[gelesen] Die Töchter von Tarlington Manor von Tanja Bern

Rezensionsexemplar

©Bastei Lübbe
Die Töchter von Tarlington Manor
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Autorin: Tanja Bern
erschienen April 2018
381 Seiten, eBook
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hier gehts zum Verlag
be (Bastei Lübbe)
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traumhaftes Irland, emotionale, berührende Geschichte

Im Laufe des Lebens fragt sich wohl jeder danach, wo seine Wurzeln liegen, woher die eigene Familie kommt, wie weit Familienaufzeichnungen in die Vergangenheit zurück reichen. Casey weiß, dass ihre Vorfahren aus Irland stammen und schon seit vielen Jahren träumt sie davon, selbst einmal die grüne Insel zu besuchen. Bisher hat sich für die junge Frau allerdings nie die Möglichkeit geboten. Doch seitdem ihr das Tagebuch von Aeryn O’Mara, einer irischen Auswanderin, in die Hände gefallen ist, wächst ihre Neugier von Tag zu Tag.

Wird Casey einen Weg finden, sich den Traum von Irland zu erfüllen? Findet sie die Wurzeln ihrer Familie und kann auf den Spuren von Aeryn wandeln? Und kann ihr vielleicht der nette Ire aus dem Café behilflich sein, der ihr bei der Arbeit begegnet ist?

 

Der Schreibstil von Tanja Bern hat mich schon nach wenigen Seiten gefangen genommen. Man spürt bereits zu Beginn der Geschichte, dass die Handlung tiefgründig wird, was mir sehr gut gefallen hat. Umso weiter man im Buch voran schreitet, umso bewegender und fesselnder wird es. Es ist sehr rührend, aufwühlend, teilweise schockierend, aber auch immer wieder traumhaft schön, aufgrund der detaillierten, malerischen Beschreibungen der Natur. Beim Lesen bekommt man Lust darauf nach Irland zu reisen, auch wenn man da selbst keine familiären Wurzeln vorfinden wird.

 

Die Handlung teilt sich in zwei Abschnitte, die sich immer mehr miteinander verbinden. Ein Teil der Geschichte spielt in der Gegenwart, in der man Casey dabei begleitet, wie sie nach ihren irischen Vorfahren sucht, was sie alles auf sich nimmt, um mehr in Erfahrung zu bringen und nebenbei mit den Widrigkeiten im Job und den aufkeimenden Gefühlen für einen eigentlich Unbekannten kämpft.

Die anderen Passagen führen einen in die Vergangenheit und man bekommt sehr intensive Einblicke in das Leben von Aeryn, das geprägt ist von Armut, Hunger, unglücklicher Liebe, Verzweiflung und wenig Chancen, etwas zu ändern. Besonders interessant und fesselnd fand ich die Informationen, die man zum allgemeinen Leben und den Zuständen in Irland um 1846 bekommt. So wird Aeryns Lage sehr nachvollziehbar, eindrücklich und erschreckend geschildert. Die Hungersnot, die durch die Wetterkapriolen noch weiter vorangetrieben wird, die Armut, die daraus entsteht, Krankheiten, die alle dahinraffen, die sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen – kein einfaches Leben für die Menschen der damaligen Zeit. Auch für Aeryn gab es viele Schicksalsschläge, die sie wegstecken musste, bis ein klein wenig Hoffnung aufkeimte. Die Tagebucheinträge sind sehr lebendig und anschaulich gestaltet, so dass man sich in die junge, verzweifelte Frau hineinversetzen kann und auch gut versteht, wieso es Casey beim Lesen so berührt.

Die Ereignisse der Vergangenheit finden immer mehr Berührungspunkte in der Gegenwart, die Handlungsstränge sind enger miteinander verknüpft, als man zunächst erwartet.

 

Das Buch ist nicht nur geprägt von der unglaublich toll beschriebenen Natur Irlands in den unterschiedlichen Zeitepochen, sondern auch von tiefgehenden Gefühlen. Liebe spielt, auf verschiedene Weisen, immer eine Rolle, im gesamten Verlauf der Geschichte. Manchmal geht es um die Liebe zwischen zwei Partnern, es gibt aber auch andere Ebenen, die aufgegriffen werden und die in der Kombination die Handlung so emotional, aufwühlend und ergreifend machen. Mal möchte man mit den Figuren weinen, mal möchte man sich mit ihnen freuen, ihnen neue Hoffnung geben oder Ängste nehmen.

 

Fazit

Eine ergreifende, tiefgehende Geschichte, die mich von der ersten bis zur letzten Seite mitgenommen hat. Neben der unglaublich eindrucksvollen Natur Irlands taucht man tief in die Familiengeschichten der beiden Protagonistinnen ein, entdeckt Verstrickungen und Geheimnisse. Verschiedene Emotionen spielen im gesamten Buch eine tragende Rolle. Mich haben besonders die Tagebucheinträge aus Aernys Zeit um 1846 berührt.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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