![]() ©digital publishers | Verliebt mit Waldbeertee Band 1, Staffel 3, Liebe auf Schwedisch . Jane Hell gesprochen von Uwe Thoma, Katja Hensel erschienen September 2024 ungekürzte Lesung: 326 Minuten . . hier geht’s zum Buchverlag → dp original . |
Liebesgeschichte in Schweden
Vorbemerkung: Es ist der erste Band der dritten Staffel, laut der Verlagsseite sind alle Bücher in sich abgeschlossen. Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass mir jetzt Wissen fehlen würde. Es könnte natürlich sein, dass man manche Figuren bereits aus anderen Bänden kennen würde, mich hat es jetzt aber auch nicht gestört, dass es mein erstes Buch der Reihe war.
Für Ebba ist es ein ziemlicher Schock als plötzlich Hendrik vor ihr in der Eingangshalle der Bücherei steht. Ihr One-Night-Stand aus Malmö wohnt doch eigentlich viel zu weit weg von ihrem kleinen Heimatort Lillaström in Nordschweden. Obwohl Ebba zunächst versucht, ihm die kalte Schulter zu zeigen, funktioniert das recht schnell nicht mehr besonders gut. Denn Ebba kann nicht abstreiten, dass es eine gewisse Anziehung zwischen den beiden gibt.
Hendrik ist Naturfilmer und nicht ohne Grund in den Norden des Landes gereist. Er möchte einen Dokumentarfilm über Elche drehen – Elche, von denen Ebba ihm vorgeschwärmt hat. Daher ist die Wahl recht schnell auf ihren Heimatort gefallen, auch weil er darauf gehofft hat, Ebba wiedersehen zu können. Dass sie seine erste Begegnung im Ort wird, damit hat aber auch er nicht gerechnet. Allerdings hätte er mit etwas mehr Begeisterung ihrerseits gerechnet. Zusätzlich werden ihm auch im Rahmen seines Filmprojektes einige Steine in den Weg gelegt.
Die Geschichte wird aus beiden Ich-Perspektiven der Protagonisten geschildert, wodurch man von beiden einen ganz guten Eindruck davon bekommt, was sie denken, was sie beschäftigt und bewegt. Dadurch hat man gegenüber dem jeweils anderen Protagonisten manchmal schon einen gewissen Wissensvorsprung, da die Figuren nicht immer sofort über das reden, was sie denken und fühlen. Die Stimmen der beiden waren angenehm und man konnte den Entwicklungen gut folgen. Auch die anderen Charaktere konnte man gut zuordnen, auch wenn durch den Wechsel der Sprecher die Leute natürlich unterschiedlich klingen, je nachdem, mit wem man gerade unterwegs ist. Beide Sprecher machen Anpassungen in der Tonlage und der Sprechweise, um für Varianz zu sorgen. Zusätzlich wird im Text auch jeweils erwähnt, mit wem Dialoge geführt werden, so dass es kein Problem ist, dem Verlauf der Geschichte zu folgen.
Ebba ist recht vielschichtig in dem, was sie macht, nur dass sie das nicht allen aus ihrem Umfeld zeigt. Sie arbeitet in der Bibliothek, unterstützt gleichzeitig aber auch den Bürgermeister bei seiner Arbeit – der allerdings manchmal ziemlich überheblich davon ausgeht, dass sie sein Mädchen für alles ist, hilft bei ihrem Vater im italienischen Restaurant aus und führt heimlich einen Social Media Kanal, bei dem sie inzwischen 300.000 Follower hat. In ihrem Vor-Ort-Leben zeigt sie gern ihre Ordnungsliebe und Korrektheit in den Dingen, die sie angeht. Sie wirkt teilweise etwas nüchtern und zugeknöpft, aber nicht unfreundlich. Auf ihrem Kanal zeigt sie sich von anderen Seiten und tanzt zum Beispiel durch die Natur. Ebba ist ein Familienmensch mit einem großen Herz und hilft daher ot im Restaurant ihres Vaters aus, auch wenn sie ja bereits einen Vollzeitjob hat. Ihr eigenes Leben bleibt da manchmal etwas auf der Strecke.
Hendrik hat seine Zelte in Malmö abgebrochen und versucht nun mit seinem neuen Filmprojekt den Durchbruch zu schaffen. Dass Ebba, auf die er sich sehr gefreut hatte, ihm erst mal nicht so freudig gegenübertritt, versetzt ihm einen Stich. Als dann zusätzlich der Bürgermeister auch noch mit weiteren Forderungen um die Ecke kommt, damit Hendrik sein Filmprojekt umsetzen kann, fragt er sich immer mehr, ob es wirklich eine gute Entscheidung war, dieses Abenteuer anzugehen. Sobald man ihn dann aber in der Natur erlebt, zum Beispiel beim Filmen der Elche, spürt man, mit wie viel Liebe und Leidenschaft er bei der Sache ist.
In einigen Passagen wäre etwas mehr Tiefe schön gewesen, viele Dinge bleiben eher oberflächlich betrachtet. Zwar ist recht schnell klar, dass Ebba und Hendrik sich nicht wirklich aus dem Weg gehen können werden und es ist schön zu beobachten gewesen, in welchen Situationen sie sich dann langsam annähern, trotzdem bleibt eine detailliertere Betrachtung teilweise auf der Strecke. Eine ganze Weile dachte ich, es könnte eine Liebesgeschichte werden, die ohne „Drama“ in Form von Streit, Missverständnissen und solchen Dingen auskommt – war dann allerdings doch nicht so. Wobei der Zwist hier nicht ganz so künstlich aufgebauscht wurde, wie in vielen anderen Geschichten, die ich schon gelesen oder gehört habe. Das passte aus meiner Sicht dann ganz gut zu der insgesamt eher ruhigen und idyllischen Atmosphäre, die der kleine, wenn auch fiktive, schwedischer Ort ausstrahlt.
Fazit
Eine schöne Liebesgeschichte, in der es insgesamt eher ruhig und beschaulich zugeht. Zusätzlich zu den Entwicklungen zwischen den Protagonisten ist man auch viel in der Natur unterwegs und bekommt Eindrücke von Hendriks Arbeit beim Filmen der Elche. Etwas mehr Tiefe wäre schön gewesen, trotzdem lies sich das Hörbuch gut und flüssig hören. Der im Titel erwähnte Waldbeertee spielt natürlich auch eine Rolle.


