Rezension: Kasie West – PS: Ich mag dich

 ©Carlsen

PS: Ich mag dich

Autorin: Kasie West
erschienen Juli 2017
Verlag: Carlsen
ISBN:  978-3-551-58366-6
süße Geschichte

Lilys Welt ist die Musik. Nirgendwo trifft man sie ohne
ihr Notizbuch an. Selbst in der Schule legt sie das Buch nur zur Seite, wenn es
sich nicht vermeiden lässt. Unliebsame Fächer, wie Chemie, werden intensiv zum
Texten und Festhalten von Ideen genutzt. Als sie daraufhin von ihrem Lehrer
dazu verdonnert wird, jeden Tag nach der Stunde ihre Mitschriften vorzulegen,
die sie nur auf einem losen Blatt machen darf, ist das für sie der absolute
Horror. Der Unterricht zieht sich endlos in die Länge und es fällt ihr immer
schwerer, sich für das Fach zu motivieren, bis sie durch einen Zufall einen
Brieffreund bekommt, der ihr den Unterricht versüßt und bald alles auf den Kopf
stellt.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig. Ich hab
mich schnell wohl gefühlt und konnte mich durch die sympathische Protagonistin
und die lockere Erzählweise gut in Lily hineinversetzen. Man wird beim Lesen
ein wenig an die Zeit zurückerinnert, in der man selbst im Unterricht kleine
Briefe geschrieben hat, die dann heimlich durch die Klasse wanderten, „ohne“
dass es der Lehrer mitbekam. Das hat man zumindest gehofft, geklappt hat es
leider nicht immer. An einigen Stellen ist die Handlung fast ein wenig zu
kitschig und niedlich für meinen Geschmack, aber sie hat mir trotzdem gut
gefallen und ich bin momentan auch in der richtigen Stimmung, um solche Bücher
zu lesen.
Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive von Lily
geschrieben, so dass man immer nah bei der jungen Protagonistin ist und ihre
Entwicklung gut verfolgen kann. Ihre Denkweise und Herangehensweise verändert
sich im Verlauf des Buches, denn die Dinge, die sie erfährt und die sie für
sich ordnen muss, bringen ihre bisherige Ansicht gehörig ins Wanken.
Ihre Leidenschaft für die Musik ist auf vielen Seiten
stark zu spüren. Sie lebt für das, was sie da tut bzw. gern tun möchte, wofür
ihr manchmal aber noch die nötige Zeit, der Mut oder die Inspiration fehlt. Als
sie durch ein paar Liedzeilen an einen Brieffreund kommt, geht ihr auch das
Texten leichter von der Hand. Möglicherweise würden die Songs im englischen
noch etwas schöner klingen, aber mir haben die Übersetzungen gut gefallen, weil
die Inhalte der Lieder schön aussagekräftig sind und gut wiederspiegeln, was
Lily bewegt und was sie versucht aus ihren Gesprächen mit Mr. X zu verarbeiten.
Lily ist in vielen Punkten ein recht typischer Teeny. Sie
hat Stimmungsschwankungen, schwärmt für Jungs, die teilweise aber unerreichbar
sind, tauscht ziemlich alle Geheimnisse mit ihrer besten Freundin aus und zankt
sich auch mal mit Geschwistern und Eltern. Wer kennt das nicht selbst aus
seiner Jugend? Ihre Kreativität, die sie nicht nur in der Musik, sondern auch
in ihrer Kleidung auslebt, macht sie auf jeden Fall besonders.
Ein wenig vorhersehbar ist die Geschichte schon. Obwohl
Lily lange nicht weiß, mit wem sie da schreibt, war es für mich schon recht
früh klar, wer es höchstwahrscheinlich sein wird. Das hat mich beim Lesen nicht
so gestört. Insgesamt ist es wirklich eine niedliche Geschichte, die einen ab
und an zum Nachdenken bringt, aber größtenteils eher eine schöne, lockere
Unterhaltung darstellt – so habe ich es zumindest empfunden. Das Katz- und
Mausspiel zwischen den beiden Protagonisten ist schön zu verfolgen, entlockt
einem immer wieder ein Schmunzeln und erinnert vielleicht auch an eigene
Situationen, die man mal erlebt oder an anderen beobachtet hat.
Eine schöne Geschichte, die mit dem lockeren, leichten
Erzählstil, den sympathischen Charakteren und einer ordentlichen Portion Musik,
in Verbindung mit Kreativität punkten kann. Da möchte man glatt selbst noch mal
zur Schule gehen und sich über geheimnisvolle Botschaften freuen – wenigstens
für 1-2 Tage. 😉

5 thoughts to “Rezension: Kasie West – PS: Ich mag dich”

    1. Hallo Anja 🙂
      Na viel länger als ein paar Tage würde ich das da vermutlich nicht mehr aushalten 😀 Aber wenn man das so liest…ich wurde so zurück erinnert 😉 Da könnte man ja noch mal jung sein wollen, wenigstens kuzr 😀
      LG

  1. Hallo liebe Dana,

    ich mochte dieses Buch unheimlich gerne. Natürlich war nicht alles unvorhersehbar, aber diese süße Art und Weise war einfach zum niederknien. Ich mochte die Entwicklung, die Charaktere und die Geschichte an sich. Hier kann man sich definitiv wohlfühlen.

    Liebe Grüße, Toni

    1. Hallo Toni,
      mich hat das vorhersehbare jetzt auch nicht sooo sehr gestört. Aber gleich zu Beginn kam mir der richtige Gedanke. Der Weg, wie es sich dann entwickelt, ist auf jeden Fall toll zu verfolgen und so süß! Das wärmt einen echt das Herz. 🙂

      LG Dana

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