[gehört] SOKO Sylt – Tödliche Wellen von Nele Nordland

 

©Audible Studios
SOKO Sylt – Tödliche Wellen
Berger & Claasen ermitteln 1
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Nele Nordland
gesprochen von Richard Barenberg
erschienen April 2026
ungekürzte Lesung: 322 Minuten
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 schöner Sylt-Krimi

Ein junger Mann wird tot an der Sylter Küste gefunden. Was zunächst wie ein Unfall aussehen könnte, entpuppt sich dann doch als Kriminalfall. Für die neue Hauptkommissarin der Nordseeinsel, Lena Berger, ist es der erste Fall, den es zu lösen gilt. Sie ist erst frisch von Berlin nach Sylt versetzt worden und bekommt keine Zeit, sich erst mal an das neue Team zu gewöhnen oder richtig auf der Insel anzukommen. Gemeinsam mit ihren Polizeikollegen geht es sofort mit Befragungen, Recherchen und dem Herausfiltern von Ungereimtheiten los und auch wenn ihnen zwischendurch Steine in den Weg gelegt werden, so kommen sie der Wahrheit doch nach und nach auf die Spur.

Lena Berger trägt zu Recht den Spitznamen „Eisberg“, den sie in Berlin bekommen hat. Sie wirkt teilweise etwas emotionslos und unterkühlt, ist sehr direkten und nimmt ihren Gegenüber bei Befragungen auseinander. Dafür glänzt sie aber mit ihrem scharfen Verstand, ihrer Kombinationsgabe und dem, was sie zwischen den Zeilen liest, wenn die Befragten nicht sofort alles sagen, was sie wissen. So beeindruckt sie ihr neues Team definitiv mit ihrem Können, ihre distanzierte Art ist für sie jedoch erst mal etwas ungewohnt, da sie sonst einen sehr freundschaftlichen, lockeren Umgang miteinander pflegen. Im Laufe des Bandes kann man aber spüren, dass das Team schon etwas zusammenwächst und es gibt auch die ersten kleinen Scherze und Späße, alles aber noch eher zurückhaltend und nicht übertrieben.
Besonders im Kontrast zu Lena steht Male Claasen, der sich eigentlich auch auf den Posten des Hauptkommissars beworben hatte. Er ist sehr locker, offen, freundlich und wickelt mit seiner charmanten Art den einen oder anderen in den Befragungen um den Finger. Was aber nicht heißt, dass er nicht ebenso clever ist, gut kombiniert und beobachtet. Er hat nur einen völlig anderen Charaktere als seine neue Kollegin. Ein besonders „Markenzeichen“ von ihm ist seine Liebe für Fischbrötchen, die immer wieder aufkommt. Die meisten Pausen, die es gibt, finden nämlich an der Bude für Fischbrötchen statt.

Ich mochte die Dynamik des Teams ganz gern. Man spürt zwar, dass sie sich erst mal an die neue Situation gewöhnen müssen und das Gefüge etwas aufgerüttelt wurde durch den Neuzugang, dennoch arbeiten sie gut zusammen und sind effektiv. Lena bringt noch mal neue Impulse mit rein, weißt Teammitglieder auf Aspekte hin, die ihnen zuvor noch entgangen sind. Mit ihrer manchmal etwas ruppigen Art eckt sie zwar auch mal an, insgesamt kann man aber schon sagen, dass sie das Team voranbringt.
Das Verfolgen der Ermittlungen hat Spaß gemacht. Der tote Kitesurfer kannte einige auf der Insel, so dass es mehrere Personen gibt, die befragt werden müssen. Auch Anwohner aus der Umgebung des Fundortes werden befragt und so ergeben sich verschiedene Möglichkeiten und Hinweise, denen nachgegangen werden muss. Für die Polizei kommt erschwerend hinzu, dass manche bei ihren Aussagen etwas dazudichten oder weglassen, so dass entscheidende Verstrickungen erst später aufgedeckt werden. Auch wenn man als Hörer manchmal schon einen kleinen Wissensvorsprung hat, kann man zeitweise gut miträtseln, wie alles zusammenhängt und wer warum welche Dinge verschweigt.
Stück für Stück setzt sich dann das Gesamtbild zusammen, das zur Auflösung des Falles führt.

Den Sprecher kannte ich schon von einer anderen Geschichte, so dass ich mich ein wenig reinfinden musste, weil ich gedanklich einfach direkt wieder in Italien/Frankreich war, wenn ich ihn gehört habe. Die letzte Geschichte, die ich gehört habe, spielte dort und es ist noch nicht so lange her, dass ich dort den dritten Band gehört habe. Einige der Figuren haben natürlich dann auch die gleichen Stimmen gehabt, wie andere Charaktere aus der anderen Reihe. Insgesamt ist es aber dann doch gut gelungen, mich auf den neuen Handlungsort und die neuen Figuren einzulassen. Durch Anpassungen in der Tonlage und Sprechweise sind die Charaktere gut voneinander zu unterscheiden. Der Sprecher hat eine angenehme Klangfarbe und er liest flüssig und mitnehmend. An einigen Stellen hätten manche Emotionen für mich noch etwas intensiver gelesen sein können, andere Passagen waren hingegen richtig toll betont.

Fazit

Ein guter erster Band, der auf jeden Fall Lust darauf macht, weiter mit dem Ermittlerteam unterwegs zu sein, alle noch besser kennenzulernen und noch mehr Verstrickungen auf der Nordseeinsel aufzudecken. Sylt ist eben nicht nur ein Ort zum Urlaub machen und entspannen – manchmal geht es da auch ganz schön tödlich zu.


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