[gelesen] Beautiful Danger – Vertrau mir nicht von Any Cherubim

Rezensionsexemplar

© LYX
Beautiful Danger – Vertrau mir nicht

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Autorin: Any Cherubim
erschienen Februar 2019
342 Seiten
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LYX

Spannende Story mit einigen Wendungen

Um ihren Traum-Praktikumsplatz bei Modedesigner Giuliano Meloni zu erhalten, wird Julia vor eine nahezu unerfüllbare Aufgabe gestellt, an der schon andere vor ihr gescheitert sind. Sie soll den Häftling Levin davon überzeugen, nach seiner Freilassung einen Modelvertrag zu unterschreiben.
Er stimmt letztlich nur zu, da er sich selbst einen Vorteil davon verspricht. Die Arbeit, die der neue Job mit sich bringt, hat er allerdings unterschätzt: Laufstegtraining, Interviews, schräge Klamotten. Und nun ist es Julias Job, dafür zu Sorgen, dass Levin alle Termine zur Zufriedenheit aller wahrnimmt, während Levin selbst nebenbei noch ganz anderen Geschäften nachgeht…

Ich habe in letzter Zeit einige Bad Boy-Lovestories gelesen. Letztlich ist das Schema ja immer ähnlich: harte Schale, übler Ruf, kühles Auftreten – aber weicher Kern. Levin fällt da allerdings ein wenig aus dem Raster, obwohl er all diese Punkte auch erfüllt. Denn Levin sitzt im Gefängnis und ist damit alles andere als ein Möchtegern-Bad Boy, der sich nur ein übles Image aufgebaut hat. Seine Kindheit war extrem und auch mit 28 stehen Mord, Gewalt und illegale Aktionen für ihn an der Tagesordnung.
Die ganze Geschichte um das kriminelle Millieu, in dem er sich bewegt, ist brutal, grausam und erschütternd dargestellt.

Julia ist – wie sollte es anderes sein – das komplette Gegenteil. Sie ist eine graue Maus, geht regelmäßig in die Kirche, ist verlobt und möchte mit dem Sex bis zur Ehe warten.
Der Besuch im Gefängnis, der ihr einen Praktikumsplatz sichern könnte, kostet sie große Überwindung. Doch Julia verändert sich im Verlauf des Buches sehr. Sie entwickelt einen neuen Stil, wird mutiger und auch neugieriger auf sexuelle Erfahrungen. Und Levin ist daran nicht ganz unschuldig.

Allerdings konnte ich Julias Einstellung nicht immer ganz nachvollziehen. Auch wenn sie aus sich rauskommt und feststellt, dass die „aufgezwungene“ Enthaltsamkeit gar nicht wirklich ihren Wünschen entspricht, habe ich mich oft gefragt, was sie in Levin eigentlich sieht – abgesehen von einem netten Äußeren. Dass sie jedem eine zweite Chance zugesteht, ist löblich. Aber während sie sich nach seinem Gefängnisaufenthalt kennenlernen, macht er ihr immer wieder deutlich, dass er nach wie vor in illegale Geschäfte verwickelt ist, bei denen auch Menschen zu Schaden kommen können. Daher habe ich mich so manches mal gefragt, wie Julia so konsequent daran festhalten kann, das Gute sehen zu wollen. Auch wenn er fürsorgliche Seiten zweifelsfrei zeigt und ich ihn dann super sympathisch fand, bleibt ja das Wissen, dass er nach wie vor bereit ist, über Leichen zu gehen… Dass es tatsächlich in Levin anders aussieht, ist für Julia schließlich nicht ersichtlich. Und so war die Anziehung, die sie Levin gegenüber empfindet, für mich gerade am Anfang nicht nachvollziehbar.

Wenn man davon absieht, entwickelt sich aber eine gefühlsgeladene und turbulente Geschichte, die schon von Anfang an ein großes Finale verspricht – und dieses Versprechen auch hält, etliche Wendungen und Wirrungen inbegriffen. Zwar wird es am Ende fast schon etwas unübersichtlich, insgesamt empfand ich das Finale aber dennoch als stimmig. Interessant war auch das letzte „was wurde aus…“-Kapitel, in dem die Zukunft verschiedenster Figuren beschrieben wurde, auch wenn diese teilweise nur eine kleine Rolle hatten.
Obwohl das Buch vom Verlag als „heiß“ beworben wird, beschränkt sich dies überwiegend auf die Beschreibungen von Levins Äußerem. Erotische Szenen gibt es nur sehr wenige kurze.

Erzählt wird die Handlung abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Julia und Levin, sodass ein Blick auf ihre Gefühle, aber auch – besonders in Levins Fall – auf ihre Pläne und Absichten möglich wird.

Fazit

Vom Häftling zum Supermodel – um Levin auf diesen Weg zu bringen, gerade auch was seine Manieren angeht, hat Julia einen harten Job vor sich. Doch Levin bringt bereits eine reumütige, fürsorgliche Veranlagung mit, die gerade in Bezug auf Julia immer weiter zunimmt und die immer öfter auch einen Blick unter die harte Fassade möglich macht. Auch wenn ich Julias Einstellung und die daraus resultierende Lovestory nicht immer nachvollziehen konnte, konnte mich die ereignisreiche Handlung voller krimineller Verstrickungen dennoch fesseln.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte NetGalley-Rezensionsexemplar.

3 Gedanken zu „[gelesen] Beautiful Danger – Vertrau mir nicht von Any Cherubim“

  1. Hallo liebe Anja,
    ich bin ja auch ein großer Fan von Bad Boys in Büchern. Sicherlich entsprechen sie oft einem bestimmten Klischee. Aber sie sorgen eben auch für die gewisse Spannung in Liebesgeschichten. Levin hört sich von der Charakterbeschreibung her sehr interessant an. Wenn er dann auf so einen gegensätzlichen Charakter wie Julia trifft, dann kann man sich schon erste Konflikte sehr gut ausmalen. Ich kann allerdings auch deine Kritikpunkte sehr gut verstehen. Hm… dennoch… das könnte ein Buch für mich sein.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    1. Hallo Tanja,

      insgesamt kann ich das Buch auch durchaus empfehlen. Die Geschichte – gerade die ganzen kriminellen Verstrickungen – hatte viele spannende und erschreckende Szenen. Und auch die Liebesgeschichte an sich ist schon auch gut beschrieben. Nur dass Julias Wahrnehmung mir eben immer mal wieder Probleme gemacht hat.
      Viele Grüße
      Anja

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