![]() ©Magellan Verlag | Unter den Flügeln der Aurora Hüterin der Schmetterlinge 2 . Ruth Rahlff Illustration: Isabelle Hirtz ab 10 Jahren erschienen 2023 256 Seiten . hier geht’s zum Verlag → Magellan Verlag . |
gute Fortsetzung
Zweiter Band: Da die Geschichte rund um Stella weitergeht, ist es sicher sinnvoll, die Reihe der Reihenfolge nach zu lesen, auch wenn es hier um ein anderes Abenteuer geht, als im Auftakt. Für Stella hat sich im ersten Buch jedoch einiges verändert und auch wenn es kleine Rückblenden gibt, ist es für die Entwicklung der Handlung und Figuren schöner, wenn man nicht mitten in der Reihe einsteigt.
Stella ist heilfroh, dass sie den Kleopatra-Faltern helfen konnte. Trotzdem kehrt für sie nun keine Ruhe ein. Ihre Cousine Mara hat sie kontaktiert und um Hilfe gebeten, denn die Aurora-Falter in ihrer Heimat in Irland verhalten sich sehr, sehr seltsam. Keiner kann sich erklären, was los ist und nun hofft Mara, dass Stella ihr helfen kann. In den Sommerferien reist Stella deswegen von Frankreich aus zu ihrer Cousine. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach Hinweisen und ahnen dabei nicht, wer hinter all den seltsamen Vorkommnissen steckt.
Während der Auftakt in der Heimat von Stella in Frankreich spielte, reist man nun nach Irland zu Mara. Der Wechsel der Schauplätze bringt auch neue Personen mit sich, die man nun kennenlernt. Etwas schade finde ich, dass Victor, Stellas Freund, der im ersten Buch sehr wichtig war, nun kaum eine Rolle spielt. Zwar schreiben und telefonieren die beiden ab und an, aber so richtig involviert ist er eben nicht. Dafür rückt nun Mara, Stellas Cousine, in den Fokus, denn sie hat ja um Hilfe gebeten. Schnell ist für Stella klar, dass die Falter sich wirklich sehr merkwürdig verhalten, nur voran es liegt, das fällt ihr erst mal nichts ein. Die beiden Mädchen erkunden die Umgebung, die wunderschöne Orte zu bieten hat. Besonders angetan hat es ihnen eine alte Burgruine, in der es einiges zu entdecken gibt. Doch das Problem mit dem seltsamen Verhalten der Aurora-Falter bleibt und es wird größer, denn die Schmetterlinge sorgen vermehrt für kleine Unfälle mit ihrem seltsamen Auftauchen. Die Zeit drängt, denn für Maras Familie haben die Vorkommnisse schon jetzt Auswirkungen.
Und dann ist da ja auch noch die Familie rund um Caitlín, die zur Gilde der Nachtfalter gehört. Ähnlich wie in Stellas Heimat sind die Gilden sich auch hier nicht einig und wettern viel gegeneinander. Man gönnt sich nichts, unterstützt sich normalerweise nicht und ruhig miteinander reden ist auch oft schwierig. Man macht nur miteinander aus, was unbedingt sein muss. Auch Mara und Caitlín sind nicht gut aufeinander zu sprechen und geraten regelmäßig in der Schule aneinander. Dass Stella die beiden nun auffordert, zusammenarbeiten zu müssen, passt ihnen gar nicht. Doch irgendwann sehen sie ein, dass es anders wohl nicht gehen wird.
Der Schreibstil ist wie im ersten Buch flüssig und leichtgängig. Man kann der Handlung gut folgen, dieses Mal gibt es auch nicht ganz so viele verschiedene Namen von Faltern, wie im Auftakt. Stellas Abschnitte sind wieder aus der Ich-Perspektive geschildert. Diese nehmen auch den Hauptteil der Geschichte in. Zwischendurch gibt es aber auch Passagen, in denen man mit Caitlín unterwegs ist. Diese Kapitel werden von einem personalen Erzähler geschildert. So bekommt man wieder Einblicke in die Gilde der Tagfalter und in die der Nachtfalter und kann viele Parallelen zum Verhalten der Gilden im Auftakt der Reihe entdecken. Für Stella ist es eine scheinbar unlösbare Aufgabe, die Gilden näher zusammen zu bringen und sie dazu zu bewegen, sich mehr zu unterstützen. Erst als sich die gesamte Lage zuspitzt, könnte sich das Blatt wenden.
Etwas schade fand ich, dass es nicht viele neue Informationen über die beiden Gilden an sich gibt. Dass die Gilden verfeindet sind, scheint überall der Fall zu sein. Nicht umsonst ist es eine der Aufgaben für die Hüterin, die Fronten etwas zu glätten und für mehr Einigkeit zu sorgen.
Für mich war sehr früh im Buch offensichtlich, wer hinter den seltsamen Ereignissen rund um die Aurora-Falter stecken könnte. Die Handlung war trotzdem interessant zu verfolgen, weil man die Hintergründe nicht kannte, eine große Überraschung war die Offenbarung der Person für mich aber eben nicht. Das könnte jüngeren Lesenden vielleicht anders gehen. Zum Ende hin wurde dann auch ordentlich Spannung aufgebaut, vorher waren viele Passagen ruhiger und man begleitet die Mädchen dabei, wie sie versuchen, mehr herauszufinden und all die Hinweise, die es gibt, miteinander zu kombinieren.
Die letzten Abschnitte des Buches bieten dann auf jeden Fall noch mal ein paar neue Fragen, die wohl in die Fortsetzung mitgenommen werden könnten. Schön finde ich, dass es hier auch einen Bezug zu Stellas Familiengeschichte zu geben scheint.
Fazit
Eine gute Fortsetzung, die sehr vergleichbar mit der Struktur und dem Verlauf des ersten Bandes ist. Ich hätte gern noch ein paar mehr Informationen zu den Gilden allgemein, aber dies scheint hier nicht im Fokus zu stehen. Die Erlebnisse von Stella und ihrer Cousine Mara zu begleiten hat aber wieder Spaß gemacht, auch wenn einige Aspekte für mich sehr offensichtlich waren.




