Rezension: Jennifer Wolf – Sephonie – Zeit der Engel

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Sephonie – Zeit der Engel
 Autorin: Jennifer Wolf
erschienen April 2014
Verlag: bookshouse
ISBN: 9789963525997

ein Hauch von Himmel, Emotionen und tolle Figuren

 

Seit dem Tod ihrer Oma ist Kiki noch einsamer als zuvor.
Ihre Eltern interessieren sich eher mäßig für ihre 16 Jährige Tochter und
können mit ihrer traurigen Stimmung nach dem Verlust nicht recht Umgehen.
Abgeschoben in ein Internat, fängt Kiki an, noch mehr zu grübeln. Ohne Freunde
und nun auch noch ohne die geliebte Oma bricht eine harte Zeit an, denn noch
ahnt sie nicht, dass sich im Internat ihr gesamtes Leben ändern und auf den
Kopf stellen wird.
Kira, die von allen Kiki genannt wird, ist mir durch ihre
herzliche Art sehr schnell sympathisch geworden. Es ist schön, ihre Entwicklung
im Verlauf des Buches zu beobachten. Während sie zu Beginn noch sehr
zurückgezogen, einsam und traurig war, taut sie in der Geschichte immer mehr
auf, hat Freunde um sich rum und wird in eine Welt mitgenommen, von der sie
vorher nichts geahnt hat. All die neuen Eindrücke und Erlebnisse helfen ihr
dabei, aus ihrem Schneckenhaus zu kommen und das Leben ein wenig mehr zu genießen.
Ihre Zimmergenossin und inzwischen gute Freundin Gina ist
ebenfalls ein echtes Goldstück. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und gibt
ihre, häufig versauten, Gedanken für alle hörbar preis. Sie ist immer an Kikis
Seite und ihr damit eine wahre Stützte und genauso ist es andersherum auch. Als
man Ginas eher verletzliche, zarte Seite zu spüren bekommt, ist Kiki für sie
da. So stellt man sich eine Freundschaft vor.
Auch die anderen Charaktere, allen voran Raphael sind
toll gestaltet und einfach zum gern haben. Die Engel-Geschwister sind nicht nur
allgemein im Internat beliebt, sondern auch bei Kiki und Gina. Gemeinsam
erleben sie viele spannende, aber auch gefährliche Dinge und können selbst kaum
glauben, wie schnell sich alles verändern kann.
Der Schreibstil von Autorin Jennifer Wolf ist sehr
angenehm, flüssig und hat mich von Beginn an in den Bann gezogen. Viele
detaillierte Beschreibungen helfen dabei, sich die Personen und Umgebungen
vorzustellen und so noch besser in die beeindruckende Welt einzutauchen.
Durch die Ich-Perspektive von Protagonistin Kira bekommt
man einen sehr intensiven Einblick in ihre Gedanken und Gefühlswelt, die
zeitweise wirklich Kopf steht.
Nur nach und nach wird man in die Geheimnisse der Engel
eingeweiht und kann so immer wieder neue, spannende Dinge entdecken. Einige Enthüllungen
werden durch Bedrohungen und Gefahren von außen beschleunigt. Mir hat es sehr
gut gefallen, dass man nicht sofort die gesamte magische Welt präsentiert
bekommt, sondern sie sich erst Stück für Stück öffnet.
Es gibt immer wieder kleine Überraschungen, die für
Wendungen in der Handlung sorgen. Im Verlauf der Geschichte steigert sich die
Spannung und die zunächst ruhigere Geschichte rund um Kiki nimmt immer mehr Fahrt
auf, mehr Personen sind involviert und müssen sich gemeinsam mit der Protagonistin
den Problemen stellen.
Besonders gut gefallen hat mir auch das Spektrum an
Emotionen. Man kann mit den Figuren herzhaft lachen, sich mit ihnen freuen, mit
ihnen leiden und weinen. Wahre Freundschaft, ehrliche Liebe, große Angst,
erdrückende Trauer und der kleine Schalk, der dem einen oder anderem im Nacken
sitzt. Es gibt viel zu entdecken und zu erleben, langweilig wird es in dieser
Geschichte nie.
Sephonie – Zeit der Engel ist ein sehr berührendes,
spannendes Buch, das die Elemente der Fantasywelt mit der Realität gut
verknüpft und eine Welt schafft, in die man gern mit eintaucht. Tolle Figuren
und ein angenehmer, bildhafter Schreistil nehmen den Leser mit auf eine himmlische
Reise.
5 Besen

 

6 thoughts to “Rezension: Jennifer Wolf – Sephonie – Zeit der Engel”

  1. Wow, ganze 5 Besen? Das Buch habe ich auch schon auf meinem Reader. Bis jetzt fehlte mir Zeit und Motivation das Buch zu lesen, aber irgendwie bekomme ich jetzt doch Lust darauf 🙂 Sehr schöne Rezi 🙂

  2. Was für eine begeisterte Rezension! Das Buch steht ja schon auf meiner Wunschliste, aber jetzt ist klar, dass es auf jeden Fall als nächstes davon befreit wird 🙂 Danke für Deine tolle Rezi.

    Liebe Grüße,
    Moni

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