was mich gestört hat.
Aber trotz all der Kritik möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass es auch wirklich schöne Passagen und berührende Momente, ehrliche Gespräche, Veränderungen bei den Nebencharakteren und neue Chancen für verschiedene Figuren gab.

Fazit

Auch wenn mich die Fortsetzung eher enttäuscht hat, war die Geschichte nicht direkt schlecht. Es war nur einfach nicht das, was ich erwartet und erhofft habe. Ich hätte gern mehr von den Gefühlen aus dem ersten Band gehabt, wieder diese Intensität und Hingabe. Das hat mir doch ziemlich gefehlt. Einige Handlungselemente waren für mich etwas zu viel oder nicht ganz nachvollziehbar, bzw. zu langatmig, andere Passagen waren aber wirklich schön und haben die Entwicklung der Figuren gut gezeigt. Ich bin wirklich zwiegespalten, was ich anderen nun raten würde: Band eins in guter Erinnerung behalten oder Band zwei lesen, um selbst zu erfahren, wie es mit Cinder und Ella weiter geht. Ihre Geschichte weiter zu verfolgen, fand ich schon schön, auch wenn es bei Weitem nicht an Band eins heranreicht.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar im Rahmen der Leserunde.

4 thoughts to “[gelesen] Cinder & Ella – Happy End und dann? von Kelly Oram”

  1. Hey Dana,

    ich habe das Buch in der Leserunde gelesen und kann mich deinen Worten nur anschließen. Ich hatte auch irgendwie nach dem ersten Band mit etwas anderem gerechnet… Es war doch etwas trocken und ich finde, dass die Beziehung zwischen den beiden etwas untergegangen ist. Sehr schade…

    Liebe Grüße
    Charleen

    1. Hallo Charleen,
      es ist auf jeden Fall echt schade. Nachdem Band eins sooo gut war, war es sicher auch schwierig, das wieder aufleben zu lassen. Aber vielleicht hätte man es dann eben einfach lassen sollen. Es wäre, nach meinem Empfinden, auf jeden FAll irgendwie mehr möglich gewesen.
      Lg Dana

  2. Hallo liebe Dana,
    genau den Punkt, den du oben angesprochen hast, nämlich die Frage, ob man nicht besser aufhören soll, wenn es am Schönsten ist, stelle ich mir auch oft beim Lesen von mehrteiligen Büchern, deren erster Band eigentlich in sich abgeschlossen ist. Auch bei Cinder & Ella war ich da skeptisch. Band 1 habe ich als Hörbuch gehört und die Geschichte hat mir richtig gut gefallen. Ich habe mich dann gefragt: Was soll danach noch kommen? Wird der zweite Band in der Lage sein den ersten von den Emotionen her, vom Inhalt her, noch zu toppen? Ich war also auch skeptisch. Ich finde es schade, dass deine Erwartungen hier nicht zu voller Gänze erfüllt worden sind.
    Ganz liebe Grüße
    Tanja

    1. Hallo Tanja,
      ich habe mich das nach dem Lesen des ersten Bandes auch gefragt, war aber neugierig genug, mich an das zweite Buch zu wagen 😉 Es ist ja auch nicht so, dass es sich nicht lesen lässt… aber es hatte einfach nicht mehr so viel von dem Zauber des ersten Bandes. Es standen viele Probleme und Sorgen im Vordergrund, es wurde viel hochgeputscht und dann aber irgendwie doch wieder fallen gelassen, zumindest zum Teil. Schwer das zu erklären, ohne jetzt zu spoilern ^^
      Wenn man neugierig ist, wie es weitergeht, kann man den zweiten Band sicher lesen, wenn man aber wieder so verzaubert werden wollen würde, sollte man es, aus meiner Sicht, vielleicht lieber lassen. 😉
      Lg Dana

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