Rezension: Lilyan C. Wood – Devils Daughter – Thron der Verdammnis

 ©Dark Diamonds

Thron der Verdammnis
Devil’s Daughter 2

Autorin:Lilyan C. Wood
erschienen Oktober 2017
Verlag: Dark Diamonds
ISBN:  978-3-646-30060-4
„teuflische“ Fortsetzung mit kleinen Schwächen
Da es sich um eine Fortsetzung handelt, kann meine
Rezension Spoiler in Bezug auf den ersten Band enthalten. Einige Details werden
noch mal aufgegriffen, insgesamt ist es aber sicher günstiger, die Reihe von
Beginn an zu lesen, damit man die Zusammenhänge und Entwicklungen wirklich
verstehen kann.
Die letzten Jahre waren für Lucia und Fero aufregend,
ereignisreich und größtenteils so, wie sie es sich am Ende vom Auftaktbuch wohl
erhofft hatten. Nun wird eine neue Zeit eingeläutet, die viele Veränderungen
mit sich bringt, für alle Seiten.
So ruhig und entspannt, wie Lucia sich gern im Reich
ihres Vaters einleben wollte, wird es dann aber nicht. Es lauern schon die
nächsten Gefahren und Bedrohungen, die es wahrlich in sich haben.

Obwohl das Buch eine ganze Weile nach dem ersten Band
ansetzt, hat man nicht wirklich das Gefühl, sehr viel verpasst zu haben. Den
Übergang gestaltet die Autorin sehr angenehm und passend. Man bekommt einen
kurzen Überblick über die Dinge, die in „unserer Abwesenheit“ geschehen sind
und steigt dann in die aktuelle Handlung ein.
Hin und wieder gibt es Rückblenden, die dabei helfen,
Erinnerungen aufzufrischen. Sollte man das erste Buch nicht kennen, könnte es
aber schwierig werden, alle Zusammenhägen und Querverweise wirklich zu
verstehen. Vermutlich kann man sich in Band zwei aber trotzdem wohlfühlen.
Da die Schauplätze sich die meiste Zeit in der Unterwelt
befinden, öffnet sich eine fremde Welt, in die man nach und nach eintaucht. Mit
Magie und Feuer scheint fast nichts mehr unmöglich zu sein und Lucia testet
sich nur zu gern aus, um an ihren Aufgaben zu wachsen und stärker zu werden.
Doch die neue Umgebung ist ihr manchmal auch ein wenig unheimlich. All die
verlorenen, düsteren Seelen, die hinter den Feuergittern gefangen sind und sich
bemühen, Lucia auf ihre Seite zu ziehen, können einem schon ziemlich Furcht
einflößen.
Durch die Ich-Perspektive von Lucia bekommt man einen
sehr intensiven Einblick in ihre Entwicklung, ihre Emotionen, Ängste, Hoffnungen
und Gedankengänge. Viele Figuren aus dem ersten Buch spielen wieder eine
wichtige Rolle und sind häufig an Lucias Seite. Die neuen Charaktere stehen
nicht alle auf Lucias Seite, dadurch wird aber noch mehr Abwechslung in die
Geschichte gebracht.
Auch wenn es nie wirklich langweilig wird, waren mir
einige Passagen etwas zu langatmig. Es geht hin und her, vor und zurück, die
Figuren drehen sich im Kreis, beraten, grübeln, philosophieren, probieren sich
aus, verwerfen und schreiten erneut voran. Ja es passiert irgendwie viel, aber
auf der anderen Seite ging es mir teilweise nicht schnell genug. Vor allem weil
die Situation so brenzlig ist und es eigentlich zunehmend turbulenter und
temporeicher wird. Trotzdem hatte ich zwischendurch den Eindruck, die
Charaktere bremsen sich und das Geschehen etwas aus und das hat meinen
Lesefluss ein wenig gestört.
Eine feurige Fortsetzung, die einem die Hölle ml auf eine
ganz andere Weise präsentiert. Bereits im ersten Band hat es mir gut gefallen, dass
die Rollen von Engeln und Teufeln anders verteilt sind, als man sie sonst
meistens vorfindet. Leider wirkte die Handlung auf mich gegen Ende ein wenig
wie Wettrennen mit angezogener Handbremse – hier hätte ich persönlich mir
einfach die volle Ladung Turbulenzen gewünscht, wie sie sich ja eigentlich auch
in der Geschichte andeuten.

Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte
Rezensionsexemplar!

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