[gelesen] Demonhearts & Angelwings von Jana Goldbach

 Demonhearts & Angelwings

 Autorin: Jana Goldbach

erschienen Januar 2017
ISBN: 978-3-646-60260-9 (epub)

© Impress (Carlsen)
Klappentext weckt falsche Erwartungen…
Dies ist eins der wenigen Impress-Cover, das mir gar nicht
zusagt. Trotzdem hat mich der Klappentext sofort angesprochen, sodass ich das
Buch gern lesen wollte.
Nun weiß ich allerdings wieder, warum ich so ungern Klappentexte
lese – ich habe etwas völlig anderes erwartet und wurde daher leider etwas
enttäuscht.
Um zu erklären, wo das Problem liegt, gibt’s hier
ausnahmsweise mal den Klappentext vom Verlag statt der eigenen Zusammenfassung:
Als Amber auf den ebenso arroganten wie gutaussehenden
Gwin trifft und ihm nach seiner plumpen Anmache eine Ohrfeige verpasst, ahnt
sie noch nicht, mit wem sie es zu tun hat. Gwin ist nämlich ein Dämon und zudem
der Sohn des obersten Clananführers. Um dessen Amt weiterführen zu können, muss
Gwin seinem Clan eine Opfergabe in Form eines Menschenmädchens darbringen. Nur
leider hat er die Rechnung ohne die aufmüpfige Amber gemacht. Die ist nämlich
gar nicht so naiv wie gedacht und bindet den stolzen Dämon prompt mit einem
Zauber an sich. Als die beiden sich langsam näherkommen, muss Gwin schließlich
feststellen, dass die Liebe nicht immer Flügel verleiht…
© Impress (Carlsen)

Amber habe ich mir nun als starke, selbstbewusste Jugendliche vorgestellt, die absichtlich zu dem Zauber greift, um sich gegen den Dämon zu wehren.
Nicht erwartet habe ich, dass es sich bei Ambers Zauber um
einen misslungenen „Internetzauber“ handelt. Einerseits ist es ja nicht so
abwegig, dass in einer Welt, in der Dämonen existieren, auch Zaubersprüche
funktionieren, die man im Internet findet, aber irgendwie wirkte diese Szene,
auch in ihrer Durchführung, auf mich so unrealistisch, irgendwie schräg…
Leider wurden dann die vermeintlichen Auswirkungen des
Zaubers auch nicht richtig konsequent durchgeführt, wodurch die Handlung an
einigen Stellen nicht ganz stimmig war. Dadurch wurde in meinen Augen bei der
eigentlich spannenden Idee viel Potential verschenkt, denn daraus hätten sehr
interessante Situationen entstehen können.
Ansonsten entwickelt sich danach eine recht unterhaltsame
Story – ein bisschen Liebe, ein bisschen Drama, ein bisschen Gefahr. Gwins Welt
ist spannend und erst spät klärt sich, was es mit Gwins Aufgabe genau auf sich
hat.
Das Buch wird aus zwei Perspektiven erzählt.
Während Ambers Passagen in der Ich-Perspektive gehalten
sind, wird Gwins Sicht in der personalen Form geschildert. Dadurch erhält der
Leser Einblicke in die Gedanken und Gefühle beider Figuren und erfährt, wie die
Begegnungen der zwei aufeinander wirken.
Die Dialoge der zwei sind ganz witzig. Amber und Gwin sind
sich eigentlich selten einig, sodass es zu manch spaßiger Streitszene kommt.
Doch auch ruhige, emotionale Momente hat die Geschichte zu bieten. Leider kommt
nicht so richtig Tempo in die Handlung, es gibt zwar einige spannende Szenen,
insgesamt ist die Geschichte aber recht ruhig.
Nicht langweilig, aber auch nicht so richtig
fesselnd. Während ich Gwins Welt sehr spannend finde, stört mich die Art, wie
Amber den „Zauber“ ausführt. Durch die inkonsequente Handhabung mit dessen Auswirkungen
ergeben sich leider einige Unstimmigkeiten in der Handlung. Ansonsten ist es unterhaltsam,
das Zusammenspiel der Protagonisten zu verfolgen, richtig spannende Szenen gibt
es aber nur wenige.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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