[gelesen] Seth. Als die Sterne fielen von Christine Millman

Seth. Als die Sterne fielen

Autor: Christine Millman
erschienen Februar 2015
ISBN:  978-3-646-60091-9

© Carlsen/ Impress
bedrückendes Weltuntergangsszenario
Chris und Mariam lernen sich im Altersheim von Mariams Oma
kennen. Doch ihr gemeinsames Glück ist nur von kurzer Dauer. Der Asteroid Seth
rast auf die Erde zu. Noch wird öffentlich behauptet, er würde den Planeten
knapp verfehlen, in Wahrheit laufen bereits seit Monaten die Vorbereitungen für
unterirdische Biosphären, in denen einige privilegierte Bürger Platz finden
werden. Mariam gehört zu den „Glücklichen“, während Chris’ Familie den Kampf
ums Überleben antreten muss…
In „Seth. Als die Sterne fielen“ schildert Christine
Millman ein sehr bedrückendes Weltuntergangsszenario. Wie reagieren die
Menschen auf die bevorstehende Bedrohung? Wie geht man fortan mit Nachbarn um,
wo man schon kaum weiß, wie man die eigene Familie in Sicherheit bringen soll?
Welche Art von Leben ist nach dem Einschlag möglich?
Die Geschichte wird abwechselnd aus der personalen Sicht von
Chris und Mariam geschildert. Die zwei Jugendlichen führen sehr
unterschiedliche Leben und Chris steht im Gegensatz zu Mariam eine unsichere
Zukunft bevor. Während Mariam, die sich sehr um die Menschen sorgt, die sie
zurücklassen soll, mir sofort sympathisch war, hatte ich mit Chris anfangs
meine Probleme. Er reizt seinen kleinen Bruder Luca absichtlich und macht sich
vor der bevorstehenden Strafpredigt aus dem Staub. Doch in dem Moment, wo Chris
von der bevorstehenden Gefahr erfährt, zeigt er sich loyal und mutig, sodass
ich im Verlauf auch ihn ins Herz geschlossen habe.
Die Geschichte ist so aufgebaut, dass eine ganze Weile
unklar bleibt, was passieren wird. Trifft Seth die Erde oder kann er vorher
noch abgewehrt werden? So oder so wird das Leben auf der Erde immer
unmenschlicher, jeder sorgt sich nur um sich selbst, Verbrechen und Panik
stehen an der Tagesordnung. Diese Umstände sorgen von Beginn an für Spannung,
die sich mit der näherrückenden Katastrophe immer weiter steigert.
Faszinierend und zugleich erschreckend fand ich die Idee der
Biosphären und der Kryotechnik, welche dafür sorgen soll, dass die geretteten
Menschen zunächst für einige Zeit eingefroren werden, bis sich der
unterirdische Lebensraum weit genug entwickelt hat, um seine Bewohner zu
versorgen.
Auch wenn Verluste bei einem Weltuntergangsszenario kaum
ausbleiben können, hat mich das Ausmaß der Betroffenen doch ein wenig bedrückt.
So sorgt das Buch immer wieder für traurige und nachdenkliche Momente.

Eine Geschichte zum Mitfiebern und Mitfürchten. Das dargestellte
Szenario ist grausam, nicht zuletzt, weil es sehr realistisch dargestellt ist.
Zukünftige Technik mischt sich mit Allbekanntem und sorgt so für eine
Gänsehautatmosphäre beim Leser, während dieser den Überlebenskampf der
sympathischen Protagonisten verfolgt. Ein Buch, das nicht nur spannende
Lesestunden beschert, sondern auch zum Nachdenken anregt.

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