[gelesen] Die silberne Königin von Katharina Seck

Die silberne Königin


Autorin: Katharina Seck
erschienen Oktober 2016
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-20862-3
© Bastei Lübbe
erst düster, dann kitschig, dann dramatisch – Wintermärchen für kalte Tage

Die 24-järhige Emma lebt in Silberglanz, einem Land, in dem
dauerhaft Winter herrscht. Das Leben ist für die Menschen beschwerlich, nicht
wenige finden im Schnee ihren Tod. Mit ihrer neuen Anstellung in der
Chocolaterie von Madame Weltfremd sichert Emma sich ihr Einkommen für warme
Mahlzeiten. Als die Madame beginnt, ihr das Märchen der silbernen Königin und
des Frostprinzen zu erzählen, sieht Emma ihr Land mit neuen Augen. Und schwebt
plötzlich in großer Gefahr…
Die Geschichte beginnt eher ruhig. Aus der personalen Sicht
von Emma erfährt der Leser, wie die Menschen in Silberglanz leben, wie sie ums
Überleben kämpfen und wie Emma ihr Leben im ewigen Winter meistert. Es bilden
sich die ersten offenen Fragen, große Spannung kommt aber noch nicht auf.
Dafür finde ich die entworfene Welt aber bereits unglaublich
faszinierend. Die Stimmung ist düster, bedrohlich und ungemütlich. Was ist nur
in diesem Land passiert, dass der Winter eingekehrt ist und die Menschen den
Sommer nur noch aus Legenden kennen?
Mit Fortschreiten des Märchens, das Madame Weltfremd Emma
erzählt, wird deutlich, dass es eine Verbindung zu Emmas Leben gibt. Plötzlich
häufen sich mysteriöse Ereignisse. Und auch die Geschichte des Landes erscheint
in einem neuen Licht. Nun beginnt auch die Spannung zu steigen, die Handlung
zieht sich aber leider immer noch ein wenig.
Manche Ereignisse sind vorhersehbar, die unerwarteten
Momente und Wendungen überwiegen allerdings. Spätestens ab der Hälfte konnte
mich die Geschichte komplett fesseln – eigentlich sogar beide, denn in der
märchenhaften Story wird ja ein weiteres Märchen erzählt und in beiden
Geschichten darf man mitfiebern, wie es den Figuren ergehen wird und wie die
Fäden am Ende zusammen laufen.
Dabei gibt es viele nachdenkliche Momente – über Familie,
die Liebe, die Einsamkeit und was sie aus einem Menschen machen kann.
Leider nimmt die Handlung im letzten Drittel einen etwas
kitschigen Verlauf, der nicht so richtig zur Atmosphäre passt und zum Glück mit
einer großen Portion Dramatik, die danach folgt, wieder etwas in Vergessenheit
gerät. Grade noch mal gut gegangen, ich hatte zwischenzeitlich mit einem
Ausgang gerechnet, der mir gar nicht gefallen hätte.
Eine Kleinigkeit bleibt für mich dann am Ende leider
trotzdem noch unaufgelöst, ansonsten werden beide Geschichten für mich
zufriedenstellend abgeschlossen.
Spannendes Märchen im Märchen. Die silberne
Königin
erzählt zwei Geschichten, die zu einer verschmelzen und den Leser
in eine düstere, faszinierende Welt entführen. Der Anfang hätte etwas
spannender sein können, doch dann konnte mich das Buch fesseln.

Ich danke dem Verlag für das via NetGalleybereitgestellte Rezensionsexemplar.

6 thoughts to “[gelesen] Die silberne Königin von Katharina Seck”

    1. Huhu,
      ja, für mich gab es diese eine Passage, da war es mir einfach zu viel. Zu viel Gefühlsduselei, dafür, dass die Geschichte davor zwar durchaus emotional war, dies aber auf eine andere Art.
      Aber dass jeder Geschichten anders liest, macht es ja zum Glück so spannend 🙂
      LG anja

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