[gehört] Ein bisschen Vertrauen, bitte! von Saskia Louis

©Saga Egmont
Ein bisschen Vertrauen, bitte!
Verliebt in Eden Bay 2
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Saskia Louis
gesprochen von Carolin-Therese Wolff
erschienen März 2020
Buch 2018, Selfpublishing
ungekürzte Lesung: 459 Minuten
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Saskia Louis
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locker-leichte Liebesgeschichte

Zweiter Band: Da es um ein anderes Paar geht, kann man die Geschichte problemlos hören oder lesen, wenn man den Auftakt nicht kennt. Die Geschichte spielt ein paar Monate nach Band eins. Aus dem Auftakt würde man aber natürlich die Figuren schon kennen und am Rande geht auch die Geschichte des ersten Pärchens weiter, sie spielen aber keine übergeordnete Rolle.

Kate Sullivan wünscht sich zwei Dinge im Leben: Mehr Donuts und weniger Sawyer.
Denn entweder möchte sie dem Ex-Navy-Seal den Kopf ab- oder die Kleider vom Leib reißen – und beides erscheint ihr nicht wie die brillanteste Idee.
Einem Mann, der ihr schon einmal das Herz gebrochen hat, kann sie unmöglich vertrauen. Doch egal wie viele andere Männer sie trifft, Sawyer scheint immer in der Nähe zu sein …Sawyer Wright will zwei Dinge im Leben: einen Neuanfang und Kate.
Beides scheint unerreichbar. Die Hafenstadt Eden Bay steht für alles, was er bereits verloren hat. Die kleine Schwester seines besten Freundes für alles, was er nie haben konnte.
Als sie jedoch wegen eines Einbruchs seine Hilfe braucht, kann er schlecht Nein sagen. Und je näher sie sich kommen, desto komplizierter wird es. Denn bevor er seine Prinzipien über Bord werfen kann, muss er ihr noch das ein oder andere Geheimnis beichten … Klappentext ©Saskia Louis

Der erste Band der Reihe hat mir viel Spaß beim Hören gemacht, die Dynamik und der Humor passte für mich ganz gut. Ich war gespannt, ob es mir anderen Protagonisten ebenfalls funktionieren wird, weil mir vor allem auch Mayas ironische und sarkastische Art sehr gut gefallen hat. Diese Komponenten sind im zweiten Band nun natürlich weniger vertreten, weil sie auch nicht in der Intensität zu den Charakteren passen würden. Der locker-leichte, teilweise humorvolle Stil wird jedoch beibehalten und es gibt auch hin und wieder kleine Seitenhiebe und zumindest eine kleine Portion Ironie und Saraksmus. Die Dynamik zwischen Sawyer und Kate ist eine andere als die zwischen Nathan und Maya, insgesamt hat es mir aber trotzdem wieder gut gefallen.
Die Protagonisten kennen sich schon ewig, sie haben eine Vorgeschichte, sie haben Erinnerungen, die teilweise schmerzen und teilweise ihr Herz noch immer berühren und Sehnsucht auslösen. Dass Sawyer ohne sich zu verabschieden zur Army gegangen ist, hat Kate als Jugendliche schwer getroffen und ihr Herz hängt irgendwie noch immer an ihm, auch wenn sie ihm immer wieder versucht die kalte Schulter zu zeigen oder ihn anzickt, weil er sie, egal was er tut, einfach auf 180 bringt.

Kate ist nicht so unscheinbar, wie sie vielleicht im ersten Band in der einen oder anderen Szene noch gewirkt hat. Sie hat Feuer und Temperament und vor allem hat sie viele verletzte Gefühle. Im Auftakt habe ich sie eher am Rande wahrgenommen. Es war zwar klar, dass zwischen ihr und Saywer irgendwas war und vermutlich immernoch ist, was genau erfährt man aber eben erst jetzt. Als Immobilienmaklerin hat Kate einen bodenständigen Job und arbeitet für ihren guten Freund Adam, der manchmal ziemlich eigen wirkt, gut im Geldverdienen ist und sich sehr gern von Menschen fernhält. Deswegen muss Kate für ihn auch regeln, als in seine Häuser eingebrochen wird. Und damit muss sie sich unweigerlich auch immer wieder mit dem Polizisten Sawyer auseinander setzen.
Sawyer wirkt manchmal eher etwas düster, aber im Verlauf des Buches bekommt man da auch etwas mehr Einblicke in seine Facetten und erfährt, was ihn geprägt hat, wieso er manchmal so reagiert, wie er es tut, was seine empfindlichen Punkte sind und so weiter. Insgesamt ist er aber auch einfach gut darin, Dinge hinter Mauern zu verschließen und nicht so an sich ranzulassen. Einiges davon wird sicher auch seiner Zeit im Krieg geschuldet sein, die ihn definitiv geprägt hat.

