[gehört] Finsterherz von Nadine Buranaseda

 

©digital publishers
Finsterherz
Ein Fall für Hirschfeld & Kirchhoff 1
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Nadine Buranaseda
gesprochen von Kevin Kasper
erschienen August 2024
ungekürzte Lesung: 456 Minuten
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dp original
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 spannend angelegte Geschichte

Für Kriminalhauptkommissar Lutz Hirschfeld ist es der erste Serienmord, den er in seiner neuen Heimat Bonn aufklären soll. Gemeinsam mit seinem Partner Peter Kirchoff macht er sich auf die Suche nach Hinweisen, Zusammenhängen und möglichen Motiven. So schnell wie möglich wollen sie dem Täter auf die Spur kommen und verhindern, dass weitere Leichen aufgefunden werden. Die Opfer scheint nichts miteinander zu verbinden, abgesehen von einer genetischen Auffälligkeit. Aber kann die wirklich der Grund für die Morde sein? Die Zeit arbeitet unermüdlich gegen das Ermittlerduo, denn es ist bereits die nächste junge Frau in Gefahr.

Der Einstieg in die Geschichte baut sofort Spannung auf und sorgt für eine unheimliche Atmosphäre. Der Prolog geht direkt unter die Haut, auch wenn man noch nicht einordnen kann, bei wem man ist und was dort genau passiert. Dennoch ist gleich spürbar, dass dort jemand in einer furchtbaren Situation gefangen zu sein scheint. Es entstehen gleich viele Fragen, die neugierig auf den Verlauf der Handlung machen.

Mir hat der Aufbau der Geschichte gut gefallen. Die meiste Zeit ist man bei den Ermittlern und erlebt mit, wie sie mit ihrer Arbeit vorankommen, welche Vermutungen sie anstellen, welche Zeugen sie vernehmen, wer dabei in Verdacht gerät, wer hilfreiche Hinweise hat und wessen Geschichten man irgendwie fragwürdig findet. In einigen Passagen lernt man darüber hinaus Hirschfeld etwas besser kennen und bekommt Einblicke in seine private Situation, in der gerade auch manches los ist. Nicht ohne Grund ist er von Berlin nach Bonn gezogen. Es gibt dem Protagonisten mehr Tiefe, wenn man etwas über ihn erfährt, außerdem gelingt es besser, seine Reaktionen und Einstellungen einzuordnen, wenn man mitbekommt, was ihn noch beschäftigt. Dass er nicht sofort jedem sein Herz ausschütten will, kann man nachvollziehen. Er ist noch recht neu in der Stadt, außerdem ist es nicht unbedingt eine Situation, die man großflächig erzählen möchte. Alles auf Dauer mit sich allein auszumachen, funktioniert jedoch auch nicht so gut, wie der Ermittler irgendwann selbst feststellen muss.
Immer wieder gibt es dann Kapitel, in denen die Perspektive wechselt und man, ähnlich wie im Prolog, Einblicke in erschreckende, belastende und grausame Situationen bekommt. Zunächst ist es nicht ganz einfach einzuordnen, mit wem genau man da unterwegs ist. Täter, Opfer, jemand anderes, der beteiligt ist? Bietet es Hinweise, eine Vorgeschichte, Tatabläufe? Aber auch ohne genau zu wissen, was man dort hört, ist der Schrecken dieser Passagen spürbar und auch der Zusammenhang zum Rest der Handlung wird mit der Zeit deutlich, auch wenn die Auflösung einige Zeit auf sich warten lässt. So wird immer wieder auch die Spannung innerhalb der Geschichte erhöht und die unheimliche Atmosphäre zurückgeholt, die im Laufe der Ermittlungen zeitweise abflacht.

Die Ermittlungen gehen in verschiedene Richtungen. Es gibt im Verlauf unterschiedliche Verdächtige und Theorien, die Stück für Stück überprüft werden müssen. Nicht immer gelingt es sofort, den Wahrheitsgehalt der Aussagen zu überprüfen oder einzuordnen. So kann man beim Zuhören selbst auch miträtseln, wem man glaubt und wem nicht.

Der Sprecher hat eine angenehme Stimmfarbe und führt einen gut durch die Handlung. Durch Anpassungen in der Sprechweise, Tonlage und dem Tempo, gelingt es problemlos, die wichtigsten Charaktere voneinander zu unterscheiden. Bei den Nebenfiguren, die manchmal nur kurz auftauchen, könnte ich vermutlich nicht jeden Zuordnen, das empfand ich allerdings auch nicht als notwendig, da in den Verhören und Befragungen ja jeweils gesagt wird, mit wem sie gerade sprechen. Viele Passagen sind sehr ausdrucksstark und stimmungsvoll gelesen, so dass die Atmosphäre der Geschichte gut transportiert wird.

Fazit

Eine größtenteils spannend gestaltete Geschichte, die durch den Perspektivwechsel immer wieder für eine unheimliche Atmosphäre sorgt. Die unterschiedlich angelegten Ermittler haben mir als Duo gut zusammen gefallen, auch wenn sie sich erst sehr kurz kennen. In weiteren Fällen spielt dann die Dynamik zwischen ihnen vielleicht auch noch mehr in die Handlung mit rein.

Hinweis, den ich auf der Verlagsseite gefunden habe: Dies ist eine überarbeitete Neuausgabe des bereits erschienenen Titels Seelengrab.

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