[gelesen] Für immer heißt nicht für ewig von Jill Hobbs

Rezensionsexemplar

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Für immer heißt nicht für ewig
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Autorin: Jill Hobbs
erschienen Juni 2019
Selfpublishing
348 Seiten, eBook
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hier geht’s zur Autorin
Jill Hobbs/Mirjam H. Hüberli
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emotionale Achterbahnfahrt, sooo schön

Jessie ist seit über zwanzig Jahren verheiratet und hat zwei wunderbare Kinder. Sie alle wohnen in einem schönen Haus und auch gute Freundinnen hat Jessie an ihrer Seite. Klingt alles ziemlich glücklich, gut und stabil? Ja das dachte die Protagonistin auch, bis ihr plötzlich und unvorbereitet der Halt in ihrem Leben genommen wird. Nun steht sie da, allein, entmutigt und ohne all ihre stabilen Pfeiler, die sie vorher hatte. Dass diese Situation auch neue Möglichkeiten und Chancen einräumt, muss Jessie erst nach und nach lernen. Doch dann entdeckt sie Stück für Stück, wie viel das Leben noch für sie bereithält, wenn sie denn bereit ist, es zuzulassen.

Jill Hobbs hat mich mit dem emotionsgeladenen Schreibstil von Beginn an gefangen genommen. Was als fröhliche Reise mit den besten Freundinnen beginnt, endet schnell in einer emotionalen Katastrophe, zumindest für Protagonistin Jessie. Einfach von den Füßen gerissen, steht sie vor den Trümmern ihres bisherigen Lebens und hat keinen Plan, wie es weiter gehen soll. Ihr Schmerz, ihr Leid, die Sorgen, Ängste und Gedanken sind sehr anschaulich und nachvollziehbar dargestellt. Besonders durch die Ich-Perspektive kann man sich gut in die Protagonistin einfühlen, mit ihr weinen, schmunzeln, hoffen und doch wieder Rückschläge erleiden.
Die Autorin nimmt einen mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt durch Jessies Leben. Kaum ist man etwas weiter oben angekommen, raucht der Wagen wieder in die Tiefe und reißt alles mit, was bis dahin an Euphorie und Motivation da war. Doch Jessie kämpft sich immer wieder hoch, fasst neuen Mut, überwindet eigene und innere Grenzen. Ihre „Mutanfälle“ sind wirklich treffend formuliert, authentisch und so schön zu verfolgen. Allgemein fand ich besonders gelungen, dass es nicht überzogen oder übertrieben unrealistisch wird. Sicherlich wird es nicht jedem so ergehen, wie Jessie, aber auch das reale Leben ist ja bei jedem Menschen anders. Dennoch kann man sich vorstellen, dass es eben genauso kommt, wie es beschrieben ist, mit einer Portion Glück und Durchhaltevermögen.

Jessica ist aus meiner Sicht keine dieser klassischen Helden-Protagonistinnen. Sie weiß nicht immer, was sie machen soll, sie reagiert auch mal „falsch“ oder über, zieht sich zurück, obwohl sie Zuspruch braucht, zweifelt, weint, verliert die Hoffnung, rappelt sich wieder auf, um erneut zu fallen. Sie ist nicht von Beginn an stark und selbstsicher, denn die Ereignisse zerstören alles, was sie bis dahin hatte, was sie glaubte zu haben und was sie für sich und ihre Zukunft wollte. Doch genau diese Konstellation hat mir an ihr so gut gefallen. Sie könnte eben tatsächlich die Nachbarin von nebenan sein, bei der es gerade drunter und drüber läuft, die nicht schon mit der Geburt irgendwelche Überfliegergene hatte und dennoch an ihrem Leben arbeitet und es auf die Reihe bekommt. Jeder ist besonders und jeder kann es schaffen, wieder aufzustehen. Keine Frage, man benötigt dazu auch Unterstützung bzw. es ist mit Hilfe etwas leichter, da kommen im Buch dann Jessies Freundinnen, die wohl unterschiedlicher nicht sein könnten, und ihre Kinder ins Spiel.

Fazit

Ein wahrlich gelungener, emotionsgeladener Roman, der einen auf eine Achterbahnfahrt durch Jessies Leben mitnimmt. Auf und ab, um die nächste Kurve und doch wieder vor einer Überraschung stehen, gerade etwas Mut gefasst haben und dann den nächsten Schock bekommen – das alles bekommt man im Buch präsentiert. Aber es gibt auch viele wundervolle, einfühlsame, positive Momente. Ich habe das Buch als sehr lebensbejahend, mut- und kraftspendend, aber auch nachdenklich stimmend empfunden. Ich war sehr empfänglich für den Schmerz der Protagonistin, für ihren Kampf zurück ins Leben und all die leisen Zwischentöne.

Ich danke an die Autorin für das vorab bereitgestellte Rezensionsexemplar.

2 thoughts to “[gelesen] Für immer heißt nicht für ewig von Jill Hobbs”

  1. Liebe Dana,

    was für eine wundervollen Rezension. Du klingst ja wirklich riesig begeistert von dem Buch. Ich kannte die Geschichte bisher noch nicht. Werde das Buch aber definitiv auf die Wunschkliste setzten, denn es klingt wirklich toll.

    Liebe Grüße
    Jenny

    1. Hallo Jenny,
      die Geschichte noch nicht zu kennen, war sicher nicht so ungewöhnlich, sie ist ja erst letzte Woche erschienen 🙂
      Mich hat das Buch komplett erreicht und mitgenommen, ich war auch genau in der richtigen Lesestimmung 😀 Ich habe insgesamt schon viele positive Meinungen zum Buch gehört, von daher hat es bestimmt einen Platz auf deiner Wunschliste verdient 🙂
      Lg Dana

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