[gelesen] The Weepers. Wenn die Nacht Augen hat von Susanne Winnacker

The Weepers.
Wenn die Nacht Augen hat. Band 2
Autor: Susanne Winnacker
erschienen März 2014
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-641-11265-3 
© Heyne 

Schwächer als der erste Band – weniger Spannung, nervende
Charaktere


Bei Wenn die Nacht Augen hat handelt es sich um den
zweiten, abschließenden Band der Weepers-Reihe von Susanne Winnacker.
Inhaltliche Spoiler zum Vorgänger sind daher möglich.

Ihr Domizil ist nach mehreren Weeper Angriffen nicht mehr
sicher und die Gruppe um die 15-jährige Sherry muss sich einen neuen
Zufluchtsort suchen. Da ihr Vater nach der Entführung der Weeper immer noch
krank ist, verzögert sich der Aufbruch, bis Sherry begreifen muss, dass ihr
Vater mit Tollwut infiziert ist. Sie ist bereit, ihr Leben zu riskieren, um den
Gerüchten von einem Heilmittel nachzujagen…

Die Geschichte setzt relativ nahtlos an die vorherigen
Ereignisse an, wobei die Lektüre des ersten Bandes für mich schon etwas
zurücklag und ich dadurch etwas Schwierigkeiten hatte, mir wieder alle Details
in Erinnerung zu rufen. Allzu ausführliche Rückblicke gibt es zu Beginn nämlich
nicht, es werden über das ganze Buch hinweg aber immer wieder einige
Erinnerungen eingestreut und letztlich findet man auch in den wichtigsten Punkten
den Anschluss.

Die Ich-Perspektive von Sherry bleibt erhalten, was in der
insgesamt sehr ereignisreichen Welt, in der sich Sherry bewegt, bedeutet, dass
man eine recht eingeschränkt Perspektive hat. Gern wüsste man manchmal, was
sich gerade an anderen Orten abspielt und was die zurückgelassenen Figuren
erleben oder durchmachen.

Die aktuelle Handlung wird immer wieder durchmischt mit
Erinnerungen, teilweise an die Zeit vor der Tollwut, aber es gibt auch
Einblicke in das Leben im Bunker und einige Szenen aus dem alten Save-Haven.

Obwohl die Geschichte durchaus spannend ist, konnte mich
dieser zweite Band nicht so richtig fesseln. Es gibt sehr wenige überraschende
Wendungen, stattdessen treten viele erwartete Ereignisse ein.

Dabei stört mich am meisten, dass zwei Teenager (die
teilweise mit ihren Beziehungsproblemen anfangen zu nerven) gegen zig mächtige
Weeper kämpfen, als wären sie selbst unverwundbar. Zwar gibt es insgesamt an
allen Fronten etliche Verluste, aber die zwei erscheinen mir oft zu übermächtig
für das, was ihnen entgegentritt, auch wenn sie nicht völlig verletzungsfrei
aus den Kämpfen gelangen.

Das Ende ist so, dass es für sich stehen bleiben kann. Die
wichtigsten Fragen sind geklärt, die Zukunft des zerrütteten Landes ist offen,
wobei die weichen für die Zukunft neu gestellt sind.

Leider nicht so gut wie Band 1, die eigentlich
vorhandene Spannung kommt nicht so richtig rüber und Sherry und Joshua verlieren
Sympathiepunkte: entweder legen sie gerade mal wieder ihr trotzig-naives Verhalten
an den Tag und streiten, oder sie besiegen im Alleingang eine
Übermacht. Irgendwie passt das nicht zueinander und die Authentizität geht
verloren…

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