[gelesen] Das NEINhorn und die SchLANGEWEILE von Marc-Uwe Kling

Rezensionsexemplar

© Carlsen
Das NEINhorn und die SchLANGEWEILE

Marc-Uwe Kling
illustriert von Astrid Henn
erschienen im November 2021
54 Seiten
.
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Carlsen

Ich bin noch unschlüssig…

Den ersten Teil des NEINhorns fand ich sehr niedlich und witzig, auch wenn das NEINhorn schon ein ziemlich bockiges Wesen ist.
Nach dem Lesen von Band 2 weiß ich schlicht nicht, wie ich das Buch finden soll.

Optisch ist das Buch wieder toll. Die farbenfrohen Zeichnungen mit den vielen liebevollen Details sind wieder total gelungen. Die komplette Aufmachung des Buches ist sehr ansprechend. Es gibt eine ewig lange Ausklappseite, ein Spiel am Ende und noch andere kleine Extras, die zum Mitmachen einladen.

Die Story allerdings überzeugt mich diesmal nicht komplett.
Eigentlich ist die verdrehte Welt ja ganz unterhaltsam: Zum Nein-Sagen kommt das NEINhorn diesmal nämlich kaum. Diesen Part übernimmt nämlich die SchLANGEWEILE, die alles, was ihr das Einhorn an Aktivitäten vorschlägt, ablehnt. Kommt uns aus Band 1 irgendwie bekannt vor, oder?
Ein Wiedersehen mit KönigsDOCHter, WASbär und NahUND gibt es natürlich auch. Dabei wird – mal wieder – kräftig gestritten und die Schlichtungsversuche gehen eher nach hinten los.
Es wird bunt und wild und ich musste schon immer mal wieder schmunzeln. So witzig und spritzig wie der erste Teil ist das Buch aber leider nicht.

Zwei Dinge haben mich allerdings wirklich gestört:

Mehrfach wird darauf hingewiesen, dass der NahUND auf Diät wäre. Warum? Das wird nicht erwähnt. Nur immer wieder der Diät-Fakt an sich. Deswegen bekommt der arme Hund auch keinen Lutscher vom Rummel mitgebracht. Den darf er nämlich nicht. Diät!
Finde ich so ohne jegliche Erklärung für ein Kinderbuch tatsächlich unglücklich. In meinem Berufsalltag kommt es immer mal wieder vor, dass schlanke/ normalgewichtige 7, 8, 9- jährige Kinder äußern, sie dürften nicht so viel oder überhaupt nichts essen, sie würden sonst zu dick werden. Daher – schlechte Vorbilder gibt es genug. Lasst den armen Hund doch bitte essen … außer der NahUND hat einen guten medizinischen Grund es nicht zu tun.

Auch sprachlich habe ich mit dem Buch gehadert. Zum einen liest sich die Story für mich nicht ganz so flüssig-fluffig. Auf Reime wurde diesmal komplett verzichtet, die mag das NEINhorn ja nicht.
Die Schlange trägt ihren Teil dazu bei, dass sich der Text nicht immer so leicht liest, diesen Assspekt fand ich aber ganzzz witzzzzig. Wenn es auch manchmal zum Zungenbrecher wird.

Aber bei der Ausdrucksweise des NEINhorns habe ich so manches mal gestutzt. Ja, es war zuvor schon bockig. Aber hier empfand ich es teilweise echt unangenehm schlimm und hatte immer wieder einen trotzigen-rotzigen Teenager vor Augen. Klar spielt beim Lesen immer ein Stück weit die Eigeninterpretation mit rein, und ja, ein wenig mag die Ausdrucksweise auch die Realität abbilden – aber doch nicht bei Drei- bis Siebenjährigen, weshalb ich manche Ausdrucksweisen für die Zielgruppe insgesamt als zu ruppig/ dreist empfinde.

Ob Kinder jeden der (Wort)witze verstehen, bleibt auch dahingestellt.

Was aber zumindest bei den kleinen Zuhörern ankommen dürfte, ist, dass man gemeinsam weniger Langeweile hat (äh, ja, danke Corona) und Freunde eine tolle Sache sind. Und Kekse übrigens auch.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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