[gehört] ene, mene, du von Anja Goerz und Eric Niemann

 

©Audible Studios
ene, mene, du
Herma und Jan ermitteln 3
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Anja Goerz, Eric Niemann
gesprochen von Tim Gössler
erschienen Oktober 2020
ungekürzte Lesung: 541 Minuten
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 neuer Fall an einem neuen Ort

Dritter Band: Die Kriminalfälle sind jeweils abgeschlossen, dafür benötigt man kein Vorwissen aus den vorausgegangenen Büchern. Die Handlung bei den Ermittelnden geht allerdings Stück für Stück weiter, so dass es dort hilfreich sein kann, wenn man schon einen Eindruck von ihnen bekommen hat. Es gibt hier aber auch Hinweise auf ihre persönlichen Dämonen und Baustellen, so dass ich schon denke, man kann den Entwicklungen auch gut folgen, wenn man direkt mit Band zwei einsteigt.

Herma ist mit Rechtsmediziner Wolf auf dem Weg in den Urlaub nach Sylt als es passiert: die Kapitänin der Fähre wird tot aufgefunden. Nach mehrmaligen Durchsagen auf dem Schiff, dass Hilfe benötigt wird, lassen die beiden sich breitschlagen und schauen, was da los ist. Dass sie direkt auf eine Verstorbene treffen, hatten sie allerdings nicht erwartet. Schnell ist der Urlaub gestrichen und die beiden werden mit den Ermittlungen und der Obduktion der Toten betraut. Dabei hätte Herma Urlaub dringend nötig, da ihr gesundheitlicher Zustand im Moment auch angeschlagen hat.
Jan wechselt seine Dienststelle von Pinneberg nach Lübeck und stolpert dort auch direkt in einen Fall, den er leiten soll. Zwei Männer sind verschwunden und durch sie gibt es Verbindungen zu einem Fall von vor 10 Jahren, in dem ein kleiner Junge gestorben ist. Haben die Vermisstenfälle wirklich damit zu tun oder steckt etwas anderes dahinter? Aber wer will sich erst nach all der Zeit rächen und hat es nicht schon vorher getan?

Durch die Ortswechsel erlebt man immer wieder neue Schauplätze, was auf der einen Seite für Abwechslung sorgt, allerdings bekommt man in der Reihe auch nie das Gefühl, dass man sich langsam in den Städten „auskennt“, in denen ermittelt wird. Allerdings spielen die Orte an sich natürlich auch nicht die Hauptrolle, es geht ja um die Ermittlungsarbeit und die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Teams.
Herma wird auf Sylt von einer ihrer Flensburger Kollegin unterstützt, zusätzlich zu dem Team, das auf der Insel ansässig ist. So gibt es mehr Leute, die gemeinsam recherchieren, befragen und Hinweise zusammenfügen können. Zwischendurch gibt es auch mal ein paar Unstimmigkeiten, insgesamt läuft die Arbeit auf Sylt aber ganz gut. Das sieht bei Jan ein bisschen anders aus. Er wechselt die Dienststelle und wird Hauptkommissar in seiner alten Heimat Lübeck. Das wird nicht von allen wohlwollend aufgenommen, besonders ein Kollege, der selbst auf die Stelle aus war, ist merklich angefressen und macht es Jan nicht leicht. Man könnte aber auch sagen, sie machen es sich gegenseitig nicht wirklich leicht. Trotzdem müssen die Ermittlungen natürlich laufen, auch wenn es menschlich bei den beiden nicht so gut passt. Als Informationsquelle und Unterstützung kontaktiert Jan Hermas alten Kollegen Reinhard, der damals in Lübeck zuständig war. So schließt sich wieder ein wenig der Kreis zwischen den Figuren und es werden Verbindungen hergestellt, obwohl Herma und Jan eigenständig ermitteln. Im Laufe der Geschichte gibt es dann Entwicklungen, die die beiden Hauptkommissare doch noch mal zusammenrücken lässt.

Dass Herma gesundheitliche Probleme hat, wurde bereits im zweiten Band klar. Wer es zuvor nicht wusste, bekommt hier aber auch noch mal eine Zusammenfassung ihrer Situation und was daraus für sie folgt. Ein bisschen verwundert war ich schon, dass ihr der dringend benötigte Urlaub dann direkt wieder gestrichen wurde. Vor Ort auf Sylt scheint Herma allerdings insgesamt recht gut klar zu kommen, im Laufe der Geschichte ist ihrer Gesundheit nur selten Thema. Ein bisschen habe ich das fast vermisst, auch wenn ich mir nicht gewünscht hätte, dass es den Hauptteil einnimmt, aber es spielte eben eine Rolle und war für sie ein wichtiger Aspekt, der auch ihre berufliche Zukunft beeinflussen könnte. Dass es dann kaum eine Rolle spielt, fand ich nicht ganz so passend.
Jan bleibt noch etwas blasser als Herma, auch wenn man zu ihm auch Stück für Stück ein paar mehr Einblicke und Hintergrundwissen bekommt. Vielleicht kommt durch seine Rückkehr nach Lübeck jetzt ja auch noch mehr an die Oberfläche.

Allerdings ist im Fall bei Jan mehr Tempo und Spannung drin als bei dem, in dem Herma ermittelt. Die Ermittlungen auf Sylt verlaufen größtenteils ruhig, auch wenn sie nach und nach mehr Hinweise finden, es einige Verdächtige gibt, die aufgesucht und befragt werden müssen, wirkt es größtenteils unaufgeregt. Sie müssen verschiedenen Spuren folgen, herausfinden, wer ihnen nicht die Wahrheit oder nicht alles erzählt, wer etwas zu verbergen hat und wer ehrlich trauert. Das ist interessant zu verfolgen, insgesamt jedoch eher ruhig angelegt.
Bei Jan ist schon aufgrund der Stimmung im Team nicht so viel Ruhe drin, aber auch der Fall wühlt einiges mehr auf bei verschiedenen Beteiligten. Zum Ende hin wird das Tempo dann auch noch mehr angezogen und es kommt mehr Spannung auf. Ganz sicher, wie ich die Entwicklungen und Wendungen am Ende finde, bin ich irgendwie aber noch nicht, das kann ich aber nicht spoilerfrei erklären.

Fazit

Der Krimi hat sich wieder gut hören lassen, auch wenn ich dieses Mal ein paar mehr Aspekte hatte, die mich nicht ganz so überzeugen konnten wie in den anderen beiden Bänden.

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