[gelesen] Der verschwundene Buchladen von Evie Woods

© Adrian & Wimmelbuchverlag

Der verschwundene Buchladen
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Evie Woods
erschienen im September 2024
464 Seiten
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Adrian & Wimmelbuchverlag
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viel mehr als der Klappentext vermuten lässt

Der verschwundene Buchladen ist ein Buch über die Liebe zur Literatur und drei Menschen mit ganz unterschiedlichen Schicksalen, deren Wege sich auf verschiedene Arten verbinden. Es ist eine ruhige Geschichte – von einer Wohlfühlatmosphäre würde ich aber aufgrund zahlreicher schwerer Themen nicht sprechen. Dennoch konnte mich die Handlung in ihren Bann ziehen. Sie ist geheimnisvoll und hoffnungsvoll, magisch und mysteriös. Und manchmal macht sie wütend.

Wir haben drei ganz unterschiedliche Ich-Erzähler:innen:

Opaline ist 1921 zu „modern“ für ihre Zeit. Statt sich verheiraten zu lassen, flüchtet sie und sucht nach ihrem eigenen Glück. Ihr Weg ist von zahlreichen Rückschlägen geprägt.

Auch Martha flüchtet. Sie verlässt ihren gewalttätigen Ehemann und geht allein nach Dublin. Dort findet sie einen Job als Haushälterin für die etwas schräge, aber liebenswürdige Madame Bowden. Eine zufällige Begegnung mit Henry, der vor dem Haus rumlungert, zieht sie in die Suche nach dem geheimnisvollen Buchladen.

Henry sucht für seine Abschlussarbeit nach einem verschwundenen Buchladen. In der Nähe von Marthas neuem zuhause schleicht er durch die Straßen, überzeugt davon, dass er genau an dieser Stelle suchen muss. Er wirkt zunächst etwas schräg und trägt ebenfalls seine Päckchen mit sich herum.

Die Perspektiven und Zeitebenen wechseln und geben Einblicke in die Leben der drei Figuren und ihre jeweilige Recherche – nach verschwundenen Manuskripten, Geschäften und den Spuren einer Frau.
Während Henry und Martha über Opaline recherchieren, zeigen die Rückblicke, wie sich deren Leben entwickelt hat.
Gleichzeitig entwickelt sich zwischen den zwei Fremden bei ihrer gemeinsamen Arbeit ein zartes Band, das häufiger auf die Probe gestellt wird. Für mich fügen sich alle Elemente gut zusammen, die Rückblenden, Dramen, Geheimnisse und aufkommenden – manchmal überkochenden – Emotionen. Kleine Wendungen und neue Anhaltspunkte halten die Spannung und Neugier aufrecht, was es mit dem Buchladen und der Verbindung zwischen den Charakteren auf sich hat. Am Ende bleiben noch ein paar kleine Rätsel offen.

Fazit

Bücherliebe und Gesellschaftskritik, Familiengeheimnisse und Magie – der verschwundene Buchladen vereint eine Vielzahl von Themen in einer ruhigen, aber dennoch spannenden Suche – nicht nur nach einem Buchladen, sondern auch nach dem persönlichen Glück.

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