[gelesen] Benjamin J. Myers- The Bad Tuesdays – Verbogene Symmetrie

©Verlag Freies Geistesleben
The Bad Tuesdays 1

Die verbogene Symmetrie

 Autor: Benjamin J. Myers

erschienen:  2009
Verlag: Verlag Freies Geistesleben
ISBN:  978-3-7725-2501-8

spannender Auftakt mit kleinen Schwächen

Als Kind wünscht man sich eigentlich gut behütet,
beschützt und mit viel Liebe aufzuwachsen. Leider ist das nicht allen vergönnt
und den einen oder anderen trifft es sogar extra hart. Die Tuesday-Geschwister
gehören auf jeden Fall dazu. Nachdem sie ihre Eltern verloren haben, waren sie
einige Zeit in einem Heim, bevor sie dann geflüchtet sind und zu Straßenkindern
wurden. Die Kanalratten, wie sie genannt werden, müssen sich allein
durchschlagen und Leben immer auf der Flucht vor den Jägern, Aufmischern und
allen anderen, die sie nicht in den Straßen sehen wollen. Jeden Tag stehen die
Kids vor neuen Herausforderungen, doch von dem, was wirklich um sie herum
passiert, ahnen sie nichts. Zwei Mächte kämpfen gegeneinander, mit
übernatürlichen Mitteln und Wesen, denen man nicht mal im Traum begegnen
möchte.

Dieses Buch ist der Auftakt der Reihe, da ist es nicht
verwunderlich, dass am Ende noch einige Fragen offen bleiben. Man wird
allerdings nicht völlig im Ungewissen gelassen. Es wurde ein Grundstein gelegt,
ein Teil der Handlung ist abgeschlossen und öffnet nun den Weg für die
Fortsetzungen, denn die Reise der Tuesdays ist noch lange nicht zu Ende. Ihr
Abenteuer hat gerade erst begonnen und man darf davon ausgehen, dass noch viele
Herausforderungen folgen werden.
Nach dem eher ruhigen Einstieg, bei dem man erst mal die
Figuren und ihren Lebensraum etwas kennen lernen kann, wird es schnell
turbulent und actionreich. Den Geschwistern wird nicht viel Möglichkeit
gegeben, zur Ruhe zu kommen. Und wenn es dann doch mal etwas weniger hektisch
ist, ist schon die nächste Intrige in Anmarsch. Nie weiß man so wirklich, wem
man trauen und glauben darf.
Die Tuesdays kennen es nicht wirklich, sich auf andere zu
verlassen, außer auf sich selbst, daher ist es für sie noch schwieriger, die
Anweisungen und Aufgaben genauso zu befolgen, wie sie ihnen vorgegeben werden.
Sie gehen gern ihren eigenen Weg und geraten dabei das eine oder andere Mal in
zusätzliche Schwierigkeiten. Man kann es ihnen aber kaum verübeln, denn mit
ihren elf und vierzehn Jahren sind sie eigentlich noch zu jung, um so große
Aufgaben bestehen und meistern zu müssen. Entscheidungen aus dem Bauch heraus
stehen da manchmal einfach über denen, die einem der Verstand mit auf den Weg
geben würde.
Durch die Perspektivwechsel ist es möglich, verschiedene
Stränge der Handlung parallel zu verfolgen. So ist man an verschiedenen Orten
gleichzeitig und hat einen Umfassenden Blick auf die Geschichte. Dadurch erschließen
sich auch die Zusammenhänge und Verbindungen zwischen den Figuren und den
Ereignissen noch besser.
Der Schreibstil an sich ist angenehm und flüssig, ich
habe mich gut in der Geschichte zu Recht gefunden. Etwas schade fand ichallerdings,
dass man beim Lesen schnell vergessen hat, wie jung die Protagonisten
eigentlich sind. Was man ihnen alles zumutet ist schon enorm und oft gehen sie
etwas zu gefasst und erwachsen damit um. Auch wenn sie abgehärtet sind durch
die Zeit auf der Straße.
Ein interessanter Auftakt mit kleinen Schwächen. Ich bin
gespannt auf die Fortsetzung und auf die Herausforderungen, die noch auf die
Tuesday-Geschwister warten.

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