Kate und Sawyer streiten sich regelmäßig, sie bringen sich gegenseitig auf die Palme, irgendwann kommen sie aber auch an den Punkt, mal ordentlich miteinander zu reden und die Dinge aufzuarbeiten, die seit langem vor sich hin brodeln. Manches hätten sie sich definitiv einfacher machen können, insgesamt empfand ich die beiden aber schon als recht stimmig miteinander. Gut fand ich auch, dass neben den Aspekten, die die beiden direkt betroffen, auch familiäre Punkte noch angesprochen und aufgearbeitet werden. Das sind ebenfalls Sachen, die die beiden geprägt haben und noch immer ihre Entscheidungen beeinflussen.

Stilistisch ist es ähnlich wie Band eins. Eine locker-leichte Liebesgeschichte mit einigen Streitigkeiten und kleinen Nebenschauplätzen zu der Beziehung, die sich entwickelt. Nicht ganz so ironisch und sarkastisch wie „Ein bisschen Abenteuer bitte“, aber trotzdem nicht ganz ohne diese Elemente. An einigen Stellen witzig, an anderen eher ernst, zwischendurch wird es dann auch sehr leidenschaftlich zwischen den Charakteren und es gibt erotische Passagen. Anders als im ersten Buch sind hier die Briefe, die Kate an Sawyer geschrieben hat, während er weg war. Sie sind eine Rückblende in die Zeit und geben Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle. Das fand ich eine sehr schöne Art sie etwas besser kennenzulernen und zu sehen, wie sie sich über die Jahre entwickelt hat. Außerdem spielen die Briefe bzw. eine der Botschaften darin auch im weiteren Verlauf dann noch eine Rolle.
Auch die anderen Einwohner von Eden Bay erlebt man am Rande wieder mit. Sowohl das Pärchen des ersten Buches, als auch die anderen. Die Gemeinschaft dort ist sicher etwas idealisiert und speziell, vielleicht etwas schräg und eigen und bestimmt nicht realistisch so in Maine zu finden. Aber irgendwie ist es einfach auch ein sehr sympathisches Fleckchen Erde, das einen schönen Rahmen für diese Art der Liebesgeschichten bietet.

Gesprochen wird die Geschichte wieder von Carolin-Therese Wolff. Die Stimmen, die die Sprecherin den einzelnen Figuren gibt, kann man auf jeden Fall bei den Charakteren, die häufig vorkommen, gut auseinanderhalten. Bei Personen, die eher am Rande eine Rolle spielen, habe ich jetzt nicht jede Stimmlage komplett im Gedächtnis abgespeichert. Es werden aber zahlreiche Anpassungen vorgenommen, so dass man den Dialogen gut folgen kann. Ich empfand die Kapitel, in denen man Kate begleitet stimmlich als etwas passender, weil die Stimme der Sprecherin eben besser zu Kate, als zu Sawyer passt. Ich empfand aber auch seine Abschnitte als ganz gut gesprochen. Hier und da hätte es ein klein wenig mehr Tempo vertragen, das ist aber sicher auch einfach Geschmackssache. Im Großen und Ganzen wurden auch die Emotionen der Figuren gut transportiert, was die Atmosphäre der Geschichte zusätzlich unterstützt hat.

Fazit

Auch wenn ich Band eins ein kleines bisschen besser fand als den Nachfolger, so hat es doch wieder Spaß gemacht nach Eden Bay zurück zu kehren, in diesen etwas schräg-idyllischen Ort, in dem es in diesem Buch gar nicht ganz so idyllisch ist. Kate und Sawyer haben eine etwas andere Dynamik als die Protagonisten des ersten Buches. Ich mochte die beiden zusammen zwar, mir hat aber die Ironie und der Sarkasmus im Auftakt einfach noch etwas besser gefallen. Auch hier werden einige Dinge bei den Figuren aufgearbeitet und es stecken in der locker-leichten Liebesgeschichte neben den kleinen Streitigkeiten und der körperlichen Anziehung auch ein paar schöne Aussagen.

2 Gedanken zu „[gehört] Ein bisschen Vertrauen, bitte! von Saskia Louis“

  1. Hallo liebe Dana,
    diese Reihe sagte mir bislang noch gar nichts. Ich muss aber sagen, dass du mich mit deiner Rezension sehr neugierig gemacht hast. Alleine das Setting, vielmehr aber auch die Figuren klingen so, als können sie einem ein sehr unterhaltsames Lesevergnügen schenken.
    Ich verstehe, dass du den ersten Band besser fandest, wenn die Figuren darin nochmal eine andere Dynamik hatten. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass der Sarkasmus/die Ironie der Geschichte nochmal eine gewisse Würze gegeben haben. Wenn der Humor gut ist, dann kann das eben genau der Funke sein, der die Geschichte perfekt macht.

    Ich danke dir für diese interessante Buchvorstellung.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    1. Hallo Tanja,
      ich bin auch eher zufällig auf die Reihe gestoßen. 🙂 Inzwischen habe ich auch den dritten Band schon gehört, er hat mir auch ganz gut gefallen, ähnlich wie Band zwei. Die Paare sind eben immer ein bisschen anders, das Setting bleibt.
      Es ist auf jeden Fall locker-leicht Lektüre, ich mag aber, dass es durchaus auch immer mal ein paar ernstere Momente gibt. Kommt eben dann auch immer drauf an, was man gerade an Geschichten sucht. 🙂
      Liebe Grüße
      Dana

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