[gelesen] Falling Fast von Bianca Iosivoni

Rezensionsexemplar

© LYX
Falling Fast
# 1

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Autorin: Bianca Iosivoni
erschienen Mai 2019
480 Seiten
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LYX

was will das Buch uns sagen?

Achtung: Rezension enthält keine direkten Spoiler, aber doch kleine Andeutungen

In diesem Sommer hat Hailee einen mehrwöchigen Roadtrip geplant, bevor sie zu einem vereinbarten Treffen mit ihrer Schwester weiterfährt. Ihr Weg führt sie dabei auch in den Heimatort ihres verstorbenen Freundes Jesper, wo sie noch ein Versprechen einlösen möchte. Doch als ihr Auto kaputtgeht, verzögert sich Hailees Weiterreise und sie lernt einige von Jespers Freunden kennen. Besonders Chase berührt etwas in ihr, doch Hailee will keine Gefühle entwickeln, schließlich wird sie den Ort bald wieder verlassen…

Da ich von der Autorin bereits viel Gutes gehört, bisher aber noch kein Buch gelesen hatte, war ich sehr neugierig auf Falling Fast.

Eigentlich mochte ich die Grundgeschichte: Hailee strandet im kleinen Fairwood und lernt dort durch einen witzigen Umstand einen jungen Mann kennen, der ihr gefällt. Doch als sie später erfährt, wer er ist und in welcher Verbindung er zu ihrem verstorbenen Freund Jesper steht, will sie keine Sympathie mehr für ihn empfinden. Dennoch ist er ihre Chance, mehr über Jesper herauszufinden und so kommen die zwei sich doch näher…

Abwechselnd schildern Hailee und Chase ihre Erlebnisse und Gefühle aus der Ich-Perspektive.

Dabei fand ich Chase’ Leben ganz spannend. Er trägt viele familiäre Sorgen mit sich herum, die ihn sehr belasten. Doch er teilt seinen Kummer mit niemandem. Über seine Themen hätte ich gern mehr gelesen.

Leider kam ich mit Hailee gar nicht zurecht. Sie macht diesen Roadtrip, um Dinge zu erleben, die sie sich bisher nicht getraut hat. Sie will mutig sein, da scheinbar auch das Ansprechen von Leuten ihr Angst macht. Allerdings ist ihr Verhalten sehr widersprüchlich. Immer wieder wird sie als schüchtern und ängstlich dargestellt und muss sich zu harmlosen Dingen überwinden, um dann im nächsten Moment ohne zu zögern irgendwas total Verrücktes zu tun. Für mich passte ihr Verhalten oft nicht zusammen, Erklärungen bleiben aus, sodass ich zu Hailee einfach keinen Zugang gefunden habe.

Dadurch war es für mich auch schwierig, die beginnende Annährung zwischen ihr und Chase nachzuempfinden. Die Gefühle zwischen den beiden kamen bei mir nicht an. Das Geschehen plätschert vor sich hin. Zwischendurch gab es immer mal kleine Augenblicke, die ich ganz schön fand – z.B. das Zusammenspiel von Jespers Freunden, die an seinem Geburtstag alle zurück in die Stadt gekommen sind –, ansonsten zog sich die Geschichte sehr.

Hinzu kommt, dass für mich bereits vor der Hälfte des Buches absehbar war, worauf die Geschichte am Ende hinauslaufen wird – den Triggerhinweis am Ende des Buches hatte ich nicht gelesen. Dieser spoilert extrem, also wenn möglich vorher nicht anschauen.
Nachdem der Gedanke für den möglichen Ausgang da war, finden sich zig kleine Andeutungen, die sich in diese Richtung lesen lassen. Daher konnte mich das Ende nicht überraschen. Ich habe nur noch darauf gewartet, dass es auch wirklich passiert.

Trotzdem – oder auch gerade deswegen – finde ich das Ende, welches sehr offen gehalten ist, ziemlich unbefriedigend. Auf der einen Seite mag ich das Ende, weil es anders ist. Ich bräuchte auch überhaupt keine Forsetzung, da ich mir ohnhin keinen Fortgang vorstellen kann, wie ein nochmal 400-seitiges Buch dazu spannend werden könnte. Aber auf der anderen Seite ist der Schluss so gar nicht mit dem vereinbar, was zuvor vermittelt wird, wodurch die Aussage des Buches wirklich fragwürdig wird.

