[gelesen] Atlantia von Ally Condie

Atlantia
Autor: Ally Condie
erschienen Februar 2015
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-8414-2169-2
© Fischer

fantastische Welt unter dem Meer

Vor langer Zeit wurden die Menschen auf der Welt getrennt.
Einige wenige durften nach Unten und in der Stadt unter dem Meer ein
zufriedenes Leben führen. Viele mussten Oben bleiben und bei schlechten
Bedingungen ums Überleben kämpfen…
Das ist die Geschichte, wie Rio sie kennt, trotzdem zieht es
die junge Atlantianerin nach Oben. Sie sehnt sich nach Erde, dem Himmel und der
Sonne. Ihrer Zwillingsschwester Bay zuliebe verspricht Rio, am Tag der Wahl
Unten zu bleiben. Doch dann trifft Bay eine Entscheidung, die das Leben beider
Schwestern von Grund auf ändert…
Die Idee des Buches ist total faszinierend. Eine Stadt unter
Wasser – aber dort leben nicht etwa Meerjungfrauen – es sind ganz normale
Menschen. Ein Leben unter der Kuppel tief unter der Oberfläche. So fesselnd die
Vorstellung auch ist, so bedrückend ist sie auch, wenn man tagtäglich von
Tonnen von Wasser umgeben ist und auf die Stadtumgrenzung vertrauen muss. Ally
Condie beschreibt Atlantia sehr anschaulich – die Menschen, deren Lebensweise,
die sonstigen Lebewesen und die eigenwillige Pflanzenwelt.
Rio ist eine beeindruckende junge Frau, die mir sofort
sympathisch geworden ist. Sie trägt eine schwere Bürde mit sich, die ihr
tägliches Leben belasten. Obwohl ihr Kontakte zu anderen Menschen dadurch erschwert
werden, versteckt sie sich nicht. Die Liebe zu ihrer Schwester lässt sie
unerwartet mutig und einfallsreich werden.
Da Rio die Ich-Erzählerin der Geschichte ist, erlebt man die
Handlung aus ihrer Sicht, findet heraus, was sie herausfindet, bleibt aber
ebenso über viele Dinge zunächst im Unklaren. Die Sprache ist bildhaft und
flüssig, sodass man sich gut ins Geschehen hineindenken kann.
Die Geschichte beginnt sehr spannend mit einer Zeremonie, in
der die jungen Menschen wählen dürfen, in welcher der zwei Welten sie leben
möchten. Hier gibt es die ersten emotionalen Szenen. Die Handlung danach ist
zwar interessant und ich war neugierig, wie es weitergeht, große Aufregung oder
Dramatik bleiben aber erst mal aus. Erst nach der Hälfte des Buches nimmt die Handlung
wieder an Fahrt auf und es folgt ein Ereignis auf das nächste. Einige
unerwartete Wendungen sorgen für Überraschungen.
Die meisten Handlungsstränge werden zufriedenstellend zuende
geführt und die wichtigsten Fragen, die im Verlauf der Geschichte aufgekommen
sind, werden beantwortet.
Leider ist die Passage im Oben aber verhältnismäßig kurz.
Die Welt wird weniger detailliert geschildert und am Ende hätte ich mir noch
einige Erklärungen zu den Lebensverhältnissen, aber auch zur Geschichte der
Trennung gewünscht.
Faszinierende Idee, sympathische Figuren, abwechslungsreiche
Emotionen. Atlantia bietet gute Unterhaltung und spannende Lesestunden. Obwohl
es eigentlich schön ist, mal wieder ein Jugendbuch-Einzelband vorliegen zu
haben, hätte ich mir allerdings eine Fortführung der Geschichte gewünscht, da
das Oben zu schnell abgehandelt wird und noch einige Aspekte offen bleiben.

2 thoughts to “[gelesen] Atlantia von Ally Condie”

  1. Im ersten Moment dachte ich ohja muss ich lesen. Aber wenn du sagst das es keine Fortsetzung gibt, wo doch eine angebracht wäre, dann denke ich das es doch nichts für mich. Trotzdem Danke für die Rezi.

    LG Andrea

  2. Hallo Anja,

    "Atlantia" habe ich nun schon einige Zeit im Blick und werde es wahrscheinlich langsam mal auf meine WL verschieben. Diese Meereswesen und die Anlehnung an Atlantis machen einfach neugierig. Außerdem erinnert's irgendwie an Arielle, die Meerjungfrau – die Geschichte habe ich geliebt!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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