[gelesen] Elya 3. Das Licht der Finsternis von Dana Müller-Braun

Rezensionsexemplar

©Impress
Das Licht der Finsternis
Elya 3
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Autorin: Dana Müller-Braun
erschienen Januar 2019
442 Seiten, eBook
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hier geht’s zum Verlag
Impress(Carlsen)
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turbulentes, ereignisreiches Finale

Da es sich um den Abschluss der Trilogie handelt, kann meine Rezension Spoiler in Bezug auf die ersten beiden Bände enthalten. Vorwissen ist zum Verstehen der Zusammenhänge, aus meiner Sicht, erforderlich.

Nicht nur Elyas Welt, sondern die gesamte Drachenwelt steht Kopf. Immer wieder gibt es neue Gefahren und Herausforderungen. Und obwohl Elya eine schwere Entscheidung getroffen hatte und hoffte, damit nun eine positive Wende zu erzielen, beruhigt sich die Lage nicht wirklich.
Nach einem Jahr in der für Elya fremden Welt, muss sich endlich wieder etwas ändern, doch die Tore zwischen den Welten sind nicht leicht zu überwinden. Neue Probleme und Schwierigkeiten warten auf die Protagonisten, denn auch der schon lange drohende Krieg, rückt immer näher.

In den ersten beiden Bänden ist bereits viel geschehen. Für Elya hat sich ihr gesamtes Leben geändert und obwohl sie schon viel gelernt, erfahren, hinterfragt und zusammengereimt hat, bekommt man das Gefühl, sie weiß längst nicht genug von den Welten, den verschiedenen Wesen, den Leuten um sie herum und den Verbindungen zwischen ihnen. Die Situation ist viel verfahrener, als es oft den Anschein macht, da viele der Charaktere schon einige Jahrhunderte leben, sie viel erlebt haben und es auch einige Versprechen und Abmachungen gibt, die jetzt langsam eingelöst werden müssen. So erfährt Elya ständig neue Dinge, lernt die Personen in ihrer Umgebung von weiteren Seiten kennen und nach und nach fallen die Puzzleteile an ihren Platz.
Der Aufbau der Welten, die ganzen Zusammenhänge, Verstrickungen und Verknüpfungen der Reiche und auch der Personen ergeben eine sehr komplexe Handlung, bei der es nicht immer ganz leicht ist, alles richtig zu ordnen und aufzunehmen. Teilweise geht es so viel hin und her und wieder zurück und noch mal neu ordnen, dass es mir zwischendurch schwer fiel, komplett dahinter zu steigen, wer nun wer ist und war, was passiert ist, was passieren könnte, welche Möglichkeiten sich bieten und so weiter. Insgesamt löst sich das Geschehen aber zum Ende hin wieder auf, die Ziele und Absichten werden offenbart, so dass man die wichtigsten Aspekte auf jeden Fall aufnimmt.

Neben der Ich-Perspektive von Elya gibt es immer wieder Abschnitte aus der Sicht anderer Personen. Diese führen einen teilweise weit in die Vergangenheit und zeigen, wie lange sich einige Charaktere schon kennen, was sie miteinander oder auch allein erlebt haben. Häufig sind es Situationen, die sie geprägt haben und auch Einfluss auf das aktuelle Geschehen haben oder deutlich machen, woher Abmachungen und Verpflichtungen kommen, die nun wichtig werden. Dadurch wird die Geschichte noch abwechslungsreicher und man bekommt einen noch intensiveren Einblick in die Leben der Hauptfiguren.
Auch Elya begleitet man wieder sehr intensiv. Sie hat sich schon sehr entwickelt, trotzdem gibt es immer wieder Momente, in denen sie unbedacht und impulsiv ist oder ihre Gedanken verrücktspielen. Sehr angenehm fand ich jedoch, dass sie das selbst merkt und es sie eigentlich auch nervt, dass sie einiges noch nicht ablegen kann. Daran merkt man einfach, wie sehr sie an ihren Aufgaben gewachsen ist. Dass es manches gibt, was sie sehr beschäftigt und bewegt, kann man auch gut verstehen, immerhin droht von allen Seiten Gefahr, die Zeit drängt und dann gilt es auch noch das gebrochene Vertrauen zu verschiedenen Leuten in ihrer direkten Umgebung wieder aufzubauen.

Der Schreibstil ist wieder angenehm und flüssig. Es gibt hin und wieder noch mal kleine Hinweise auf die vergangene Handlung, so dass man einige wichtige Punkte noch mal in Erinnerung gerufen bekommt, ohne dass es langatmig oder langweilig wird. Durch die bildhaften Formulierungen bekommt man einen guten Blick auf die Schauplätze und die Handlung an sich. Die brutalen und blutigen Elemente sind nicht zu detailliert ausgebaut, aber auch nicht unbedingt beschönigt. Insgesamt fügt es sich aber schlüssig in die Handlung und man kann sich vorstellen, wie es auf dem Schlachtfeld aussehen muss.

Zum Ende hin nimmt die Handlung immer mehr Tempo auf, die Ereignisse überschlagen sich, es fließt reichlich Blut und auch die Magie der unterschiedlichen Wesen kommt immer mehr zum Tragen. Immer wieder gibt es aber auch gefühlvolle Momente, aufgestaute Emotionen, unausgesprochene Gedanken und Platz für Vertrauen, Freundschaft und Liebe.

Fazit

Ein schöner Abschluss der Trilogie, der die Dinge, die vorher angesprochen und begonnen wurden, zu Ende bringt. Die Charaktere haben sich sehr weiter entwickelt und ihre steinigen Wege auf ganz unterschiedliche Art angegangen und mal mehr, mal weniger erfolgreich gemeistert. In einigen Passagen war es mir ein wenig zu verworren, obwohl ich die Komplexität der Handlung an sich sehr gern mochte.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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