[gelesen] Harmlose Hölle, Raum 213 von Amy Crossing

 Harmlose Hölle
 Raum 213
 Autor: Amy Crossing

 erschienen Januar 2014
 Verlag: Loewe
 ISBN: 978-3-7855-7871-1

© Loewe

spannende Psychospiele

Wilde Gerüchte ranken sich um Raum 213 der Eerie High. Vor
zwei Jahren wurde Ethan völlig verwirrt vor dem Schulzimmer aufgefunden und
musste in der Folge in einer Psychiatrie behandelt werden. Nun wurde er
entlassen und scheint Liv immer wieder aufzulauern. Sie junge Schülerin nimmt
seine Warnungen zunächst nicht ernst, bis in ihrem Garten eine Leiche gefunden
wird…

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen
werden in sehr kurzen Abschnitten die zwei Jahre zurückliegenden Ereignisse in
Zimmer 213 geschildert, die immer wieder die eigentliche Handlung der Gegenwart
um Liv unterbrechen und so für eine düstere, mysteriöse Atmosphäre sorgen, die
sich durch nahezu das komplette Buch zieht.

Ethans ständiges unerwartetes auftauchen, sowie seine kryptischen
Aussagen erzeugen Spannung und sorgen dafür, dass der Leser lange über die
tatsächlichen Geschehnisse im Dunklen bleibt. Liv, wie auch der Leser, wird
immer wieder in unterschiedliche Richtungen gelenkt; immer wenn man glaubt, die
Zusammenhänge erfasst zu haben, gibt es einen neue unerwartete Wendung.

Die Spannung kann bis zum Ende aufrecht erhalten werden,
allerdings wirken die letzten Seiten eher wie eine Kurzzusammenfassung der
Ereignisse, die bisher nicht bekannt waren. Man bekommt den Eindruck, dass der
Rest schnell abgearbeitet werden muss, dadurch wirkt es irgendwie durchgehetzt
und wenig ausgeschmückt wie die vorherige Handlung.

Ich kann mich noch nicht ganz entscheiden, ob ich Liv mutig
oder leichtsinnig finde, dass sie sich allein auf den Weg macht, einen
vermeintlichen Mörder zu stellen, ohne die Polizei einzuschalten. Aber so
müssen die Protagonisten von Jugendbüchern wohl sein – ein wenig leichtsinnig,
um uns eine packende Geschichte zu liefern.

Fazit:

Raum 213 ist schon aufgrund seiner Länge, um nicht zu sagen
Kürze, ein Buch für „schnell mal zwischendurch“. Die Handlung ist interessant,
es gibt einige unerwartete Wendungen und ein wenig Action. Allerdings bleiben
noch ein paar Fragen um Raum 213 offen, die zum vollständigen Verständnis der
Handlung beigetragen hätten.

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