Fazit

Das war leider gar nicht mein Buch. Ich fand die Geschichte zäh, streckenweise wirklich langweilig. Die Geschichte hat mich nicht berührt, da die Gefühle der Figuren bei mir nicht ankamen. Chase’ Sorgen fand ich ganz spannend, mit Hailee bin ich aber nicht zurechtgekommen. Ihr Verhalten ist so widersprüchlich, wird allerdings auch nicht aufgeklärt. Den Ausgang des Buches fand ich extrem vorhersehbar, sodass Überraschungen für mich ausbleiben. Zudem gibt das offene Ende den Lesern eine sehr eigenwillige Botschaft mit. Vermutlich hätte ich es sogar gemocht, wenn es nicht aufgrund der vorherigen Ereignisse und Aussagen so einen bitteren Beigeschmack hätte.

 

Ich danke dem Verlag und wasliestdu.de für das bereitgestellte Leserundenexemplar.

11 thoughts to “[gelesen] Falling Fast von Bianca Iosivoni”

  1. Hallo Anja 🙂

    Um mich nicht zu spoilern habe ich zwar nur dein Fazit gelesen, aber das sagt doch schon ziemlich deutlich aus, wie dir die Geschichte gefallen hat. Schade, dass Chase und Hailee dich nicht berühren konnten. Bisher kenne ich von Bianca Iosivoni nur die Soul Mates Reihe, deshalb bin ich neugierig, wie ihre New Adult Romane so sind 🙂 Mal sehen, ob ich „Falling Fast“ eine Chance gebe, oder doch lieber mit der Firsts-Reihe starte.

    Liebe Grüße
    Lisa von Prettytigers Bücherregal (Blog & Instagram)

    1. Hallo Lisa,
      für mich war das das erste Buch der Autorin – offensichtlich das falsche für mich. Eventuell versuche ich es nochmal irgendwann mit einem anderen.
      Ich bin gespannt, wie dir das Buch gefällt, falls du dich dazu entschließt, es zu lesen.
      Lieben Gruß
      Anja

  2. Hey Anja 🙂

    Als erstes muss ich sagen, dass ich das Buch noch nicht gelesen habe – aber trotzdem weiß, worum es geht. Hatte eine Diskussion gelesen, in der nicht gespoilert wurde, aber irgendwann kam man schon drauf und daraufhin hatte ich dann auch mal die Triggerwarnung gelesen (wobei ich schade finde, dass er so extrem spoilert – auch wenn ich es ja schon wusste).

    Ich muss gestehen, ich wusste nie so richtig, was ich mit dem Buch anfangen sollte. Überall habe ich nur positive Meinungen gelesen und nur vereinzelt eine weniger gute. Da bin ich ja eh immer schon skeptisch, aber auch insgesamt bin ich was das Buch angeht skeptisch. Und jetzt lese ich deine Meinung und fühle mich doch ein wenig bestätigt darin, dass ich das Buch nicht lesen möchte. Zumal mir auch nicht so richtig klar ist, worum es im zweiten Band gehen soll. Vorerst werde ich das Buch nicht lesen – mal schauen, wie es dann aussieht, wenn die Meinungen zum zweiten Band da sind. Vielleicht überdenke ich es dann ja noch mal.

    Schade, dass dir das Buch nicht gefallen hat – und am Ende eines Buches einen bitteren Beigeschmack zu haben, ist sicher auch nicht toll. Wirst du den zweiten Band denn noch lesen?
    Danke jedenfalls für deine Rezension 🙂

    Liebe Grüße
    Andrea

    1. Hallo Andrea,
      ich hatte im Vorfeld auch viele positive Meinungen gesehen – wusste aber zumindest auch von einer super kritischen Stimme, auch wenn ich deren Inhalt nicht kannte und daher keinerlei Vorwissen bezüglich des Inhalts hatte. Allerdings habe ich mich schon nach 100 Seiten gefragt, warum alle so von dem Buch schwärmen, da ich es da bereits zäh fand…

      Ob ich den zweiten Band lese, weiß ich noch nicht.
      Einerseits interessiert mich schon, was die Autorin auf diesen 400 Seiten anstellt, um die Geschichte vielleicht, hoffentlich rund zu bekommen.
      Aber andererseits kann ich mir kaum einen Fortgang vorstellen, den ich befriedigend finden würde. Das ist ein ziemlich schmaler Grad zum rosaroten Kitsch.
      Und nochmal andererseits habe ich mich durch diese 400 Seiten schon gequält, das will ich eigentlich nicht nochmal.
      Als Hörbuch wäre vielleicht ein Kompromiss, um den Inhalt zu erfahren, aber nebenbei was anderes zu tun…

      Lieben Gruß
      Anja

      1. Das Problem mit dem zähen kenne ich auch … und habe mich da auch schon oft gefragt, ob ich was anderes lese als alle anderen. Oder ob ich von vorne herein kritischer rangehe, wenn ich weiß, dass alle es mochten.

