![]() ©dp Audio | Herklopfen und Meersalz . Nele Hansen gesprochen von Yesim Meisheit erschienen März 2022 ungekürzte Lesung: 615 Minuten . . hier geht’s zum Buchverlag → dp Audio . |
Liebesgeschichte in der Heimat am Meer
Für Emma läuft es gerade richtig gut: sie ist erfolgreich mit den Geschichten, die sie schreibt, obwohl sie früher dafür belächelt wurde, dass sie schreiben will, ihr Roman soll verfilmt werden und dann macht ihr Freund und Manager ihr auch noch einen Heiratsantrag. Sie könnte auf einer Glückswolke schweben, würde der Antrag nicht die Erinnerung in ihr wecken, dass sie eigentlich bereits verheiratet ist und nie die Scheidung eingereicht wurde. Um den Weg frei zu machen für eine Zukunft mit Mark reist Emma nach Eckernförde um dort mit ihrem Ehemann, den sie vor vielen Jahren Hals über Kopf verlassen hat, Kontakt aufzunehmen. Allerdings bringt die Zeit in der Heimat verschiedene Dinge mit ich. Es werden Erinnerungen geweckt, manche Leute begegnen ihr mit Ablehnung, andere sind neugierig oder offen. Viele neue Eindrücke prasseln auf die Autorin ein und bald ist alles anders, als sie es sich eigentlich überlegt hatte.
Eine Geschichte, die voller verschiedener Emotionen steckt, zweite Chancen, Offenbarungen, Wahrheiten und Vorurteile enthält. Viele der Entwicklungen sind erwartbar und vorhersehbar. Manches deutet sich wirklich schon direkt zu Beginn der Handlung an, auch wenn Protagonistin Emma das selbst noch nicht so wahrhaben möchte bzw. es sich eben nicht eingesteht. Man spürt an verschiedenen Stellen, ob sie wirklich mit ihrem Herz dabei ist oder es eher macht, weil es jetzt eben von ihr so erwartet wird oder es in der Situation richtig erscheint.
Immer wieder bekommt man intensive Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonistin und kann damit recht gut mitverfolgen, was in ihr vorgeht und wie verschiedene Überlegungen und Erkenntnisse ihre Einstellungen und Vorgehensweisen verändern. Oft sagt sie nicht, was sie wirklich in dem Moment denkt und ist bemüht, ihr Gesicht zu wahren und sich zum Beispiel bei geschäftlichen Terminen oder Telefonaten nicht von einer schlechten Seite zu zeigen. Dennoch merkt man eben, dass ihr manches einfach nicht passt und sie ein bisschen zum Spielball verschiedener Leute wird, die mit und an ihr verdienen wollen. Emma bräuchte diese Aufmerksamkeit nicht, auch wenn es sie natürlich freut, dass es Interesse an ihren Büchern gibt.
Emmas größter Rückhalt ist ihre beste Freundin, die in den verschiedenen Situationen zu ihr steht und sie unterstützt. Manchmal muss Emma dann auch Wahrheiten hören, die sie sich nicht eingestehen oder in dem Moment eigentlich nicht hören wollte. Von anderen, von denen sie sich eigentlich Unterstützung erhofft hatte, bekommt die Protagonistin diese nicht in dem gewünschten Umfang. So muss sie nach und nach erkennen, was um sie herum wirklich passiert und wer welche Absichten verfolgt.
Es gibt aber immer wieder auch Momente, in denen Emma glücklich ist und schöne Situationen erlebt. Ein Umstand, den sie in ihrer Heimat Eckernförde so eigentlich gar nicht erwartet hatte, weil sie ja aus ganz anderen Gründen dort hingefahren ist. Der Aufenthalt in ihrer Heimat ist eine Mischung aus Vorurteilen und Anfeindungen, die ihr entgegen gebracht werden und Offenheit und ehrlicher Freude darüber, dass sie da ist. Am gelöstesten und „ehrlichsten“ empfand ich Emma in Zusammenhang mit dem kleinen Sebastian. Mit ihm hat sie eine unbeschwerte Zeit und kann die anderen Sorgen einfach mal für eine Zeit vergessen. Verbitterung, Zweifel und all die negativen Einflüsse rücken da mal für eine Zeit in den Hintergrund.
Die Sprecherin nimmt einen insgesamt gut mit durch die Geschichte. Manche Passagen hätte ich mir etwas intensiver gelesen gewünscht, damit die verschiedenen Gefühle noch etwas ausdrucksstärker werden, andere Abschnitte waren jedoch sehr stimmungsvoll gelesen. Die wichtigsten Figuren konnte man beim Zuhören voneinander unterscheiden.
Fazit
Eine Geschichte, die größtenteils vorhersehbar ist. Zum Nebenbeihören empfand ich es trotzdem als angenehm, ich hatte aber auch nicht so hohe Erwartungen an die Handlung. Trotz der nicht so schönen Augenblicke, die Emma erlebt, wird eine gewisse Leichtigkeit erhalten. Das Setting am Meer wird immer mal wieder in die Handlung mit eingeflochten.


