[gelesen] Federleicht 1- Wie fallender Schnee von Marah Woolf

© Oetinger
Wie fallender Schnee
Federleicht 1
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Autorin: Marah Woolf
erschienen April 2018
310 Seiten, Print
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Oetinger

schöner Auftakt, interessante Welt, abwechslungsreiche Figuren

Eliza liebt Fantasywesen und ihre spannenden Welten – in Büchern und Filmen oder in den Geschichten ihrer Großmutter. Für ihren Geschmack hätte das alles Fantasie und Unsinn bleiben können, doch dann kommt es ganz anders. Angelockt von einem magischen Tor aus Licht stolpert sie mitten in die Welt der Elfen und wird mit einer Aufgabe betraut, die viel größer ist, als sie zunächst erfassen kann. Denn es geht nicht nur um eine kleine Gefälligkeit, sondern um die Rettung der Welt.

Der Schreibstil von Marah Woolf ist sehr angenehm und flüssig. Ich habe mich sofort wohl gefühlt in der Geschichte, die aus der Ich-Perspektive von Protagonistin Eliza geschildert wird. Die 17jährige entzieht sich gern mal ihrer Verantwortung zu Hause und schleicht sich an ihre Lieblingsplätze im Wald. Dass ihr das einmal zum Verhängnis werden könnte, hätte sie wirklich nicht erwartet.
Die Welt der Elfen ist viel bunter und vielfältiger, als Eliza es aus ihrer schottischen Heimat kennt. Doch der Schein trügt, denn nicht alles dort ist harmonisch und friedlich. Obwohl die Elfen größtenteils bezaubernd aussehen, sind einige von ihnen ziemlich bockig, widerspenstig und nicht übermäßig auskunftsfreudig. Nicht besonders hilfreich für Eliza, die sich ja in der Welt zurechtfinden und für die Elfen eine wichtige Aufgabe erfüllen soll. Als wäre das alles noch nicht schlimm genug, spielt auch ihr Herz noch ziemlich verrückt, wenn sie in der Nähe des distanzierten Cassian ist.
Für Eliza ist es oft nicht leicht. Sie bemüht sich, all das Unbekannte zu sortieren, zu verstehen und zu filtern, was hinter all dem steckt, was sie erfährt. Durch die teils sehr mangelhaften Informationen und ihr manchmal recht loses Mundwerk, manövriert sie sich manchmal in Situationen, die vermeidbar gewesen wären, die Handlung aber zusätzlich spannend und abwechslungsreich machen.

Im Verlauf der Geschichte bekommt man sehr intensive Einblicke in Elizas Gedanken- und Gefühlswelt. Ihre Gedanken überschlagen sich und das meiste davon kann man wirklich nachvollziehen, wenn man bedenkt in welches Chaos sie da gerät. Sie ist mir im Auftaktband der Reihe sympathisch geworden und ich freue mich schon darauf, sie noch eine Weile länger begleiten zu können. Manchmal wirkt sie zwar etwas naiv und gutgläubig, sie ist aber auch schlagfertig, manchmal zwar nur in ihren Gedanken, aber sie lässt sich dennoch nicht alles gefallen und setzt ihren Dickkopf immer wieder durch.
Auch die anderen Figuren, die man mit der Zeit immer besser kennenlernt, sorgen für eine abwechslungsreiche Mischung. Es gibt reichlich Konfliktpotenzial, aber auch gute Freunde, Vertraute und Charaktere, bei denen man wohl abwarten muss, in welche Richtung sie sich entwickeln.
Man bekommt schon ganz gute Einblicke in die Strukturen der magischen Welt, trotzdem bleibt auch noch einiges verborgen und besonders die Absichten einiger Figuren bleiben zweifelhaft. Ich bin gespannt, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln wird und er Eliza erneut Steine in den Weg legt. Quirin, den kleinen Troll, habe ich irgendwie auch ins Herz geschlossen, da bin ich auch sehr neugierig, wie es mit ihm weitergehen wird.

Der Abschluss des ersten Buches ist an einer schönen Stelle gewählt, das erste Abenteuer scheint erst mal abgeschlossen, doch neue Herausforderungen und Schwierigkeiten stehen an. Man bleibt neugierig, der Cliffhanger ist aber nicht so gemein, dass man es nicht aushalten könnte, eine Weile auf die Fortsetzung zu warten. Dennoch bin ich froh, direkt zum nächsten Buch greifen zu können. Es hat manchmal auch seine Vorteile darauf zu warte, bis Reihen komplett erschienen sind.

Fazit

Ein sehr schöner Auftakt, der einem die Welt von Eliza und die der Elfen näher bringt und erste Einblicke in all die magischen Konflikte gibt. Die Figurenkonstellation ist abwechslungs- und facettenreich und sorgt für reichlich Potenzial in verschiedene Richtungen. Der angenehme Schreibstil führt einen gut durch die Handlung und die offenen Fragen und Andeutungen machen neugierig auf den nächsten Band.


One thought to “[gelesen] Federleicht 1- Wie fallender Schnee von Marah Woolf”

  1. Liebe Dana,

    eine wirklich schöne Rezension. Ach ich liebe die Federleicht – Reihe muss aber gestehen, dass ich sie noch gar nicht zu Ende gelesen habe… Dabei finde ich Eliza und Cassian so genial… Ich glaube ich sollte bald mal mit einem Reread der Reihe starten und sie dann auch zu Ende lesen.

    Liebe Grüße
    Jenny

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