[gelesen] Bernsteintränen von Izabelle Jardin

Bernsteintränen
Autor: Izabelle Jardin
erschienen November 2015
ISBN: 978-1503953895

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romantisch schön

Nach der Trennung von ihrem Freund, ist Nicola nicht wirklich traurig über die Bitte ihres Chefs, über den Jahreswechsel nach Polen zu fahren, um ein Baugelände zu begutachten. Doch schon der Weg ins verschneite Zielgebiet gestaltet sich schwierig und nachdem auch noch die ortsansässige Pension geschlossen ist, landet Nicola im Haus des Arztes Marcin, der auf dem Gelände lebt, welches ihre Firma kaufen will. Die sonst so zielorientierte Geschäftsfrau, die sich kaum Ablenkung erlaubt, gerät nach einem unerwarteten Fund, der ihr eine Reise in die Vergangenheit erlaubt, und nicht zuletzt auch durch ihren Gastgeber, in einen Strudel aus verschiedensten Gefühlen, der ihr bisheriges Lebensmodell gehörig auf den Kopf stellt…

Nicola ist eine selbstbewusste Geschäftsfrau. Von klein auf wurde ihr eingetrichtert, sie solle sich durch Gefühle nie von ihrem beruflichen Weg abbringen lassen. Dadurch wirkt Nicola nach außen hin oft kalt und unnahbar. Doch im Verlauf der Handlung zeigt sie auch eine sehr gefühlvolle Seite. Die Entwicklung, die sie durchmacht, ist nachvollziehbar und sehr anschaulich geschildert.

Auch Marcin trägt seine Dämonen mit sich herum. Nicht zuletzt sein veraltetes Bild über die Geschlechterrollen macht es ihm nicht immer einfach, mit der toughen Nicola umzugehen. Dadurch liefern sich beide manch witzigen Wortwechsel. Letztlich muss auch er seine selbst auferlegten Regeln überdenken.

Der Erzählstil hat mir den Einstieg ins Buch ein wenig erschwert. Im Vergleich zu vielen anderen Büchern sind die Sätze deutlich komplexer und die Sprache mit einigen Fremdwörtern bestückt, sodass ich den Text zunächst als nicht so leichtgängig empfunden habe. Nachdem ich mich aber in den Stil hineingefunden hatte, ließ sich die Geschichte flüssig lesen. Viele anschauliche Beschreibungen ermöglichen es, sich besonders die eindrucksvolle polnische Schneelandschaft vorzustellen.

Die Handlung ist abwechslungsreich und gefühlsgeladen. Doch so gut mir die vielfältigen Emotionen gefallen haben, habe ich im ersten Drittel die Überraschungen vermisst. Der Verlauf war interessant, aber recht vorhersehbar. Dann kam die erhoffte, unerwartete Wendung, die dem Buch noch mal eine neue Richtung und noch mehr Gefühl gegeben hat. Doch auch danach geschah wieder vieles, wie erwartet.

Insgesamt treffen mir im Verlauf der Handlung ein paar zu viele Zufälle aufeinander, was die Geschichte letztlich ein wenig konstruiert erscheinen lässt.

Nichtsdestotrotz hat es Spaß gemacht, Nicolas Reise und die inneren Kämpfe zu verfolgen.

Besonders spannend sind auch die Rückblicke in die Vergangenheit, die die laufende Handlung immer wieder unterbrechen. Die Kriegsszenen sind sehr atmosphärisch geschildert. Hier und da bleiben in den angerissenen Handlungssträngen allerdings Fragen offen, zu denen mich die Antworten noch interessiert hätten.

Fazit

Obwohl der Verlauf insgesamt relativ vorhersehbar ist, konnte mich die Geschichte in ihren Bann ziehen. Es macht Spaß, die sympathischen Charaktere, die ihre inneren Dämonen überwinden müssen, zu begleiten. Gefallen hätten mir ein paar mehr überraschende Wendungen anstelle der vielen ‚Zufälle’.

Vielen Dank an die Agentur Zucker und amazon publishing für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

3 Gedanken zu „[gelesen] Bernsteintränen von Izabelle Jardin“

  1. Huhu liebe Anja,
    Ich kann dir voll zustimmen, die Story ist echt schön, ich musste auch manchmal schmunzeln, aber die vielen Fremdwörter haben mich auch im Lesefluss gestört. Vor allem, da ich bei ein, zwei echt nachschlagen musste. Das passt irgendwie nicht zu der Story. Ärzte müssen nicht zwangsläufig so reden, oder?

    Liebe Grüße vom Lesemonsterchen Dani

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