[gelesen] Changers 1: Drew von T. Cooper und Allison Glock

Changers – Band 1
Drew

Autoren: T Cooper, Allison Glock-Cooper

erschienen Februar 2015
Verlag: Kosmos
ISBN: 978-3-440-14362-9

 © Kosmos

der steinige Weg von Ethan zu Drew

An seinem ersten Highschooltag wacht der 14-jährige Ethan
als Mädchen auf. Seine Eltern erklären dem verstörten Teenager, dass er ein
Changer ist und in den folgenden Jahren insgesamt 4 Identitäten durchlaufen
wird. Jeweils ein Jahr lang wird er ein anderer Mensch sein. Danach muss er
sich für eine feste Identität entscheiden. Nur eins, das wird er nie wieder
sein: Ethan. Und so muss sich der Teenager seinem Schicksal fügen und
versuchen, dieses neue Leben mit all seinen Regeln zu meistern.
Eines morgens aufzuwachen und jemand anderes zu sein – und
dann auch noch im Körper des anderen Geschlechts zu stecken, das ist schwer
vorstellbar. Für Ethan wird es Realität. Nach einem kurzen Prolog werden die
Ereignisse tagebuchartig in der Ich-Perspektive geschildert. Dadurch kann man
als Leser direkt miterleben, was im Kopf des Teenagers vor sich geht, vor
welche Schwierigkeiten er gestellt wird und wie seine Gefühle Achterbahn
fahren.
Nachdem die Erlebnisse der ersten Tage relativ lückenlos
geschildert werden, werden die zeitlichen Lücken im Verlauf des Buches immer
größer. Ein komplettes Jahr begleitet der Leser Drew. Der nächste Band der vierteiligen Serie wird
dann die zweite Identität umfassen.
Die Geschichte ist von Beginn an sehr interessant. Wie
meistert der verwandelte Teenager die Schwierigkeiten? Vor welche
Herausforderungen wird er gestellt? Wie schnell passt er sich an oder versucht
er gar, sich gegen die engen Regeln der Changers zu wehren?
Dabei werden mit Fortschreiten der Handlung allerlei Fragen
aufgeworfen. Drew erhält einen Coach, der sie in allen Lebenslagen beraten soll
und es gibt ausführliche schriftliche Regeln, die häppchenweise in der Handlung
erläutert werden. Doch viele Hintergründe über die Changers und ihre Absichten
bleiben bis zum Schluss noch unklar – was prinzipiell nachvollziehbar ist, wenn
man bedenkt, dass Ethan noch drei weitere Jahre hat, um alle Aspekte des
Changer-Lebens kennenzulernen, die Lektüre aber auch ein wenig schwierig macht,
wenn man komplett im Dunkeln tappt. Denn es wird auch nicht immer ganz
deutlich, ob Drew sich für manche Dinge einfach nicht interessiert oder ob
Antworten aufgrund der großen Sprünge in den Tagebucheintragungen vorerst quasi
bewusst „fehlen“.
Wie man merkt, kann ich mich nicht ganz entscheiden, ob ich
über Drew oder Ethan schreibe. Man erlebt ihn auf den ersten Seiten als Jungen
und auch danach erinnert er sich regelmäßig an sein früheres Leben, geht
Mädchenprobleme aus Jungensicht an oder schildert typische
Geschlechterstereotype, die ihm auffallen.
Obwohl ich im späteren Verlauf der Handlung beim Lesen das
Mädchen vor Augen hatte, fiel es mir dennoch schwer, den Jungen – der er nie
mehr sein wird – komplett auszublenden.
Unabhängig davon war mit der Protagonist schnell
sympathisch. Drew wird vor verschiedene Schwierigkeiten gestellt, von denen sie
viele mutig und uneigennützig meistert. An manchen Stellen ist sie aber auch
naiv und ihr fehlt die nötige Weitsicht – halt ein 14-jähriges
Kind, noch in der Entwicklung, clever aber nicht übermächtig.
Da Ethan/ Drew die Geschichte erzählt, ist die Sprache
entsprechend jugendlich. Der Text ist flüssig zu lesen und enthält, wenn Drew
etwas besonders aufgefallen ist, ausreichend detaillierte Beschreibungen
bestimmter Personen oder Orte. Eine gute Portion Sarkasmus sorgt regelmäßig für
witzige Momente, aber auch emotionale Passagen hält das Buch bereit.
Am Ende des Buches befindet sich ein Glossar, der einige
Begriffe der Changers-Gemeinschaft erklärt. Ich habe diesen allerdings erst
nach dem Lesen gefunden und letztlich fand ich dort Erklärungen, die ich mir
während des Lesens bereits so erschlossen hatte.
Interessanter Reihenauftakt, in dem es vor allem um
die Entwicklung von Ethan/ Drew geht. Bezüglich der Changers bleiben noch sehr
viele Fragen offen. Obwohl das Buch keine Spannung im klassischen Sinne bietet, fand ich die Geschichte zu keinem Zeitpunkt langweilig. Die Neugier, wie es dem Teenager mit seiner zweiten
Identität ergeht, ist auf jeden Fall geweckt.

2 thoughts to “[gelesen] Changers 1: Drew von T. Cooper und Allison Glock”

Schreibe einen Kommentar

(Kommentare werden von uns freigeschaltet.)

Mit dem Absenden des Formulars werden deine Nachricht sowie dein Name und deine Webseite (freiwillige Angaben) gespeichert. Weitere Informationen findest du in der Datenschutzerklärung.