[gelesen] Finsterherz (Midnight Eyes 2) von Juliane Maibach

Finsterherz
Midnight Eyes 2


Autor: Juliane Maibach
erschienen Juni 2015
ISBN: 978-3000496301
©
schwächer als Band 1 – trotz spannender Grundhandlung
langatmig

Band 2 einer Reihe – inhaltliche Spoiler zum Vorgänger
vorhanden!
Eigentlich ist Emily glücklich mit Ray. Doch die Worte der
Wächterkatze, dass ihre Beziehung ihn ins Unglück stürzen wird, nagen an ihr, besonders
als eine Wahrsagerin das drohende Unglück bestätigt. Als Emily dann beginnt,
Dinge zu sehen und zu hören, die um sie herum niemand sonst wahrnimmt,
beschließt sie, Ray zu verlassen. Von nun an ist sie allein – gefangen in ihren
Albträumen…
Die Geschichte setzt wenige Wochen nach den
Ereignissen des Vorgängerbandes, Schattenträume, an. Es ist auf jeden Fall
sinnvoll, die Vorgeschichte zu kennen. Rückblicke dienen eher als
Erinnerungshilfen und ermöglichen es vermutlich nicht, die Dämonenwelt und all
ihre Regeln zu verstehen.
Der Erzählstil wird beibehalten. Emily ist die
Ich-Erzählerin der Geschichte. Sie führt den Leser durch das Geschehen, gibt
ihre Sicht der Dinge und ermöglicht dabei tiefe Einblicke in ihre Gedanken und
vor allem ihre aufgewühlten Gefühle. Sie ringt mit sich, zweifelt, hadert und
verwirft zuvor getroffene Überlegungen – all das ist sehr nachvollziehbar dargestellt
und der Leser kann mit Emily in den schweren Stunden mitfühlen. Allerdings
nehmen gerade ihre Gedanken zur Beziehung mit Ray einen großen Raum ein und
Emily beginnt schnell, sich im Kreis zu drehen, sodass sich ihre Gedanken
mehrfach wiederholen.

Unterbrochen wird Emilys Erzählung mehrfach von kurzen
Passagen aus der personalen Sicht um sie agierender Figuren. Dadurch bekommt
der Leser kleine Einblicke, was außerhalb Emilys Wahrnehmung passiert und was
in anderen Figuren vor sich geht. Dabei sind die Passagen teilweise so kurz und
mysteriös gehalten, dass sie viele Fragen aufwerfen, was beispielsweise Emilys
und Rays Gegenspieler planen.
In diesem Band fehlte mir ein wenig Tempo. Es sind durchaus spannende
Momente vorhanden, richtig dramatisch und ereignisreich wird es allerdings erst
im letzten Drittel. Vorher zog es sich für mich ziemlich. Ereignisse
wiederholen sich ebenso wie Emilys Gedanken. Es geht nicht wirklich voran.
Emily durchlebt wieder und wieder Situationen, die sich schwer einordnen
lassen und die Schülerin zur Verzweiflung trieben.
Die aufregenden Schlusspassagen versöhnen etwas mit dem
zähen Verlauf. Auch mit dem Schreibstil haderte ich diesmal etwas, da sich
einige Formulierungen mehrfach wiederholen.
Am Ende ist, wie schon im Vorgänger, wieder ein
Handlungsstrang abgeschlossen und die zugehörigen Fragen beantwortet. Der
Epilog gibt allerdings schon einen Ausblick, welche Figuren und Fragen im
letzten Band von Bedeutung sein könnten – da ich damit teilweise schon in
diesem Buch gerechnet hatte, bin ich nun sehr gespannt, wie die Geschichte
ausgeht.
Ich bin zweigespalten. Ich mag die Figuren und die
Geschichte an sich. Aber über weite Strecken empfand ich die Handlung als zäh,
es ging einfach nicht voran. Stattdessen gab es Wiederholungen von Gedanken und
ähnliche, wiederkehrende Ereignisse. Der Schluss bot die erwartete Spannung und
Dramatik und lässt mich voller Hoffnung auf den Trilogieabschluss zurück.

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