        Die Idee mit dem Hörbuch ist sicher nicht schlecht. Das wäre für mich vielleicht auch noch eine Option. Ich werde es ja sehen, ob ich den zweiten Band hier sehen werde – gespannt wäre ich auf jeden Fall, was du dazu zu sagen hättest 🙂

        Liebe Grüße
        Andrea

  3. Hallo liebe Anja,
    ich habe bislang auch noch kein Buch von der Autorin gelesen. Aber ich habe schon so viel über ihre Werke gehört.Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich unbedingt mal was von ihr lesen sollte. Daher bin ich auch eine Weile um Falling Fast herumgeschlichen. Aber irgendwie habe ich es dann doch erstmal noch bleiben gelassen.
    Roadtrips sind ja etwas, was ich in Büchern sehr gerne lese. Das widersprüchliche Verhalten der Protagonistin wäre eventuell auch etwas, was mich nicht unbedingt stören muss. Längen hingegen können mir das Lesevergnügen verderben. Auch dass die Liebesgeschichte, um die es vermutlich im Wesentlichen auch geht, nicht so richtig greifen konnte, wäre etwas, was mich stören könnte. Vielen Dank für diese hilfreiche und ehrliche Rezension. Ich glaube ich werde noch etwas weiter auf ein Buch von der Autorin warten, was mich dann vielleicht auch sofort anspricht.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    1. Hallo Tanja,
      Geschmäcker sind ja unterschiedlich, vielleicht würde es dir richtig gut gefallen, wer weiß…
      Der Roadtrip an sich ist allerdings nicht so richtig Thema. Das Buch setzt ein, als Hailee am Schauplatz ankommt und dort hängen bleibt, über die Zeit davor, die sie schon unterwegs war, erzählt sie nur hin und wieder…
      Liebe Grüße
      Anja

  4. Liebe Anja,

    Dank deiner Warnung habe ich zunächst einmal nur das Fazit deiner Rezension gelesen.
    Was soll ich sagen? Nach dem Fazit dachte ich mir: Oh Gott, das Buch willst du eh nicht lesen, dann kannst du auch die ganze Rezi durchlesen.

    Das tut mir leid, dass du diese Erfahrung machen musstest und dich das Buch nicht überzeugen konnte.
    Ich finde es immer schwierig, wenn man so Unterschiede bei den Charakteren hat. Den einen mag man, den anderen nicht. Ich habe es in einem Buch gerade auch hinter mir und tatsächlich war es wirklich so ähnlich wie in deinem Buch, dass die Protagonistin in ihrem Auftreten auf einmal ganz anders ist. Bei mir hat es aber wenigstens noch Sinn gemacht und ich konnte es mir erklären, auch wenn es sie mir deshalb nicht gerade mehr sympathisch gemacht hat.

    Was das Vorhersehbare bei Büchern angeht, muss ich sagen, dass ich mittlerweile schon fast immer alles vorhersehen kann und ich mich damit abgefunden habe. Kommt dann doch mal etwas völlig Überraschendes bin ich umso froher.

    Liebe Grüße,
    Areti

    1. Hallo,
      Ich bin sicher, dass es für Hailee Verhalten auch eine Erklärung gibt, man erfährt sie nur halt leider nicht. Zumindest noch nicht. dank ein paar Andeutungen und der Triggetwarnung am Ende könnte man es sich höchstens zusammenreimen.

      Vorhersehbar finde ich grundsätzlich auch nicht so schlimm, gerade bei Liebesgeschichte. Hier ist das aber nochmal etwas anderes… schwer spoilerfrei zu erklären, gern an einem anderen Ort 😉
      Viele Grüße
      Anja

  5. Liebe Anja,

    ich habe das Buch auch schon gelesen, gehöre aber zu denjenigen, denen das Buch gefallen hat. Obwohl ja die negativen Stimmen mittlerweile überwiegen. Was mir gerade gefallen hat und was du eher als zäh empfindest, sind die vielen nebensächlichen Kleinigkeiten. Ich fand es toll, das mal ein Buch nicht so an mir vorbeiflog, sondern ich das Leben der Protagonisten teilen konnte. Sodass auch die Nebenfiguren ihre Geschichte erhalten 🙂 Aber das ist einfach Geschmacksache. Auf jeden Fall eine tolle Rezension 🙂

    Schade nur, dass dir das Buch nicht so gefallen hat.

    Liebe Grüße
    Jenny

    1. Hallo Jenny,
      grundsätzlich habe ich auch gar nichts gegen Nebenhandlungen und Details, aber da ich mit Hailee halt nicht klar kam und früh geahnt habe, wohin das Buch führt…. war es einfach schwierig.
      Schön dass du mehr Freude an der Geschichte hattest.
      Liebe Grüße
      Anja

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