Rezension: Julia K. Stein – Leda & Silas: Regenbogenzeit

© Impress (Carlsen)
  Regenbogenzeit
Leda & Silas Band1

Autor: Julia K. Stein

erschienen Januar 2016
(Cover Neuauflage)
ISBN: 978-3-646-60192-3  

bewegender, ereignisreicher Auftakt

Mitten in der Provinz verändert sich plötzlich Ledas
gesamtes Leben. Vor einem Jahr gab es einen schweren Schicksalsschlag, der sie
nun zurück an den Ort des Geschehens führt. Leda vermutet, dass der Tod ihrer
Mutter viel weniger ein Unfall war, als alle ihr glauben machen wollen. Nun
will sie die Sache selbst in die Hand nehmen. Als sie Silas trifft, könnte ihre
Suche einen angenehmen Nebeneffekt bekommen. Doch auch der junge Amerikaner hat
viele Geheimnisse. Mit einem Schlag kommt alles anders, als gedacht und welche
Gefahren wirklich auf Leda lauern, ahnt sie dabei noch gar nicht.

Leda ist eine mutige, junge Dame, die manche Dinge
einfach gern selbst in die Hand nimmt. Als sie ihre Mutter verloren hat, war
das ein Schock – mitten aus dem Leben gerissen, ohne jede Vorwarnung. Doch an
einen Unfall will Leda nicht glauben. Zurück am Ort des Geschehens nimmt sie es
nun selbst in die Hand, mehr herauszufinden. Ich kann Leda gut verstehen,
Ungewissheit und Zweifel helfen einem nicht wirklich beim Trauern, trotzdem ist
ihr Vorhaben auch ein wenig leichtsinnig und vielleicht nicht bis zum Ende
durchdacht. Denn ihr Gegner ist mächtig und einflussreich. Da sind Probleme schon
vorprogrammiert.
Silas hat ganz andere Beweggründe, sich auch in dem
kleinen Ort aufzuhalten. Seine Begegnung mit Leda bringt ihn ziemlich
durcheinander und er zeigt Seiten, die bei einer normalen Sommerarbeit nicht
nötig gewesen wären. Von Silas erfährt man lange Zeit nicht so viel, wie man gern
erfahren würde. Um ihn wabern Geheimnisse, bei denen man gewisse Ahnungen und
Vermutungen hat, Genaues weiß man jedoch nicht.
Im Verlauf der Geschichte werden noch einige andere
Charaktere wichtig, die Hauptpersonen sind aber Silas und Leda. Die Entwicklung
zwischen den beiden ist geprägt von Schwankungen, Unsicherheit, großen Gefühlen
und starken Ängsten.
Der Schreibstil ist angenehm, ich habe mich besonders
durch die Ich-Perspektive gleich mitgenommen gefühlt. Es gibt viele schöne
Beschreibungen der Natur, die einem die Umgebung von Wözen anschaulich näher
bringt. Auch wenn das kleine Nest nicht viel zu bieten hat, so kann man doch
schöne Ausflüge machen, um die Seele mal baumeln zu lassen. Sehr detailliert
und dadurch ein wenig  blutig, sind auch die
Formulierungen von Ledas Praktikum in der Schlachterei.
Silas und Leda treffen sich immer häufiger, die
vorsichtigen Annäherungen der beiden sind wirklich schön zu verfolgen. Das
Kribbeln ist beim Lesen deutlich zu spüren, auch wenn beide ein wenig zu
schüchtern sind, um die Sache schnell voran zu bringen.
Durch die Ich-Perspektive erfährt man sehr viel von Ledas
aufgewühlten Gedanken und Gefühlen. Ihre Reise nach Wözen hatte eigentlich
nicht das Ziel, sich zu verlieben und doch kann sie nicht abstreiten, dass
Silas Gefühle in ihr weckt.
Ich hätte zwischendurch gern mehr von Silas erfahren.
Zwar gibt es Andeutungen und Ahnungen, die einen rätseln lassen, doch was
wirklich mit dem, teilweise sehr verschlossenen, Jungen los ist, erfährt man
erst, als Silas selbst kurz zu Wort kommen darf. Diese Erklärung fand ich sehr
wichtig, da man einordnen konnte, wie alles zusammenhängt. Als Leser hat man
damit Leda gegenüber auch entscheidende Vorteile.
Im Verlauf des Buches wendet sich die Geschichte dann
enorm. Viele Gedanken werden  düsterer,
die Situationen gefährlicher und teilweise auch aussichtslos. Leda braucht
Unterstützung, Beistand und reichlich Mut – doch nicht alles steht ihr
ausreichend zur Verfügung. Sie weiß manchmal nicht wem sie trauen kann, auf wen
sie sich verlassen darf und was noch alles bevorsteht. Das locker, leichte Sommermärchen
wandelt sich zu einem dramatisch-spannenden Albtraum mit ungewissem Ausgang.
Eine schöne, berührende, bewegende Geschichte mit
Überraschungen und unerwarteten Entwicklungen. Ich bin sehr gespannt, wie es
nun weiter gehen wird.


Vielen Dank an Impress (Carlsen) für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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