[gelesen] Bis ins Herz der Ewigkeit von Alana Falk

  Bis ins Herz der Ewigkeit 
  Autor: Alana Falk

  erschienen April 2014
  Verlag: Carlsen (Impress)
  ISBN: 978-3-646-60040-7

© Carlsen (Impress)

ein wenig Magie und ganz viel Gefühl

Die 17-jährige Sarah weiß, dass sie nicht mehr lange leben
wird und hat sich damit abgefunden. Von ihren Eltern zum Schonen ermahnt, hält
sie sich fast nur im Haus der Kaufmannsfamilie auf. Als sie Jan, dem Sohn der
Schneiderin, begegnet, werden ihre Lebensgeister neu geweckt. Sie entwickelt
wieder Hoffnungen und Träume, aber kann sie der Todesvorhersage entgehen?

Bis ins Herz der Ewigkeit spielt 1888 in Hamburg. Alana Falk
gelingt es, durch anschauliche Beschreibungen die Zeit lebendig und vorstellbar
zu machen ohne sich dabei in historischen Details zu verlieren.
Auch die Figuren werden Dank des bildhaften, flüssigen
Schreibstils schnell greifbar. Als Leser kann man deutlich die Entwicklung der
sympathischen, facettenreichen Protagonisten verfolgen.

Dabei gibt es einen Wechsel in der Erzählperspektive und der
Zeit. Sarah und Jan schildern jeweils in der Ich-Perspektive die Erlebnisse
ihres Sommers und geben dabei Einblicke in ihre Gedankenwelt. Von Sarah gibt es
darüber hinaus noch Kapitel zu einem späteren Zeitpunkt, sodass beim Leser die
Neugier wächst, zu erfahren, wie es zu den entsprechenden Ereignissen gekommen
ist.

Obwohl man durch diese Vorausblicke ja schon ein stückweit
weiß, was passieren wird, gibt es trotzdem noch überraschende Wendungen in der
Handlung, die die Spannung weiter steigern.

Überhaupt ist die Geschichte sehr fesselnd. Es gibt, nicht
zuletzt auch durch die Wechsel der Zeit, immer wieder Andeutungen, aber erst
nach und nach erschließen sich alle Zusammenhänge. Man fiebert förmlich mit den
Protagonisten mit: Werden sie der Voraussage entgehen können?
Eine Hilfe dafür könnte der kleine Hauch Fantasy sein, der dem Buch innewohnt:
So gibt es einige Menschen, die spezielle Gaben besitzen, die sich allerdings
bei der Benutzung verbrauchen. Wird irgendwer Sarah helfen können…?

Schön ist auch, dass es sich hierbei um einen Einzelband mit
in sich abgeschlossener Handlung handelt. Ich hätte eine winzige Kritik zum
Ende, die sich aber nicht anführen lässt, ohne zu spoilern – wobei ich mir auch
gar nicht sicher bin, ob ich wirklich ein anderes Ende hätte haben wollen.
Daher nur soviel: Die Geschichte ist von Anfang bis Ende sehr stimmig und man
sollte auf jeden Fall Taschentücher bereitlegen – ich habe sie zumindest
gebraucht.

Eine spannende Grundidee, der bildhafter Schreibstil und die
stimmungsvolle Szenerie schaffen einen tollen Rahmen für eine unglaubliche
gefühlvolle Geschichte voller Trauer und Hoffnung. Sympathische Charaktere
führen den Leser durch eine spannende Geschichte, die trotz des Wissens, was
passieren wird, immer wieder zu überraschen weiß.

Schreibe einen Kommentar

(Kommentare werden von uns freigeschaltet.)

Mit dem Absenden des Formulars werden deine Nachricht sowie dein Name und deine Webseite (freiwillige Angaben) gespeichert. Weitere Informationen findest du in der Datenschutzerklärung.