Rezension: Laura Kuhn – We could be heroes

 © Impress

We could be heroes

Autorin: Laura Kuhn
erschienen Juli 2017
Verlag: Impress
ISBN:   978-3-646-60320-0
viel Gefühl, schöne Geschichte
Ein Umzug in eine andere Stadt oder sogar aufs Land, kann
alles verändern. Manchmal macht es die Dinge einfacher, weil man noch mal von
vorn beginnen kann, manchmal hilft es aber auch nicht, nur vor seinen Problemen
weg zu laufen. Lou ist zunächst froh, dass sie etwas Abstand zu ihrem alten
Leben bekommt. Eine neue Schule, neue Umgebung, neue Chancen und trotzdem  ist nicht alles so leicht, wie sie es sich
gewünscht hätte. Überrannt von ihren Gefühlen, beginnen erneut die Herausforderungen
der Liebe.

Der Schreibstil von Laura Kuhn ist sehr angenehm, flüssig
und mitnehmend. Durch die Ich-Perspektive ist man Protagonistin Lou von Beginn an
nah. Während der Geschichte erlebt man ihre Gedankengänge und die oft
aufgewühlten Gefühle intensiv mit. So ist man als Leser immer besser
informiert, als die Personen in ihrer Umgebung, auch wenn sie sich nach und
nach ihren guten Freunden bzw. ihrem Bruder anvertraut. Mir war Lou schon nach
kurzer Zeit sehr sympathisch. Ihre Gedankengänge, Zweifel und Ängste sind
nachvollziehbar. Ich find es schön, wie sie sich in der neuen Umgebung anpasst,
sich entwickelt und sich dabei selbst treu bleibt.
Der Umzug hat zwar Abstand zu der jungen Dame gebracht,
die zunächst für Lous Herzrasen verantwortlich war, aber leichter wird es
dadurch nur bedingt. Man kann sich gut vorstellen, dass es schwer fällt, die
beste Freundin zurück zu lassen und sich sein Leben neu aufzubauen, wenn man
immer noch so belastet ist von den Sorgen und Zweifeln.
Lou versucht, mit ihren Emotionen zu Recht zu kommen und
sich auf die neue Schule zu konzentrieren, doch auch dort trifft sie bald auf
jemanden, der sie nachhaltig durcheinander bringt- emotionales Chaos
vorprogrammiert.
Neben der Ich-Perspektive von Lou gibt es immer wieder
kursiv geschriebene Einschübe, bei denen zunächst nicht aufgedeckt wird, von
wem sie stammen. Recht schnell wird jedoch klar, um wen es sich dabei handeln
muss.  Diese Passagen geben eine gute
Ergänzung zu Lous Erzählungen und geben noch mal einen anderen Blick auf die
Handlung.
Besonders ins Herz geschlossen habe ich auch Lous Bruder.
Die beiden haben ein sehr inniges Verhältnis zueinander und kennen sich zu gut,
als dass sie lange etwas vor dem anderen verbergen könnten. Dieser liebevolle Umgang
hilft in vielen Lagen, aber die Geschichte zeigt auch, dass es Punkte gibt, an
denen eine Geschwisterbeziehung ihre Grenzen hat.
Zusätzlich zu den immer wieder emotional aufgewühlten
Momenten, geht es auch viel um Freundschaft, die „Problematik“ Outing,
Vorurteile, die Tücken von Kommunikation und den alltäglichen Schulwahnsinn,
den man als junger Mensch meistern muss, während man doch eigentlich grad ganz
andere Sorgen hat. So entsteht eine schöne und authentische Mischung, bei der
man sich gut vorstellen kann, dass sie so oder so anders schon das eine oder
andere Mal tatsächlich abgelaufen ist.
Eine schöne Geschichte, die ans Herz geht. Ich habe Lou
gern begleitet auf ihrer emotionalen Reise zur Selbstfindung. Auch wenn einige
Dinge vorhersehbar waren, war es nicht langweilig.

Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte
Rezensionsexemplar!

One thought to “Rezension: Laura Kuhn – We could be heroes”

Schreibe einen Kommentar

(Kommentare werden von uns freigeschaltet.)

Mit dem Absenden des Formulars werden deine Nachricht sowie dein Name und deine Webseite (freiwillige Angaben) gespeichert. Weitere Informationen findest du in der Datenschutzerklärung.