[Anja] Rezension: Eine Insel zwischen Himmel und Meer von Lauren Wolk

Eine Insel zwischen Himmel und Meer

Autorin: Lauren Wolk
erschienen Februar 2018
ISBN: 978-3-423-64035-0
zum Verlag → dtv
© dtv
auf der Suche nach sich selbst
Als Baby strandete Crow in einem kleinen Schiff auf einer
Insel. Osh fand sie und zog sie groß, während die anderen Inselbewohner das
Kind meiden. Mit 12 Jahren fragt sich Crow nun, wo sie herkommt. Als sie auf
einer eigentlich unbewohnten Nachbarinsel ein Feuer sieht, beschließt sie, nach
ihren Wurzeln zu suchen. Dabei macht sie einen unerwarteten Fund.
Die 12-jährige Crow ist die Ich-Erzählerin der Geschichte.
Der Erzählstil entspricht nur teilweise dem eines Kindes. Oft hat Crow sehr
erwachsene Gedankengänge. Allerdings handelt sie häufig doch ihrem Alter
entsprechend sehr kindlich naiv.
Die Handlung hat mich nicht gelangweilt, aber auch nicht so
richtig mitgerissen. Ist es ein Abenteuer auf der Such nach sich selbst. Auf Crows Spurensuche gerät sie unerwartet in Gefahr. Dabei
kommt es zu einigen dramatischen Szenen mit ein paar Überraschungen.
Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Es zeigt,
dass kein Schatz allein glücklich machen kann. Freundschaft und Vorurteile
spielen eine Rolle. Darüber hinaus wird sichtbar, wie unser Gegenüber (teils
unbewusst) unser eigenes Verhalten spiegelt. Solange Crow sich wie der
Außenseiter benimmt, als den sie alle sehen wollen, verhalten sich die Leute
ihr gegenüber auch abweisend. Doch je mutiger sie wird, desto offener begegnen
ihr die Mitmenschen. Die Entwicklung, die sowohl sie als auch ihre kleine Insel
im Verlauf durchmacht, ist daher berührend.
Am Ende hat Crow auf jeden Fall etwas gelernt. Und auch,
wenn es hoffnungsvoll endet, empfand ich den Schluss als sehr offen. Einige
Fragen bleiben ungeklärt.
Interessant sind noch die Hintergrundinformationen zu den
Elizabeth Islands, die es im Buch gibt. Die Autorin gibt Einblicke in die
Geschichte der Inseln, auf denen die Handlung stattfindet und erläutert dabei,
in welchen Punkten sie sich auf historische Fakten beruft und welche Teile
dazugedichtet wurden.
Fazit
Auf der Suche nach sich selbst erlebt die 12-jährige Crow,
die oft schon reifer wirkt, ein Abenteuer mit unerwarteten Erkenntnissen und
großen Gefahren. Ein wenig philosophisch wird es auch: Ist es wirklich wichtig
zu wissen, wo man herkommt, um zu wissen, wer man ist? Freundschaft, Heimat und
Liebe sind zentrale Themen der Geschichte, die zwar zum Nachdenken anregt, aber
ansonsten keine allzu große Spannung liefert.

Ich danke dem Verlag und Vorabesen.de für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

2 thoughts to “[Anja] Rezension: Eine Insel zwischen Himmel und Meer von Lauren Wolk”

  1. Hi
    ich lese gerade das Buch, schön, das du nicht gespoilert hast.
    Ich wollte damit schon längst fertig sein, aber es kann mich noch nicht ganz in seinen Bann ziehen, und ich hatte jetzt die letzten Tage auch etwas viel Stress, weswegen ich mich jetzt auf das Wochenende freue, wo nichts weiter als lesen ansteht.
    Liebe Grüße
    Nicole
    ps.: das Interview mit der Autorin in diesem Buch finde ich toll.

    1. Huhu,
      stimmt, es gibt ja nicht nur die Zusatzinfos, sondern auch das Interview – ein ungewöhnlicher Start für ein Buch.
      Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Spaß beim Weiterlesen. Mich konnte es leider bis zuletzt nicht wirklich in seinen Bann ziehen.
      LG anja

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