[gelesen] Capture the Stars von Isabel Clivia

Rezensionsexemplar

© cbt
Capture the Stars
Ocean Hearts 1

Isabel Clivia
erschienen im März 2024
432 Seiten
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cbt

Zu viel Drama, zu wenig Gefühl

Carey sucht ihre Mutter. Ein Tipp bringt sie dazu, als Kellnerin auf einem Kreuzfahrtschiff anzuheuern. Dort trifft sie Eden wieder, den sie seit ihrem gemeinsamen Heimaufenthalt viele Jahre nicht gesehen hat. Eigentlich wäre es ihr nicht erlaubt, Kontakt zu Eden aufzunehmen, denn Beziehungen zwischen Personal und Gästen sind verboten.

Carey und Eden waren zwei Jahre gemeinsam im Heim. Sie waren Kinder ohne romantische Gefühle, aber sie standen sich sehr nah. Dann haben sie jahrelang nichts voneinander gehört. Als sie sich wiedertreffen, gibt es sofort eine Anziehung zwischen ihnen. Noch bevor sie richtig miteinander gesprochen haben, empfinden sie plötzlich etwas füreinander.
Für mich war diese Gefühlsentwicklung nicht nachvollziehbar. Und so blieb es leider auch im Verlauf. Obwohl beide abwechselnd ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle aus der Ich-Perspektive schildern, empfand ich die Beschreibungen als sehr oberflächlich, zu wenig anschaulich. Ich konnte die Gefühle zwischen ihnen nicht mitfühlen.

Ihre jeweiligen Familien spielen eine weitere Rolle in dem Buch.
Carey sucht ihre Mutter, die sie als Kind verlassen hat. Es dauert lange, bis dieser Handlungsstrang zum Tragen kommt. Die Geschichte, die sich hieraus entwickelt, fand ich ganz interessant.
Eden hingegen muss seinen Adoptivvater zu diversen Geschäftsterminen begleiten. Zwar ist Eden gut in dem, was er tut, bekommt von seinem Vater allerdings großen Druck. Eine Verbindung zu Carey duldet sein Vater nicht. Allerdings empfand ich sein Verhalten als zu übertrieben und seine Mittel sehr extrem – daher war mir sein Sinneswandel am Ende auch zu plötzlich.

Beide Familienhintergründe sorgen für jede Menge Drama. Hinzu komme noch Edens Freunde, die sich ebenfalls einmischen und für weiteres unnötiges Drama sorgen…

Das Kreuzfahrt-Setting war einer der Gründe, warum mir das Buch ins Auge gesprungen war. Nach einer Kreuzfahrt-Reise kann ich zwar sagen, dass es nicht meine bevorzugte Reiseform ist, aber ich liebe das Reisen an sich und das Meer – und daher hatte ich auf ein wenig Urlaubs- und Fernwehstimmung gehofft. Beides ist kaum vorhanden. Klar, Carey arbeitet und hat nur wenig Zeit für Landausflüge, dementsprechend kommen bei ihr nicht sehr viele Urlaubsgefühle auf. Aber sie beschäftigt sich auch nur wenig mit ihrer Umgebung. Und auch Eden ist auf dem Schiff zum Arbeiten verdonnert. Genauso gut könnten sich beide in einem Hotel in den Bergen aufhalten, es würde keinen Unterschied machen. Auch die wenigen Landgänge waren nur sehr knapp beschrieben, sodass die Urlaubsstimmung für mich ausblieb.
Was aber gut zum Ausdruck kommt, ist der extreme Unterschied zwischen Gästen und Personal, die sich am selben Ort befinden, das Schiff aber trotzdem völlig unterschiedlich erleben.

Fazit

Das Setting ist interessant und mal was anderes, kommt für mich aber leider zu wenig zum Tragen. Die Story steckt voller Drama, die plötzlich Gefühlsentwicklung der Figuren war für mich leider wenig greifbar.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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