[gehört] Wenn bei Capri die Toten im Meer versinken von Ernesto Rosso

 

©Ganesha Media
Wenn bei Capri die Toten im Meer versinken
Commissario Marco Tomasini 1
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Ernesto Rosso
gesprochen von Uve Teschner
erschienen Januar 2026
ungekürzte Lesung: 253 Minuten
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Ganesha Media
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 Italienkrimi – Mischung aus Urlaubsflair und Verbrechen

Es sollte ein Morgen werden wie jeder andere: der alte Seilbahnwart Gianni wollte wie immer die Bahn in Gang setzen, damit alle, die zur Arbeit müssen, ihrer Wege gehen können. Doch alles sollte anders kommen als sonst, denn in der Seilbahn liegt eine Tote, grausam zugerichtet. Mit einem Mal steht für die Mitarbeiter der Seilbahn und den Bürgermeister von Capri alles Kopf. Was sollen sie jetzt nur machen? Auf der Insel gibt es schon seit Jahren keine eigene Polizeiwache mehr, es ist also niemand vor Ort, der sich schnell um die Sache kümmern könnte. Und man möchte natürlich auch negative Schlagzeilen vermeiden, denn Capri soll weiterhin als glamourös und als Touristenmagnet gelten. Es wird Hilfe aus Neapel angefordert, doch auch dort ist aufgrund von Personalknappheit nicht viel Kapazität um Hilfe zu schicken. Als Notlösung soll Commissario Marco Tomasini helfen, obwohl dieser eigentlich bereits im Ruhestand ist. Er wird nach Capri geschickt und soll sich dem Problem annehmen – möglichst schnell, unauffällig und konsequent. Nur leider bleibt es nicht bei dieser einen Leiche und alles wird schwieriger, als zunächst erwartet…

Einer der Gründe, wieso ich zu dem Hörbuch gegriffen habe, war der Sprecher. Ich habe schon einige Bücher gehört, die von Uve Teschner gelesen werden und ich finde ihn als Sprecher einfach grandios. Ich finde die Klangfarbe seiner Stimme sehr angenehm und er hat eine ausdrucksstarke, mitnehmende Art die Handlung zu präsentieren. Die Spannung wird toll transportiert und auch die Eigenarten der Charaktere werden schön rausgearbeitet. Die tiefe Tonlage unterstreicht zudem noch die Ereignisse in einem Krimi oder Thriller sehr gut.
Auch dieses Mal habe ich mich wieder sehr gut mitgenommen gefühlt. Auch wenn immer wieder Leichen auftauchen, ist die Handlung insgesamt nicht so düster und spannungsgeladen, wie man es aus Thrillern vielleicht kennt. Der Fokus ist hier etwas anders angelegt. Natürlich soll der Kommissar die Morde aufklären und das möglichst, ohne groß Aufsehen zu Erregen und schon gar nicht dem Image der Insel zu schaden. Das Inselansehen, die Ausrichtung auf Touristen und „die Reichen und Schönen“ spielt immer wieder in die Entwicklungen mit rein. Auch hat Tomasini einfach eigene Dämonen, mit denen er zu kämpfen hat und die es ihm manchmal schwer machen, konsequent und strukturiert zu arbeiten. Zusätzlich lernt man auch noch einige der Bewohner von Capri und ein bisschen was von ihrer Geschichte kennen.
Es ist eine Mischung aus Urlaubsflair, durch die schöne Kulisse, in der man sich befindet, der Aufklärung der Morde und den privaten Geschehnissen rund um den Ermittler, der eigentlich ja schon im Ruhestand war. Das macht das Buch abwechslungsreich und bringt immer wieder kleine Wechsel mit sich, was den Schwerpunkt der Geschehnisse im jeweiligen Kapitel betrifft.
Im Laufe der Ermittlungen geraten verschiedene Personen oder Personengruppen in den Fokus, doch diese Möglichkeiten zu bestätigen, ist gar nicht so einfach. Was zum einen daran liegt, dass nicht alle besonders kooperativ und redefreudig sind, andere Theorien sind eben wirklich nur Theorien und lassen sich nicht beweisen, weil sie nicht stimmen. Dennoch wird im Verlauf das eine oder andere aufgewühlt, was manche vielleicht lieber weiterhin unter den Teppich gekehrt hätten, auch wenn es nicht zum Erfolgt der Ermittlungen führt.
Dass es Polizeistationen gibt, die mit Hilfe von Menschen mit Autismus-Spektrum Videoanalysen durchführen, war mir jetzt nicht so geläufig. Vielleicht habe ich es schon mal gehört und dann wieder vergessen. Ich fand es auf jeden Fall interessant, dass das hier mit eingebaut wurde.

Die Spannungskurve im Buch ist meistens nicht wahnsinnig hoch, es gibt aber immer mal wieder Augenblicke, in denen es etwas spannender wird und man erneut auf eine falsche Fährte gebracht wird oder neue Erkenntnisse einfach zu kleinen Wendungen führen. Mir hat die in der Geschichte enthaltene Mischung der Themen und der Aufbau ganz gut gefallen. Ich mochte auch die Kulisse, die für eine angenehme Atmosphäre sorgt – wenn nicht gerade mal wieder eine aufgeschlitzte oder zerlegte Leiche auftaucht. Für mich war auch die Auflösung im Vorfeld nicht so abzusehen.

Fazit

Ein guter Krimi, der einen nach Italien mitnimmt und eine Mischung aus sonnigem Urlaubsflair und grausamen Verbrechen präsentiert. Gemeinsam mit den Päckchen, die der, eigentlich schon im Ruhestand gewesene, Kommissar mitbringt, fühlte ich mich gut unterhalten und mitgenommen. Die eine oder andere Entwicklung war schon recht vorhersehbar und hätte vielleicht noch etwas mehr ausgebaut sein können, es gab aber auch immer mal kleine Wendungen und spannendere Abschnitte.

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