[Dana] Rezension: Alexis Snow – Drachenblut

 ©Papierverzierer Verlag

 Drachenblut
Band 1

Autorin: Alexis Snow
erschienen November 2017
ISBN:  9783959629171
schöner Auftakt, mit feuriger Protagonistin

Lea steht kurz vor ihrem Abitur und möchte eigentlich nur
in Ruhe die Schule hinter sich bringen, ohne weiter von ihrer Mitschülerin
gemobbt zu werden. Doch auf einem, eigentlich harmlosen, Schulausflug ändert
sich alles für Lea. Ihr Zusammenbruch sorgt nicht nur für neuen Zündstoff, er
stellt auch den Beginn einer unglaublichen Wendung dar. Die junge Protagonistin
sieht fremde Wesen, Bilder aus der Zukunft und spürt eine Kraft in sich, die
sie sich nicht erklären kann. Auch wenn sie zunächst glaubt, verrückt zu
werden, fügt sich jedes verworrene Puzzleteil bald an seinen Platz, denn Lea
ist Teil einer geheimen Welt und die trägt ein bedeutendes Erbe in sich.
Der Schreibstil von Alexis Snow wird mit voranschreiten
des Buches immer flüssiger und abwechslungsreicher. Zu Beginn der Geschichte
hat mich der immer wiederkehrende Tagesablauf von Lea ein wenig gestört. Sie
erlebt etwas, ist entweder überwältigt, erschöpft, verwirrt oder aufgewühlt,
kommt nach Hause, fällt ins Bett und alles beginnt von vorn. Zwar waren die
Erlebnisse unterschiedlich, mal drehte es sich um die Schule, mal um die Welt
der Elemente, in die sie eintaucht, aber der Abschluss des Kapitels war immer
gleich. Im Verlauf der Geschichte verändert es sich jedoch und man hat nicht
mehr so stark das Gefühl, es würde sich alles wiederholen. Der Zeitsprung, der
in der Handlung gemacht hat, war da auf jeden Fall förderlich, da einige Dinge
abgearbeitet wurden, ohne dass man als Leser dabei sein musste und man ab der
Stelle so richtig in die turbulente Handlung einsteigen kann.
Die Geschichte mir aus zwei Ich-Perspektiven geschildert.
Den Hauptteil der Handlung erlebt man aus der Sicht von Aileana, die von allen
nur Lea genannt wird. Die Schülerin trägt ein feuriges Erbe in sich und ist
damit ein Teil der Welt der Elemente, von der sie vorher noch nie etwas gehört
hatte. Gemeinsam mit ihrer Einheit, die aus den anderen Elementen besteht, soll
sie fit gemacht werden, um die Menschheit zu beschützen und die Welt vor der
drohenden Gefahr zu bewahren. Nebenbei ist sie aber eben auch ein ganz normales
Mädchen, mit Ängsten, Hoffnungen, Zweifeln und reichlich aufgewirbelten
Gefühlen, die ihr manchmal helfen, neuen Mut zu fassen, ihr manchmal aber auch
im Weg stehen.
Die zweite Ich-Perspektive begleitet Louisa, Leas beste
Freundin, die eher unfreiwillig in das Geschehen rund um die Elemente gezogen
wird. Lou und Lea sind unzertrennlich und so ist Lou eine wichtige Stütze bei
all den Aufgaben, die anstehen. Da sie selbst jedoch nicht die Macht der
Elemente in sich trägt, sehen ihre Herausforderungen etwas anders aus, als die
der anderen.
Durch die Perspektiven ist man immer sehr nah am
Geschehen und bekommt intensive Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelten
der beiden Mädchen. Obwohl Louisas Anteil nicht so hoch ist, wird ihre Sicht an
wichtigen Stellen eingeblendet oder in Momenten, in denen Lea sich von ihr oder
den anderen entfernt. So bekommt man parallel laufende Handlungsstränge
präsentiert, die alle eng miteinander verwoben sind und sich meistens nach kurzer
Zeit auch wieder zu einem gemeinsamen verbinden.
Sowohl die beiden Protagonistinnen, als auch den Rest der
Einheit habe ich recht schnell ins Herz geschlossen. Die Charaktere sind alle
unterschiedlich und ergänzen sich durch die Eigenheiten sehr gut. Es gibt auch
immer mal witzige oder sarkastische Sprüche, die die Stimmung aufheitern oder
einen der Anwesenden ein wenig ärgern, jedoch nie so sehr, dass es lange Streit
geben würde. Man merkt, dass die Personen zu einer wirklichen Einheit
zusammenwachsen, sich aufeinander verlassen und zusammen arbeiten können. Umso
mehr man von der Welt der Elemente, den Herausforderungen und Bedrohungen
erfährt, umso wichtiger wird es auch, dass die Gruppe funktioniert.
Die Beschreibungen von der Macht der Elemente, den Strukturen
und den Hierarchien ist nachvollziehbar und anschaulich. Bildhafte
Formulierungen lassen die Erlebnisse lebendig werden und lassen den Leser mit
Lea in die fremde Welt eintauchen, die mehr Geheimnisse birgt, als man zunächst
annimmt.
Am Ende der Geschichte haben sich einige Dinge geklärt,
zahlreiche Herausforderungen und Gefahren liegen hinter den Figuren und ich bin
etwas skeptisch, wie es nun weiter gehen wird. Es gibt zwar noch offene Fragen
und Möglichkeiten, in welche Richtung es jetzt weiter geht und ich bin auch
neugierig darauf, es zu erfahren, allerdings nicht so zum zerreißen gespannt,
wie ich es schon bei anderen Werken erlebt habe.
Ein schöner, abwechslungsreicher Auftakt, der einen in
die Welt der Elemente einführt, die Figuren lebendig werden lässt und die
ersten Herausforderungen mit sich bringt. Ich bin ein wenig skeptisch, aber
auch neugierig und freue mich auf die weiteren Abenteuer mit Lea, Lou und dem
Rest der Truppe.

Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte
Rezensionsexemplar!

One thought to “[Dana] Rezension: Alexis Snow – Drachenblut”

  1. Hallo liebe Dana,

    die Geschichte hat mich nicht ganz so angesprochen, aber deine Rezension klingt wirklich nicht schlecht. Ich glaube zwar tatsächlich, dass es noch immer nicht so wirklich etwas für mich ist aber die Grundidee klingt echt schön.

    Dann hoffe ich, dass die weiteren Bände dich auch überzeugen können. .)

    Liebe Grüße, Toni

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