[gelesen] Ostfriesenfalle von Klaus-Peter Wolf

©Fischer-Verlag
Ostfrisenfalle
Ann Kathrin Klaasen-Reihe Band 5
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Autor: Klaus-Peter Wolf
erschienen März 2011
448 Seiten, eBook
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Fischer-Verlag
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komplexer, spannender Krimi

Es ist zwar der fünfte Fall für Ann Kathrin Klaasen, man benötigt allerdings nicht unbedingt Vorwissen. Die Kriminalfälle sind in jedem Buch neu und da auch ein großer Punkt in den „privaten Ermittlungen“ im letzten Band abgeschlossen wurde, bleibt nicht so viel offen, was nun fortgesetzt wird. Die Ermittlergeschichten gehen kontinuierlich weiter, wichtige Aspekte werden aber auch noch mal in die Handlung eingebunden.

Ein vor drei Jahren gestorbener Mann taucht plötzlich in New York wieder auf. Klingt verrückt und unwahrscheinlich? Vielleicht. Aber was, wenn sich die Zeugen sicher sind, die Eltern des Verstorbenen jedoch ebenfalls glaubhaft versichern, ihr Sohn sei Tod. Komplett, Intrige, Verwechslung, Doppelgänger? All das muss Ann Kathrin herausfinden und stolpert dabei in einen Fall, der viel größere Ausmaße annimmt, als zunächst angenommen.

Ich mag den Schreibstil von Klaus-Peter Wolf sehr gern. Es ist spannend und durch die Wechsel in den Perspektiven bekommt man immer wieder neue Handlungsstränge präsentiert, die man parallel begleiten kann. Viele Elemente haben eine Verknüpfung zueinander, bedingen oder beeinflussen sich, teilweise ohne dass man es sofort weiß. Dadurch wird die Handlung komplex und verzwickt. In diesem Buch hat mir die Mischung aus privaten Belangen, den Kriminalfällen und dem Zusammenspiel von verschiedenen Geheimnissen und Intrigen richtig gut gefallen. Die Perspektivwechsel erhöhen zusätzlich die Spannung und das Tempo in der Geschichte. Man fiebert dem zurückblenden entgegen, fragt sich, die die Handlungsstränge zusammenhängen, ob es überhaupt eine Verbindung gibt.
Umso weiter man in der Geschichte voranschreitet, umso mehr Enthüllungen gibt es. Teilweise ist es richtig erschreckend, was da ans Licht kommt, gibt dem Buch aber auch noch mal eine ganz andere Wendung und zusätzlichen Nervenkitzel. Da die Verbrechen in diesem Buch recht vielfältig und breit gefächert sind, gibt es viel Grausames zu erleben. Trotzdem waren die Kapitel aus Sicht der Kriminellen spannend zu verfolgen, wenn auch teilweise etwas blutig und brutal.

Wodurch im vorangegangenen Band ein sehr wichtiger Punkt im Leben von Ann Kathrin abgeschlossen werden konnte, ist es bei ihr in dem Bereich etwas ruhiger. Ich empfand es als angenehm, weil mich das vorher ja stellenweise auch etwas vom Fall abgelenkt hat. Nun haben andere Charaktere die Möglichkeit, mehr in den Fokus zu rücken. Dabei spielt Ann Kathrin weiterhin eine Rolle, aber eben auf eine andere Weise. So lernt man weitere Figuren noch besser und von anderen Seiten kennen, was auch Einfluss auf die Ermittlungsarbeit und das Zusammenspiel unter den Kollegen hat. Und selbst auf den privaten Ebenen gibt es einige Andeutungen, die einen Grübeln und Rätseln lassen – wirklich gut gemacht, dass man nicht nur im Rahmen der Verbrecherjagd mitfiebert, sondern auch in diesen Bereichen Vermutungen anstellt, die nicht immer richtig sein müssen.
Man wird im Verlauf der Geschichte so einige Male in die Irre geführt. Anderes zeichnet sich so nach und nach zwar ab, aber das komplette Ausmaß erfährt man dann erst kurz vor Schluss. Und auch wenn man hofft, dass Vieles davon so vielleicht nicht real ist, ist vermutlich viel mehr möglich, als wir uns eingestehen wollen, was die Handlung umso schockierender macht.

Fazit

Ein spannender, komplexer Kriminalfall, der von Beginn an viele verschiedene Handlungselemente miteinander kombiniert. Viele Verstrickungen, Intrigen, Geheimnisse, Mitwisser und Beteiligte machen die Handlung vielfältig, facettenreich, aber auch erschreckend. Die Mischung aus privaten Ereignissen und den Ermittlungsarbeiten hat mir richtig gut gefallen.

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