[gelesen] Floaters. Im Sog des Meeres von Katja Brandis

Floaters. Im Sog des Meeres
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Autor: Katja Brandis
erschienen März 2015
Verlag: Beltz
ISBN: 978-3-407-81194-3

© Beltz

Wissen in Spannung gewickelt

Als Kinder segelten die Zwillinge Danílo und Malika mit ihren Eltern über die Weltmeere und stießen dabei zufällig auf den großen pazifischen Müllstrudel, der ihnen nicht mehr aus dem Kopf ging. Als 18-jährige beschließen die zwei, sich aktiv an der Säuberung der Meere zu beteiligen. Dabei ahnen sie nicht, welche Konkurrenz es um den Müll im Meer gibt.
Zeitgleich wird der 16-jährige Arif nach einem Angriff von Piraten auf seinen Fischkutter gefangen genommen und kämpft danach unter den Freibeutern um sein Überleben.

Malika und Arif sind zwei sehr verschiedene Charaktere, die in völlig unterschiedliche Abenteuer verwickelt werden. Beide Schiffsbesatzungen erleben viele verschiedene Abenteuer. Dabei ist es interessant, wie unterschiedlich der Alltag von den Piraten und den Müllfischern verläuft und welche Hindernisse im Pazifik auf beide Gruppen lauern.
Die Geschichten laufen lange nebeneinander her, die Handlungsstränge werden abwechselnd erzählt. Zwar entwickelt man schnell Theorien, in welcher Form die zwei Gruppen aufeinandertreffen könnten, doch bis dahin gibt es noch einige überraschende Ereignisse und unerwartete Wendungen.
Dank vieler detaillierter Beschreibungen ist es dabei sehr leicht, sich die ganze Geschichte bildlich vorzustellen. Auch Einblicke in die Gedanken der Figuren, besonders von Malika und Arif, gibt es, obwohl in der dritten Person erzählt wird.

Es gibt eine Vielzahl an Figuren, die alle sehr facettenreich ausgearbeitet sind. Neben den sympathischen Geschwistern und dem mutigen Arif gibt es darunter auch einige Charaktere, die sich zunächst nur schwer einordnen lassen und deren Motive nicht immer klar ersichtlich sind, sodass es auch hier zu Überraschungen kommt.
Bis zum Schluss wechseln sich Spannung, Dramatik und Gefühl ab und lassen den Leser kaum zu Atem kommen.

Die Geschichte spielt 2030 – zwar in der Zukunft, aber nicht so weit entfernt, dass es uns nicht betreffen würde. Katja Brandis gelingt es, das wichtige Thema in eine packende Geschichte zu wickeln. So gibt es immer wieder kleine Infos über die Folgen des Plastikmülls in den Weltmeeren, die geschickt in die Geschichte, z.B. in Gespräche über bestimmte Funde, eingebunden sind, sodass man als Leser durchaus etwas lernen kann, ohne sich belehrt zu fühlen – denn die Existenz des Müllstrudels ist leider keine Erfindung der Autorin, sondern schon jetzt Realität.

Fazit

Ein Buch, das nicht nur vor Spannung schwer aus der Hand zu legen ist, sondern auch noch zum Nach- und Umdenken anregt.

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